Das Fest-Orchester bei einer Probe.
Das Fest-Orchester bei einer Probe. | Foto: Prinz

Klassikfrühstück auf dem Fest

Amadeus aufs Brötchen

Die wichtigste Aufgabe des Fest-Orchesters sei es, den Menschen beim Klassikfrühstück Freude zu bereiten, sagt Johann J. Beichel. Um die hohe Kunst der Musik gehe es dabei erst in zweiter Linie. Zum zehnten Mal führt der Dirigent des Fest-Orchesters sein Ensemble durch den Sonntagvormittag. Ohrwürmer sind garantiert, wenn die Klänge von „Mozart’s Finest“ am 24. Juli ab 10 Uhr den Hügel in der Karlsruher Günther-Klotz-Anlage überziehen.

Superstar der Klassik

„Mozart gehört genau wie Vivaldi oder Beethoven zu den Dauerbrennern“, sagt Beichel. „Das Publikum wird sich fragen: Wo habe ich das schon einmal gehört?“ Tatsächlich ist das Konzert für Klarinette und Orchester in A, KV 622 – eines der beiden Hauptwerke am Festsonntag – nicht nur Mozarts letztes Instrumentalwerk, sondern auch Bestandteil der Filmmusik im Kinoerfolg „Jenseits von Afrika“. „Das ist ein bisschen Assoziationsmusik“, sagt Beichel. Solist ist der international ausgezeichnete Klarinettist Sebastian Lastein. Als zweites Hauptwerk präsentiert das Fest-Orchester das Konzert für Flöte und Orchester Nr.1 in G, KV 313, dessen Soli Johannes Hustedt übernimmt. Umrahmt werden die Konzerte von der 1. Salzburger Sinfonie in D und der Kleinen Nachtmusik, die bereits beim ersten Klassikfrühstück 1989 zur Aufführung kam.

Dirigent Johann J. Beichel schwingt den Taktstock beim Karlsruher Fest-Orchester.
Dirigent Johann J. Beichel schwingt den Taktstock beim Karlsruher Fest-Orchester. | Foto: Prinz

Fest-Orchester seit 2001

Das Fest-Orchester ist seit 2001 mit von der Partie – anfangs in jedem Jahr, inzwischen jedes zweite. Rund die Hälfte der Musiker – unter ihnen amtierende und ehemalige Mitglieder der badischen Staatskapelle, Musikschullehrer und Studenten – ist von Beginn an dabei. Und dennoch sei das Klassikfrühstück immer noch etwas Besonderes für sie, so Beichel.

Familienfreundlich

Schließlich habe ein Ensemble selten die Gelegenheit, vor so vielen Menschen zu spielen. „Die Atmosphäre ist sehr familienfreundlich. Wir haben viele Besucher, die einmal im Jahr nach Karlsruhe kommen, um sich dort auf dem Hügel mit ihren Freunden und Bekannten zu treffen.“
Nur mit den Frühstückspäckchen, die inzwischen vor Ort verkauft werden, scheint sich der Dirigent nicht so recht anfreunden zu können. „Früher saßen die Menschen schon morgens um neun mit Lachshäppchen und Schampus im Gras. Heute ist das etwas anders“, schmunzelt der Hochschulprofessor, der vom Publikum für seine launige Moderation geschätzt wird. „Die Leute mögen es nicht bierernst. Es gefällt ihnen, wenn ich zwischendurch ein paar humorige Bemerkungen zu den Werken oder Karlsruhe mache“, so Beichel.