Die Günther-Klotz-Anlage  ist Schauplatz des Open-Air-Festival  "Das Fest". Hier gibt es alle News in Kurzform.
Die Günther-Klotz-Anlage ist Schauplatz des Open-Air-Festival "Das Fest". Hier gibt es alle News in Kurzform. | Foto: dpa

News und Konzertkritiken

Live-Ticker

Sonntag, 24. Juli

 +++ 22.30 Uhr: Element of Crime – Alte Romantiker +++

Von Daniel Streib

Was haben Element of Crime und „Das Fest“ gemeinsam? Beide gibt es seit 1985. Und beide heißen wie der Film eines „Dogma“-Regisseurs. Was nur im Fall des Karlsruher Festivals ein belangloser Zufall ist, wobei dort der Name „Das Fest“ natürlich wunderbar passt. Dass aber ausgerechnet die deutschsprachige Band mit den poetischsten Zeilen seit den alten Romantikern einen solchen Namen trägt, ist natürlich eine grobe Irreführung. Den treuen Fans, die sich an diesem Sonntagabend dicht vor der Festbühne scharen, ist das egal. Sie wissen, dass es die Band in den Achtzigern zunächst auf Englisch probierte. Und sie wissen, dass Sven Regener wahrhaftigere Texte schreibt als Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg zusammen.

Altersweise Poeten: Element of Crime beim Finale des "Fest"-Sonntags in Karlsruhe.
Altersweise Poeten: Element of Crime beim Finale des „Fest“-Sonntags in Karlsruhe. | Foto: Rake Hora

Element of Crime? Womöglich sieht auch jener Junge mit seiner Basecap eine Art Produktenttäuschung vor sich auf der Bühne. Dort, wo sich die älteren Herrschaften um Sven Regener mit aller Geruhsamkeit in ihr Konzert hineinklampfen. Jedenfalls sagt der Junge mit der Bascap tatsächlich, das sei vielleicht ein bisschen langweilig jetzt. Hat man das gehört? Wer so spricht, der versteht womöglich Snapchat. Aber vom Leben hat er keine Ahnung.  Man möchte ihm zurufen, dem Jungen: Hör genau hin und lerne in Demut!

Sven Regener ist der Sänger von Element of Crime, die den Schlusspunkt von das "Fest 2016" auf der Hauptbühne setzten. Fotos: Mori Monteiro
Sven Regener ist der Sänger von Element of Crime, die den Schlusspunkt von das „Fest 2016“ auf der Hauptbühne setzten. Fotos: Mori Monteiro | Foto: Mori Monteiro
Element of Crime, das ist musikgewordene Lebenserfahrung, verpackt in wohldosierte Schwermut. Das lieben die Fans und das bekommen sie auch auch an diesem wohltemperierten Spätjuliabend. Element-Klassiker wie „Liebe ist stärker als der Tod“ und „Bring den Vorschlaghammer“ sind dabei, ebenso wie die neuen Sachen von „Lieblingsfarben und Tiere“, dem aktuellen Album. Aber nicht nur eigene Songs werden gespielt, das wäre ja asozial, postuliert Regener in die Dämmerung und stimmt Serge Gainsbourgs „Accordeon“ an. Mit deutschen Zeilen, die Gefühlsbare banal finden mögen, die tatsächlich aber mehr Tiefe besitzen als viele Youtube-Hypes: In der Bar, in der er glücklich war, träumt er von der  ewigen Liebe.
Das ist natürlich nicht alles. Aber es ist viel. Element of Crime können das beweisen. Es gibt nichts Neues unter der Sonne, oder wie Regener singt: „Nichts ist so kalt, wie der heiße Scheiß von gestern.“ Ein würdiger Fest-Abschluss, ein Kontrapunkt von altersweisen Romantikern zu einem naturgemäß oft berufsjugendlichen „Fest“.
Hier geht es zum BNN-Interview mit Sven Regener „Jeder Trottel ist im Internet“.

