Karibik-Flair am Lago di Klotz: Nach den hochsommerlichen Temperaturen kommt die Abkühlung.
Karibik-Flair am Lago di Klotz: Nach den hochsommerlichen Temperaturen kommt die Abkühlung. | Foto: Hora

Gewitter erwartet

Bricht Karlsruhe den Festival-Fluch?

Nach dem Gewitter-Chaos bei Rock am Ring und dem Southside-Festival ziehen nun auch beim „Fest“ von Freitag bis Sonntag in den Vorhersagen dunkle Wolken auf. Das Organisationsteam um Martin Wacker und Sven Varsek ist jedoch zuversichtlich, den Festival-Fluch dieses Sommers mit den zahlreichen Absagen zu brechen. „Wir waren schon letztes Jahr an der Reihe, diesmal zieht das bestimmt an uns vorbei“, sagt Wacker im BNN-Gespräch.

Noch sticht der Planet: Die Temperaturen am Mount Klotz sind tropisch.
Noch sticht der Planet: Die Temperaturen am Mount Klotz sind tropisch. | Foto: Hora

Ab Donnerstag Unwetterfront

Trotz aller Zuversicht: Die Wettervorhersage bestimmte am Montag die Diskussionen auf dem Festival-Gelände in der Günther-Klotz-Anlage, wo am Vormittag das große Dach der Hauptbühne nach oben gezogen wurde. BNN-Meteorologe Dominik Jung kündigt nach 35 Grad für den Mittwoch eine Unwetterfront ab Donnerstag an. „Heftige Schauer und Gewitter wird es am Freitag bis in die Abendstunden geben“, so der Wetterfrosch, was auch den Auftritt von Topact Rea Garvey betreffen könnte. Am Samstagvormittag zeichnet sich noch wechselhaftes Wetter ab, der Sonntag mit dem Klassikfrühstück und Element of Crime am Abend soll dann der schönste Tag des Wochenendes werden.

Noch ziemlich verwaist: Auf der Weinbühne wird es erst nach Sonnenuntergang kühl.
Noch ziemlich verwaist: Auf der Weinbühne wird es erst nach Sonnenuntergang kühl. | Foto: Hora

Rock am Ring und Southside betroffen

Die Ankündigungen für Freitag lassen bei Festivalbesuchern dieses Sommers böse Erinnerungen wach werden. Bei Rock am Ring in Mendig gab es schon zum Auftakt am Freitag 71 Verletzte durch Blitzeinschläge, für den finalen Festivaltag entzog dann die Verbandsgemeinde die Genehmigung. Noch schlimmer traf es das Southside-Festival bei Tuttlingen, das schon zum Auftakt am Freitagabend so verwüstet wurde, dass die Veranstalter komplett abbrechen mussten.

Regenpfützen beim Fest 2015. Wird Karlsruhe in diesem Jahr verschont?
Regenpfützen beim Fest 2015. Wird Karlsruhe in diesem Jahr verschont? | Foto: Hora

„Fest 2015“ betroffen

In Karlsruhe soll nun möglicherweise ein Meteorologe die Sicherheitskräfte und Veranstalter auf dem Gelände an der Alb beraten. Im vergangenen Jahr musste wegen sintflutartiger Niederschläge am Freitagabend um 23.15 Uhr das Konzert von Moop Mama abgebrochen werden. Noch schlimmer traf es „Das Fest 2015“ am Samstag, weil die Verkaufsstände wegen starker Winde von 12 bis 19 Uhr geschlossen bleiben mussten. Da das Finanzkonzept der Veranstaltung ganz wesentlich auf dem Umsatz an den Essens- und Getränkeständen ruht, war dies ein schwerer Schlag.

Sie trotzen dem Regen: Fest-Besucher im vergangenen Jahr
Sie trotzen dem Regen: Fest-Besucher im vergangenen Jahr | Foto: Hora

Bands bei Festival werden instruiert

Damit es bei einem Konzertabbruch ruhig und geordnet zugeht, besprechen die Organisatoren mit jeder Band vor ihrem Auftritt den Notfall. „Die gelbe Karte bedeutet: Achtung, es ist etwas im Busch“, berichtet Wacker. Die rote Karte aus der Seitenbühne signalisiert den Abbruch, damit die Band das Publikum entsprechend informieren und beruhigen kann. Sven Varsek und Sicherheits-Chef Markus Wiersch weisen darauf hin, dass jeder Besucher bei dem wechselhaften Wetter zur Sicherheit beitragen kann. „Wenn jeder ein Regen-Cape mitbringt, geht es viel entspannter zu“. Schirme dagegen sollten daheim bleiben. Zudem verweisen sie auf den Flyer „Du bist Sicherheit“, der für die Besucher eine Check-Liste („was muss ich mitnehmen“) beinhaltet.

Regenschirme sollten nicht zur Festival-Ausrüstung gehören, da sie dem Hintermann die Sicher verspreen. Besser sind Regencapes.
Regenschirme sollten nicht zur Festival-Ausrüstung gehören, da sie dem Hintermann die Sicher verspreen. Besser sind Regencapes. | Foto: Hora

„Abkühlung tut uns gut“

Noch herrscht also Zuversicht vor dem großen Sommer-Event, das in die ganze Region ausstrahlt und zu dem bis zu 255000 Besucher erwartet werden. „Die Abkühlung wird uns allen gut tun“, sagt Wacker. Und auch BNN-Wetterexperte Jung betont: „Die Gewitter können auch einfach an Karlsruhe vorbeiziehen“.