Auch Wirtschaftsgrößen aus der Region treffen sich auf der Fest-Terrasse.
Auch Wirtschaftsgrößen aus der Region treffen sich auf der Fest-Terrasse. | Foto: Rake Hora

Sponsoren bei "Das Fest"

Keine Gelddruckmaschine

Ohne sie geht gar nichts. Damit sich die Günther-Klotz-Anlage auch dieses Jahr in ein Festivalgelände wandeln kann, unterstützen Sponsoren die Karlsruhe Event GmbH mit 450.000 Euro. Der Betrag decke etwa ein Viertel des Gesamtbudgets ab, dreiviertel der Einnahmen erzielten die Organisatoren aus Eintrittskarten sowie dem Getränke- und Essensverkauf, sagt Fest-Projektleiter Sven Varsek.
Das Fest ist keine Gelddruckmaschine: Von den Gagen für Künstler, Aufwandsentschädigungen für Helfer vor und hinter den Kulissen bis zur Bühnentechnik mit Beschallung und Lichteffekten, stemmt die Karlsruhe Event alljährlich Ausgaben von knapp zwei Millionen Euro.

Kosten für Sicherheitkonzept gestiegen

Nicht zuletzt das Sicherheitskonzept und der Einsatz eines Security-Dienstleisters aus der Fächerstadt erfordern einen hohen Kostenaufwand. „Es ist eine Leistung, dass wir bei diesem Ticketpreis um die fünf Euro ein umfangreiches Sicherheitskonzept aufrecht erhalten können“, sagt Sicherheits-Projektleiter Markus Wiersch im Gespräch mit den BNN. Der Kostenaufwand habe sich im Vergleich zu 2009 verzehnfacht.

Keine Sponsoren aus der Tabakindustrie

Umso erfreulicher für den Fest-Projektleiter Sven Varsek, dass sich das Sponsoring bei der Karlsruhe Event GmbH von Jahr zu Jahr positiv entwickle. Die Werbepartner beteiligen sich an einem so genannten Pool-Sponsoring der Karlsruhe Event. „Mit dieser Kooperation unterstützen Sponsoren die langfristige Organisation und Fortführung hochwertiger Events in der Fächerstadt“, erklärt Varsek. Neben dem Fest sind dies die Schlosslichtspiele, das Indoormeeting und Heimattage. Varsek preist die Veranstaltungen als eine „ideale Präsentationsplattform“ für Unternehmen. Indes kann nicht jede Firma bei Das Fest als Sponsor einspringen und für eigene Produkte werben: So habe die Karlsruhe Event „attraktive Offerten“ der Tabakindustrie abgelehnt, „weil sie nicht in das Konzept eines Familienfestes passen“, wie Varsek betont. Generell lobt der Fest-Projektleiter den Ideenreichtum und das Engagement der Werbepartner. „Denn ein wichtiger Aspekt für eine Kooperation ist das anvisierte Marketingziel und die damit verbundene Form der Darstellung.“ Die Fest-Organisatoren wollen weiterhin, dass ein Großteil der Sponsoren einen verstärkten Bezug zur Fächerstadt hat. „Das entspricht der Fest-Philosophie.“

Turkish Airlines erstmals unter den Sponsoren

Erstmals ist eine türkische Fluggesellschaft mit im Sponsoren-Pool der Karlsruhe Event. Passt eine Fluggesellschaft, deren Schriftzug während der Fußball-EM auf Werbebanden prangerte und bei Fernsehübertragungen sämtliche Partien präsentierte, in die Fest-Philosophie? „Turkish Airlines baut derzeit sein Angebot am Baden-Airpark verstärkt aus. Das Fest als größtes Festival der Region bietet sich in diesem Kontext kurz vor der Sommerpause natürlich als ideale Präsentationsplattform für das neue Produktportfolio an“, erklärt Varsek. Nach dem Putsch in der Türkei bedient die Gesellschaft seit heute auch wieder die Istanbul-Linie vom Baden-Airport. Auch der von der Abgasaffäre gebeutelte Volkswagen-Konzern unterstützt das Fest. Kein Problem für die Karlsruher Festival-Organisatoren: „Gerade jetzt ist es wichtig, dass der Konzern Flagge zeigt, Fehler eingesteht und offen nach Außen kommuniziert“, sagt Varsek.

Panoramablick für 200 Euro

Für ihr Engagement erhalten die Sponsoren eine Gegenleistung. So sind einige Sponsoren mit eigenen Ständen während des Festivals auf Kundenfang. Liegestühle bilden vermeintliche Ruheoasen. Angehörige von Unternehmen können sich derweil in einen VIP-Bereich zurückziehen und das eine oder andere Häppchen eines Catering-Service schnabulieren. Dabei stellt Varsek klar: „Verborgen bleibt den Festbesuchern gar nichts, denn ein so oft gemutmaßter Kontakt zu großen Künstlern findet dort nicht statt“, da die Musiker ihre Ruhe bräuchten.

Einen Panoramablick hingegen auf das Konzertgeschehen und die feiernde Menschenmassen bieten die Fest- und Weinterrasse. So kommt es auf den Logenplätzen in entspannter Atmosphäre zu Treffen der regionalen Wirtschaft. Die Fest-Organisatoren betonen gegenüber den BNN, dass es sich bei den Terrassen um keine Sponsoren-Lounge handele. „Sie sind für alle offen, die das Fest aus einer besonderen Perspektive erleben wollen. Das ist mehr als nur Kino“, so Varsek. Die Besucher können sich an einer Bar mit Essen und Getränken bedienen. Doch dieses Erlebnis hat seinen Preis: Tickets für einen Abend kosten 200 Euro.