 +++ 20.30 Uhr: Chillen mit Milky Chance +++


+++ 19.30 Uhr: Lange Schlangen an den Gastro-Ständen +++

Lange Schlangen vor den Ess-Ständen, etwa am Langos-Stand an der  Café-Bühne. Kleiner Tipp von der BNN-Festredaktion: An den veganen Buden gibt es kaum Wartezeit 😉

Langos
Klassiker: Ohne Langos geht es nicht | Foto: Peter J. Funk

+++ 18.30 Uhr: Kurzkritik: Dellé hat Musik im Herzen +++

Von Karin Stenftenagel

Beste Voraussetzungen für ein Reggaekonzert: Der Hügel ist voll, aber nicht übervoll, die Sonne knallt. Genauso wie der Off-Beat des ersten Songs. Dellé ist nicht zum ersten mal hier. Frank Allessa Dellé kennt – und liebt – den Mount Klotz bereits von drei fulminanten Seeed-Auftritten. Diesmal bringt er als Solokünstler die Hüften zum Schwingen und die Knie zum Wippen – wer richtig mitmacht, kann sich den Zumba-Kurs in der nächsten Woche mal sparen. Reggae ist Gute-Laune-Musik, und das zeigt sich im tausendfachen Lächeln der Hügelgäste. Es hilft natürlich auch, dass der Rasta-Mann im blauen Sakko ein Liebeslied auf den Mount Klotz anstimmt: „Mount Klotz, do you want to marry me?“ Die Melodien sind eingängig, die Texte schnell auswendig gelernt, und spätestens bei Dellés Cover von „The Power of Love“ kann jeder auf dem Hügel den Refrain mitsingen. „I’m a Musician, my heart ist on the beat“, singt er – sein Herz schlägt für die Musik. Vom klassischen Reggae über Sozialkritik mit souligem Backgroundgesang über rockige Dancehallrhythmen hat der Deutsch-Ghanaer aus der Hauptstadt die ganze Palette drauf. Und, neben der Liebe, eine Message: Sein letztes Lied „Light your Fire“ ist ein Aufruf, die Religion nicht zur Legitimation von Hass und Kriegen zu missbrauchen: „Wir müssen lauter werden, wir sind mehr als die.“


+++ 17.00 Uhr: Max rockt sensationell den Hügel +++

Von Peter J. Funk

„Hallihallo, ich bin der Max.“ Ein sensationeller Auftritt von Max Giesinger bei seinem Heimspiel in der Günther-Klotz-Anlage. Der Max hat sie alle. Mit seiner roten Gibson-Gitarre rockt der Max den Hügel, als hätte er das schon immer gemacht. Solide Rockmusik, klare Songs mit deutschen Texten. Das gefällt. Und der junge Mann aus Waldbronn-Busenbach, den die Menschen außerhalb der Fächerstadt  vor allem von der Casting-Show „Voice Of Germany“ kennen, zieht alle Register. „Die Hände hoch, Karlsruh'“, ruft der Max, der immer wieder in seinen Heimatdialekt verfällt. Und alle machen mit. Gleich beim zweiten Song verlässt der Max die Bühne, um durchs Publikum zu laufen und die Fans abzuklatschen. Zwischendurch diskutiert der Max mit seinem Publikum, welcher Club am Abend nach der Show der beste wäre. Der erhabenste Moment: Der Max spielt seinen Hit „80 Millionen“, den er schon beim Redaktionsbesuch bei den BNN gespielt hat.

Und alle singen mit. Grandios. Maximal. Der zweit-erhabenste Moment: Der Max zieht sich für die Zugabe ein KSC-Trikot mit „Max“ auf dem Rücken an, das ihm Fest-Chef Martin Wacker von seitlich hinter der Bühne zuwarf. Und spätestens damit krönt der Max sein Heimspiel. Oder wie er es sagen würde: „Passiert das grad wirklich?“


+++ 15.20 Uhr: Fatsuit? Pah! Show Girls!  +++

Hoppla – war „Mehr Gewicht auf Comedy“ nicht am Samstag Nachmittag? Doch, aber das hier sind ja auch die „Show Girls“ aus Großbritannien. Drei Wuchtbrummen, für deren Kostüme die Bezeichnung „Fatsuit“ eine höfliche Untertreibung wäre, wuseln durch den Kinderbereich, purzeln ab und zu hin und erweisen sich für alle Kinder, die ihnen aufhelfen, als sehr knuddelig. Und dann entern sie sogar eines der Trampolins…

Kinderbereich
Leichte Unterhaltung im Kinderbereich | Foto: Andreas Jüttner
SAMSUNG CSC
Fliegende Masse: Im Fatsuite auf dem Trampolin

