UND ACTION: Clemens Becker vom Karlsruher Zoo (links) und Chorleiter Patrick Bach im Gehege der Springtamarine.
UND ACTION: Clemens Becker vom Karlsruher Zoo (links) und Chorleiter Patrick Bach im Gehege der Springtamarine. | Foto: Mori Monteiro

BeNNi im Karlsruher Zoo

Chefreporter unterwegs

Die Springtamarine sind an diesem Morgen ganz schön aufgeregt. Das Exotenhaus im Karlsruher Zoo hat noch gar nicht geöffnet und trotzdem tummeln sich schon jede Menge Menschen in ihrem Gehege. Da muss so ein neugieriges Äffchen doch gleich mal etwas näher rangehen.

Schwupps! Schon sitzt es auf der Schulter von Clemens Becker. Der stellvertretende Zoodirektor ist aber auch wirklich zum Anbeißen – was ehrlich gesagt aber an den Mehlwürmern liegt, die er gerade auf seiner Hand liegen hat. Einem solchen Leckerbissen kann kein Springtamarin widerstehen und innerhalb von wenigen Minuten springen die putzigen schwarzen Äffchen auf und über Clemens Becker und Patrick Bach. Genau so soll das auch sein. Das Fernsehen ist nämlich im Haus und da wünscht sich Regisseur Juri Tetzlaff schöne Bilder von Menschen mit Tieren.

SWR dreht einen Film

Dass an diesem Morgen gleich ein ganzes TV-Team mit Kameramann, Tonmann und  Regisseur im Affengehege steht, hat damit zu tun, dass der Südwest­rundfunk (SWR) einen Film dreht über ein Ereignis, das jetzt am Wochenende im Zoo stattfinden wird. Chorleiter Patrick Bach aus Mosbach hat nämlich eine Art Wette gemacht. „Jeder kann singen“, behauptet der Musiklehrer und fordert Menschen an den unterschiedlichsten Orten dazu auf, einfach mal ihre Stimme zum Singen zu benutzen.

WIE SIEHT’S AUS? Regisseur Juri Tetzlaff schaut die Bilder seines Kameramannes an, während Chorleiter Bach interviewt wird.
WIE SIEHT’S AUS? Regisseur Juri Tetzlaff schaut die Bilder seines Kameramannes an, während Chorleiter Bach interviewt wird. | Foto: Mori-Monteiro

Bislang hat das ganz gut geklappt. Einmal hat Patrick Bach ein ganzes Krankenhaus zum Singen gebracht. Mit Ärzten, Pflegern und Patienten. Danach ein ganzes Dorf. Was ziemlich spannend war, denn zum Dorf gehörten seit neuestem auch ganz viele Flüchtlinge. Erst wollten sie gar nicht miteinander singen, aber bei den Proben sind sich die beiden Gruppen immer sympathischer geworden und am Ende sind sogar ein paar Freundschaften entstanden.

Singen macht Spaß

Singen verbindet und macht Spaß. Das will Regisseur Juri Tetzlaff mit seiner Filmreihe „Bach – Auch du kannst singen“ zeigen. Dem jungen Fernsehpublikum ist Juri, der übrigens aus dem Raum Karlsruhe kommt, bestens bekannt. Fast jeden Abend moderiert er die Sendung „Sandmännchen“ auf dem Kinderkanal. Aber Juri ist nicht nur vor der Kamera aktiv, sehr gerne steht er auch dahinter. Als Regisseur kann man sich nämlich selber die Bilder ausdenken, die man den anderen zeigen will. Und man kann Anweisungen geben, wie sich die anderen bewegen sollen: „Clemens und Patrick, ihr bleibt jetzt einfach mal hier so stehen und unterhaltet euch“, sagt er zum Beispiel. Dann geht er zu seinem Kameramann und sagt, wie er die Szene aufnehmen soll, damit es hinterher im Fernsehen möglichst spannend und natürlich aussieht.

Auftritt des Karlsruher Zoochors

Nach dem Dreh im Affengehege sind an diesem Morgen noch ein paar andere Szenen geplant. Der Höhepunkt ist dann am Sonntag der Auftritt des „Karlsruher Zoochors“. Tierpfleger und Stadtgärtner, der Zoodirektor und die Reinigungkraft sollen um 14 Uhr gemeinsam auf der Bühne stehen und das Lied „The Lion Sleeps Tonight“ singen.

Damit es auf der großen Stadtgartenbühne auch schön voll wird, sind auch alle Besucher des Zoos herzlich eingeladen mitzusingen (im Feld „Sing’ mit“ steht, was ihr tun müsst). Clemens Becker wird sicher auch mitsingen. Nur die Springtamarine nicht. Erstens können die nicht singen und zweitens gibt’s auch keine Mehlwürmer.                     smk

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