+++ 15.00 Uhr: Große Gefühle mit Timothy Auld +++

Von Holger Keller

Es sind sommerliche Klänge, easy und gechillt, die über den Mount Klotz in die Stadt getragen werden. Timothy Auld steht auf der Hauptbühne. Es ist 15 Uhr und der Nachmittag lädt zum Entspannen ein. Genau richtig, wenn Soul und Pop aufeinander treffen. Der gebürtige Londoner, jetzt in München zuhause, ist Musiker durch und durch. Und er ist Entertainer. Im Karohemd und Jeans, lässig mit weißen Sneakern, steht er am Mikro, ein Lächeln auf den Lippen und einem lockeren Spruch im Sinn. Dazu serviert er Musik, die sich am besten in einer Hängematte genießen lässt, mit einem Cocktail auf dem Beistelltisch und der Sonne im Gesicht. Belanglos wird er dabei nie, gefühlvoll das eine mal, energiegeladen ein anderes mal. Begleitet von Orgel, Telecaster-Gitarre und gelegentlichen Samples. Gegen Ende des Sets kredenzt er dem Publikum auf und vor dem Hügel noch seinen bekanntesten Song: „Waste Some Time“. Zeitverschwendung war sein Auftritt sicherlich nicht. Aber es gibt auch wieder andere, gemütliche Sonntagnachmittage.

Timothy Auld
Easy und gechillt schickt Timothy Auld seine Klänge über den Hügel. | Foto: Patrick Kastner

+++ 14.30 Uhr: Sphärische Klänge mit Novaa +++

Von Michael Schorpp

2015 war der Auftritt von Novaa auf der Hauptbühne noch dem schlechten Wetter zum Opfer gefallen, dieses Jahr hat es geklappt: Die junge Musikerin präsentierte in der Heimatstadt handwerklich gekonnt ihren Elektro-Indie-Sound. Novaa wirkt auf der Hauptbühne etwas verloren. Begleitet wird sie von nur einem zusätzlichen Musiker, der E-Drums spielt und Synthesizer-Klänge auslöst. Ihr Gesang ist begleitet von sphärischen Klängen, interessante Samples lassen aufhorchen. Novaas Art von Musik ist aber nicht gerade leicht zugänglich. Schade für Novaa: Sie passt besser zur blauen Stunde in einen Szeneclub als mittags auf das „Fest“.

Novaa
Sphärische Klänge am Nachmittag: Novaa. | Foto: Rake Hora

+++ 14.00 Uhr: Das Entenrennen ist in vollem Gang +++

Die Alb färbt sich wieder gelb: Für die gute Sache stürzen sich todesmutig Tausende Quietscheentchen ins Wasser – genau 7672 wurden verkauft.

Mehr zum Entenrennen gibt’s hier.


+++ 13.00 Uhr: Voller Einsatz am runden Geburtstag +++

Seinen 40. Geburtstag auf dem „Fest“ feiern – warum nicht? Etwas ganz anderes ist es aber, an diesem runden Ehrentag auf dem größten Sommerevent der Stadt zu arbeiten. Philipp Schätzle hat sich nicht etwa frei genommen, nein, er zeigt vollen Einsatz. Das Organisationsteam des „Fests“ ist eben eine eingeschworene Gemeinschaft, die für ihr Projekt alles gibt – da muss eben auch mal der Geburtstagskuchen zum 40. hintanstehen. Respekt für dieses Engagement – und von Herzen alles Gute zum Geburtstag wünscht das BNN-„Fest“-Team!

Philipp Schätzle
Philipp Schätzle wird heute 40 Jahre jung. Herzlichen Glückwunsch! | Foto: Rake Hora

+++ 12.00 Uhr: Dank an „Fest“-Familie +++

Von Tina Kampf
Ein großes Dankeschön an die „Fest“-Familie: In diesem Zeichen stand der Empfang am frühen Sonntagmittag. Sowohl Oberbürgermeister Frank Mentrup als auch Chef-Organisator Martin Wacker sprachen dem gesamten Team ihre Anerkennung aus. Bei dem Open-Air sind täglich rund 800 Helfer im Einsatz.
Mentrup sprach von einer „Fest“-Gemeinde, -Familie und -Gesellschaft. Der familiäre Charakter sei eine der Stärken der Veranstaltung. Die „Klotze“ sei in diesen Tagen der gesellschaftliche Mittelpunkt. Karlsruhe versuche nun, mit den Schlosslichtspielen, die im August starten, einen ähnlichen Treffpunkt-Anker zu etablieren.

Mentrup
Voll des Lobes ist der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup für die „Fest“-Organisatoren. | Foto: Rake Hora

Am „Fest“-Sonntag falle es ihm immer schwer, morgens zum „Fest“ zu gehen. „Und wenn ich da bin, frage ich mich, warum ich nicht schon eine Stunde früher gekommen bin“, so Mentrup. Die Zeit vor „Das Fest“ sei immer eine sehr intensive. Nun stehe die ruhigere Sommerzeit an. „Und es ist so, als ob man alles, was man im Leben vor hat, noch schnell erledigen will“, sagte der Oberbürgermeister.
Der Gemeinderat habe in den vergangenen Wochen und Monaten Exorbitantes geleistet. Der OB führte unter anderem Beschlüsse zum Wildpark an. Zudem würdigte er Erfolge der Kultur, der Wissenschaft und des Handels. Der OB erhielt lauten Applaus für seine Rede.
Eine positive Zwischenbilanz zog Fest-Organisator Martin Wacker zum Start in den dritten und letzten „Fest“-Tag. Gerade am Samstag hätten sich die Besucher nach den Wetterkapriolen vom Freitag „ihr Fest zurückgeholt“. 70.000 Besucher waren am Samstag auf dem „Fest“-Gelände. Es gab bisher einen Taschendiebstahl und zwei Fälle von Problemen in Folge von Alkoholmissbrauch, so Wacker.
Sechs Ärzte arbeiten die drei Tage über ehrenamtlich auf dem Open-Air, einer davon reiste eigens aus Paris an, einer aus London. „Und das nicht, weil wir keine Ärzte hätten, sondern weil sie dabei sein wollen“, betonte Mentrup. Er verwies auf das Engagement des Stadtjugendausschusses, der sicherstelle, dass es beim „Fest“ ein Angebot für alle gibt. Wacker warb explizit für die Angebote außerhalb des Bereichs vor dem Hügel wie die Theater- und Feldbühne sowie den Kinder- und Jugendbereich. „Es gibt Kultur in vielen Facetten.“


+++ 11.00 Uhr: Brötchen mit Mozart +++

Von Matthias Kuld

„Das Fest“ ohne den Klassik-Vormittag am Sonntag? Undenkbar. Was würden die Tausenden denn sonst machen, die diesen Event oft schon in jahrelanger Tradition besuchen? Diesen Sonntag servierte das Fest-Klassikorchester Mozart – ein Menü, das den allermeisten geschmeckt haben dürfte. Kam die Vorspeise (Divertimento Nr. 1 in D-Dur) noch etas blass daher, so schmeckten die beiden Hauptgänge um so mehr. Der Flötist Johannes Hustedt und der Klarinettist Sebastian Lastein überzeugten mit ihren solistischen Parts rundherum – prima unterstützt vom Orchester, dem Johann Beichel vorstand, der mit einigen Anekdoten aus dem bewegten Mozart’schen Leben und Informationen zu den Werken durch das anderthalbstündige Programm führte. Zwischengang war die sehr spannungsreich präsentierte „Kleine Nachtmusik“.

Das Publikum war angetan – vor allem auch davon, dass Beichel und sein Orchester einen Satz aus dem concerto grosso „Palladio“ von Karl Jenkins im Gepäck hatten, der als Dessert gereicht wurde. Die Nachspeise mundete, die „Fest-Familie“ begehrte einen Nachschlag.  Zufriedenheit rundum, nachdem die „Fest“-Veranstalter auch diesmal den Klassik-Vormittag im Programm hatten.

Das Klassikfrühstück auf dem Hügel im Zeitraffer:

 

 


+++ Vorschau: Von Klassik bis Rock’n’Roll +++

Am letzten Tag von „Das Fest“ gibt es die ganze musikalische Bandbreite auf die Ohren.

Hauptbühne

10 Uhr: Klassikfrühstück, 14 Uhr: Novaa, 15 Uhr: Timothy Auld, 16.15 Uhr: Max Giesinger,17.30: Uhr Dellé, 19 Uhr: Milky Chance, 21 Uhr: Element of Crime.

Feldbühne

12.30 Uhr: Badze, 13 Uhr: Best oft he show, 14.15 Uhr Brickline, 15,15 Uhr: Run Insane, 16.15 Uhr: Karaokoe Show, 18.30 Uhr: 3dgar, 19.45 Uhr: FuGu Mango, 21.30 Uhr: Kofelgschroa.

DJ-Bühne

17 Uhr: Julian Bender, 18.00 Uhr: Frederic le Roque; 19 Uhr: Smoking Tuna, 20 Uhr: Marius Lehnert,    21.30 Uhr: Konstantin Sibold.

Kulturbühne

13 Uhr: Magische Attraktionen, 15 Uhr: Coup de Foudre, 16.30 Uhr: Circensische & Bewegungskünste,   18 Uhr: Best of Staatstheater, 19.45 Uhr: Showgirls, 20.30 Uhr: Lange Nacht der kurzen Stücke.

Straßentheater

Von 12.30 Uhr bis 22.30 Uhr gibt es neben der Kulturbühne und entlang des Karl-Wolf-Wegs jede Menge Auftritte.

Entenrennen

Start um 13 Uhr an der Straßenbahn-Brücke


Samstag, 23. Juli

Rake HORA
Große Bühnenshow bei Fettes Brot auf dem „Fest“ am Samstag. Foto: Rake Hora | Foto: Rake Hora

+++ 23.00 Uhr/ Kurzkritik: Wenn das Brot mit Freunden feiert, dann knallt’s +++ 

 

Von Anna Gienger

Auf der Bühne stehen sie, die drei Jungs aus dem schönen Hamburg. Mittlerweile sind auch sie ein wenig reifer geworden, König Boris, Björn Beton und Doktor Renz, der heute seinen 42. Geburtstag feiert. Mit Klassikern des deutschen HipHops wie “Emanuela”, “Jein” und “Schwule Mädchen” heizen die “Brote” dem Platz vor der Hauptbühne und dem Hügel mächtig ein. Vor über 20 Jahren haben sie ihre erste Platte gemacht und noch immer lassen sie live so “die Sau raus” wie kaum eine andere deutsche Band. Seit Rock am Ring wegen der schlechten Wetterverhältnisse für den dritten Festival-Tag keine Spiel-Genehmigung erhalten hat, ist “Das Fest” das erste Festival, auf dem die Brote spielen. Und sie genießen es, sie drehen richtig auf. Die Fans alias “Geiler Haufen” springen, werfen die Arme in die Luft und feiern den Abend bei bestem Wetter. Ernst muss natürlich auch sein, so ganz bekommt man die Hintergedanken nach der gestrigen Gewallttat in München nicht aus dem Kopf. Als Doktor Renz den Klassiker “An Tagen wie diesen” anstimmt, ist die Stimmung in der Menge melancholisch. “Das Fest” bedankt sich für die großartige Unterhaltung mit ausgiebigem Jubel. Das war fett!

Fettes Brot
Fettes Brot feiert eine richtig fette Geburtstagsparty | Foto: Rake Hora

+++ 21.50 Uhr / Dark Fela aus Straßburg auf der DJ-Bühne +++

Der Straßburger DJ Dark Fela steht für dunklen Klang-Minimalismus. Er gehört zu den kreativen Innovatoren der Straßburger Elektronik-Szene und begeisterte mit seinem Stil das Karlsruher Punkt. BNN-Reporter und Elektro-Spezialist Christian Schäfer sagt: „Dark Fela groovt die Location. Bislang war das für mich die beste Stimmung im DJ Bereich.“ Die Karlsruher feierten den Straßburger unter anderem mit Breakdance-Einlagen direkt vor der Bühne.


+++ 21.50 Uhr / Fettes Brot schmeißt Geburtstagsparty +++

 

„Happy Birthday“ stand zwar nicht auf der Setlist, wurde aber trotzdem gesungen. Und zwar von den leidenschaftlichen Fans der Hamburger Band Fettes Brot. Denn Doktor Renz alias Martin Vandreier wurde an diesem Festtag 42 Jahre alt. Eine bessere Geburtstagsparty als die in Karlsruhe rund um den Mount Klotz kann man sich wohl kaum wünschen.

Ein Getränk zum Anstoßen gehört zur späten Stunde für viele dazu. Aufgeschnapptes Zitat eines begeisterten Klotzianers: „Das Brot ist so räudig, ich betrink mich!“ Dem ist von Seiten des Ticker-Teams nichts hinzuzufügen.

 

Fettes Brot
Fettes Brot feiert eine fette Geburtstagsparty am Fest-Samstag in Karlsruhe. | Foto: Mori Monteiro

 


+++ 21.40 Uhr / Wacker: „Idealer Festivaltag“ +++

Endlich strahlende Gesichter bei dem „Fest“-Veranstaltern: „Das ist ein idealer Festivaltag“, sagt Cheforganisator Martin Wacker bei einer Pressekonferenz am Samstagabend. Trübte am Freitag der Regen noch Stimmung und Besucherzahlen, war es am zweiten Tag des Open Airs schnell voll in der Klotze.

Die Polizei spricht von 30.000 Besuchern im frei zugänglichen Bereich. „Es ist dort so voll wie sonst sonntags“, so Wacker. Vor den Ständen bilden sich lange Schlangen. Im Bereich vor der Hauptbühne wurden rund 40.000 Besucher registriert. Der Hügel ist voll.

Huegelzelt Huete
Sonne satt: Auf dem Hügel ist es voll. | Foto: Rake Hora

Anreise-Staus blieben weitgehend aus, die Parkplätze sind jedoch voll. Gut angenommen wird nach Auskunft der „Fest“-Macher der bewachte Fahrradparkplatz. Dieses Angebot soll ausgebaut werden.

Die Polizei bilanziert einen Taschendiebstahl und acht Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Das DRK musste 45 mal eingreifen, wobei alle Patienten selbstständig das Zelt der Helfer verlassen konnten.

Ein Meteorologe des KIT ist ständig auf dem Gelände im Einsatz. Die Prognosen für Sonntag seien wie für den Samstag. „Also sind sie gut“, so Wacker. Er betrat vor dem Auftritt von „Fettes Brot“ die Hauptbühne, um die Zuschauer um einen Moment des Gedenkens für die Opfer von München zu bitten.

„Es wird leider immer wieder Menschen geben, die solche Taten begehen“, so der „Fest“-Chef. Jeder habe jedoch die Möglichkeit, zu verhindern, dass Einsamkeit in Verzweiflung und Hass in Gewalt eskaliert. „Hass führt zu mehr Hass. Menschlichkeit und Offenheit führen zu mehr Menschlichkeit und Offenheit. In diesem Geist der Offenheit und des Miteinanders feiern wir seit über 30 Jahren unser ,Fest` in Karlsruhe“, so Wacker.


+++ 20.30 Uhr / Kurzkritik: „Wanda“ bringt Amore auf den Hügel +++

Von Marcel Winter

„Wenn jemand fragt, wofür du stehst?“, ruft Michael Marco Fitzthum ein paarmal von der Hauptbühne. „Sag für Amore!“, schallt es dem Sänger der österreichischen Band „Wanda“ entgegen. Um die Liebe, darum geht es den fünf Jungs aus Wien in ihren Songs. Und um Schnaps. Sie sind Lebemänner, unangepasst und wild. Ein bisschen wie Falco, mit genauso viel Alkohol. Zigaretten gehören zum Lebensgefühl, genau wie die Freiheit während einer Tour mit dem Bandbus. Gespielt haben sie auf fast allen großen Festivals in diesem Sommer, da darf natürlich „Das Fest“ nicht fehlen. „Ich glaube, man kann in der Liebe immer nur kurzweilig sein Glück finden und dann gibt es wieder Probleme und Schwierigkeiten“, sagte Sänger Fitzthum im BNN-Interview – darum geht es auch in ihren Songs: Um nicht erwiderte Liebe, Alkohol, Trennungen und den Tod. „Wir leben wild, da bin ich mir sicher. Aber nicht wilder als andere auch“, findet Fitzthum. Ohne große Ansagen führt er durch das Konzert. Es scheint, als will „Wanda“ die volle Zeit nutzen, um ihre beiden bisherigen Alben zu präsentieren. Bennant ist die Band übrigens nach der bekannten Wiener Zuhälterin Wanda Kuchwalek. Es passt zum Image: wild, unangepasst, ein bisschen wie Falco. Als ihr größter Hit „Bologna“ ertönt, rockt der Hügel – zumindest ein bisschen. Hier ist Karlsruhe, nicht Wien. Hier ist „Das Fest“, nicht der Prater. Karlsruhe meine Stadt!

Kein Fisch namens Wanda, sondern eine coole Band aus Wien in Karlsruhe auf der "Fest"-Bühne.
Kein Fisch namens Wanda, sondern eine coole Band aus Wien in Karlsruhe auf der „Fest“-Bühne.

+++ 20.20 Uhr / Es gibt Brot: Fetter Geburtstagsgruß vom BNN-Fest-Team +++

Auf dem „Fest“ wird beim nächsten Auftritt besonders gefeiert – denn ein Drittel des Hamburger Trios Fettes Brot hat heute Geburtstag: Doktor Renz alias Martin Vandreier wird 42 Jahre alt. Den Hügel dürfte der gute Mann in guter Erinnerung haben, stellte er doch beim Gastspiel der Brote beim „Fest“ 2008 die schöne Frage: „War das schon vorher ein Hügel oder steht ihr alle aufeinander?“ Und seit dem Brote-Track „Meh‘ Bier“ weiß man auch, warum der Gerstensaft „das Partytier in mir“ weckt – „weil ich ein Brötchen bin“, heißt es dort. In der Hoffnung auf eine entsprechend fette Party gratuliert die „Fest“-Mannschaft der BNN heute mit Geburtstags-Brötchen!

BNN-"Fest"-Team gratuliert
Geburtstagsgruß für Fettes Brot: Das BNN-„Fest“-Team gratuliert einem Drittel des Trios zum Wiegenfest. | Foto: Rake Hora

+++ 20.15 Uhr / DJ Dark Fela ist beeindruckt +++

Dark Fela, ein DJ der Straßburger Elektronikszene, legt heute Abend ab 21 Uhr auf der DJ-Bühne auf. Kurz vor dem Gig sagt er zu BNN-Reporter Christian Schäfer: „Ich bin von der Organisation des „Festes“ sehr beeindruckt. In Straßburg wäre es schwer, ein solches Festival zu veranstalten.“ Das Klischee stimmt aus Sicht des Franzosen also: Die gründlichen Deutschen mal wieder.

+++ 19.20 Uhr / Kurzkritik: „Von Brücken“ und von Herzen +++

Von Anne Weiss

Was „Von Brücken“ macht, kommt von Herzen. Vielschichtiger Indie-Pop und Lyrics mit einigem Gepäck zwischen den Zeilen, lassen den Hügel am frühen Abend wippen. In den Songs vom Album „Weit weg von fertig“, dass Ex-„Jupiter-Jones“-Sänger Nicolas Müller mit Band-Kollege Tobias Schmitz geschrieben hat, geht’s um alles: um Angst und Hoffnung, Hinfallen und Aufstehen, Leben und Sterben – und das am Ende trotzdem ganz ohne Plattitüden.
Und dann gibt’s bei „Von Brücken“ noch diese andere Ebene: Dass die Jungs und ihre Songs durchaus politisch sein können, zeigen Songs wie „Blendgranaten“. Damit richtet sich Müller gegen Rechtspopulisten, Wutbürger und kommentiert die Debatte um Flüchtlingspolitik. Doch so laut wie bei an dieser Stelle wird’s dennoch eher selten.
Die leiseren Töne machen bei „Von Brücken“ die Musik.

Bruecken
Von Herzen: Die Indie-Pop-Band „Von Brücken“ am Samstagabend auf dem „Fest“ | Foto: Rake Hora

Dieser Auftritt lebt vor allem von der Interaktion Müllers mit dem Publikum, mit dem er spricht, als wären alle gute Freunde und dem er mit seinen Songs das erzählt, was man eigentlich auch nur mit solchen teilt.  „Ich bin einer von euch / jeder Tag, auf den wir warten, soll der Nächste sein“, singt Müller, unterstützt von sechsköpfiger Band, die den passenden, vollen Klangteppich legt für schön sentimentale Popsongs.

Rake HORA
Rake HORA | Foto: Rake Hora

+++ 19.00 Uhr / Brotzeit muss sein +++

Auch Fest-Besucher bekommen mal Hunger. Pünktlich zur Abendbrotzeit staut es sich mächtig vor den Gastro-Angeboten. Am Stand von „Handbrotzeit“ beispielsweise darf man gerade keinen akuten Hungerast haben. Geduld ist gefragt.

Essen
Abendbrot bei der „Handbrotzeit“: Auch die härtesten Fest_Fans bekommen auch mal Hunger. | Foto: Schäfer

+++ 18.30 Uhr / Das Wetter hält +++

Laut Prognose können heute Abend die Regencapes weggepackt bleiben – kein Regen in Sicht! Zwar ziehen über Deutschland auch heute einige Regengebiete, aber über Karlsruhe machen sie einen Bogen. Nur ein paar kleine Wölkchen zeigen sich am blauen Himmel, während sich der „Fest“-Hügel langsam füllt. Flipflops statt Gummistiefel, lautet der Dresscode.

Regenradar
Regenradar vom Samstagabend – Quelle: Wetteronline.de
Fest-Hügel am Samstagnachmittag
Bei strahlendem Sonnenschein füllt sich der „Fest“-Hügel am Samstagnachmittag. | Foto: Rake Hora

+++ 18.00 Uhr / Polizei: Sicherheit auf dem „Fest“ ist gewährleistet +++ 

Das Sicherheitskonzept auf dem „Fest“ hat sich auch nach München nicht grundlegend geändert. „Nachdem wir erfahren haben, dass es sich in München nicht um einen islamistischen Anschlag, sondern um die Tat eines Einzelnen handelt, wussten wir, dass keine Veränderungen am allgemeinen Sicherheitskonzept nötig sind“, so Fritz Rüffel, Leiter des Polizeireviers West und Einsatzleiter auf dem „Fest“.

Die Polizei unterstützt mit insgesamt 100 Beamten pro Tag das Sicherheitspersonal auf dem Festivalgelände. „Wir zeigen an den Eingängen Präsenz“, um den Leuten zu zeigen: Wir sind da, falls etwas passieren sollte“, so Rüffel. Personal sei nicht erhöht worden, alles laufe wie geplant – allerdings seien die Sicherheitsleute angewiesen, beim Eingang die Taschen noch konsequenter zu kontrollieren. „Das Fest“ kann also ganz normal weitergehen – anders als das Tollwood Festival im Süden des Münchner Olympiastadions, das abgesagt wurde. „Wir fühlen mit den Organisatoren“, so „Fest“-Macher Martin Wacker, „wir wissen, was es bedeutet, so ein Festival absagen zu müssen.“

 

Polizeisprecher im Interview mit Reporter
Einsatzleiter Fritz Rüffel erklärt vor Journalisten: Die Lage ist sicher. | Foto: Tanja Mori Monteiro

+++ 17.15 Uhr / Stimme und Stimmung bei „Razz“ +++ 

Von Stefanie Prinz

Düstere Synthesizer und rhythmische Indie-Rock-Gitarren haben „Razz“ aus dem Emsland nach Karlsruhe mitgebracht – und über allem steht eine raue Stimme, die nicht gerade so klingt, als würde sie einem Jungen aus der Provinz gehören, sondern viel älter. „Man muss ja nicht tanzen“, sagt Sänger Niklas Keiser, „auch Kopfnicken in der letzten Reihe ist eine Art Zustimmung“. Da haben sich die Karlsruher längst für Ersteres entschieden: Gitarrist Christian Knippen und Bassist Lukas Bruns sind nicht mehr die einzigen, die auf und ab hüpfen. Mit einem Jahr Verspätung tritt die junge Band, die als neue deutsche Indie-Hoffnung gefeiert wird, auf der „Fest“-Hauptbühne auf: Auch ihr Konzert fiel im vergangenen Jahr dem Wetter zum Opfer. Als sie loslegen, klingen „Razz“, als hätte sie in mehrere Schubladen geschaut: ein bisschen wie die ebenfalls Hügel-erfahrenen „Editors“, ein bisschen wie die US-Rocker „Kings of Leon“, und ein bisschen mehr wie die Alternative-Rock-Band „White Lies“.

Razz in concert
Yes, that’s Razz! Die Band sorgt am späten Samstagnachmittag für Stimmung. | Foto: Rake Hora

+++ 17.10 Uhr / Chefreporter BeNNi rockt das Fest +++ 

 


+++ 16.45 Uhr / Helden an der Luftgitarre +++ 

Die Luftgitarre ist naturgemäß das am meisten gespielte Instrument auf einem Musikfestival. Wem die klassische Variante (Luft ohne alles) zu spartanisch ist, der kann auch auf das Upgrade-Modell umsteigen, das im #Festnetz-Video von Karin Stenftenagel vorgestellt wird. Das Motto am BNN-Stand: Rocken und zum GITARRERO werden.

 


+++ 15.30 Uhr /Kurzkritik: Funk mit frischem Sex-Appeal: Joey Voodoo+++ 

Von Sibylle Kranich

Honigkuchenschnitzel jemand? Joey Voodoo servieren sie um kurz vor 15 Uhr auf der Hauptbühne. 2013 fanden die vier Jungs aus dem Großraum Mannheim/Heidelberg zusammen und seitdem haben sie Bühnenerfahrung gesammelt bei Live-Gigs in ganz Süddeutschland und bei Band-Wettbewerben. Einem davon, dem „new.bands.festival“ verdanken sie den Auftritt bei „Das Fest“. Für die Mittagsflaneure in der prallen Sonne vor der Hauptbühne sind „Joey Voodoo“ auf jeden Fall ein Gewinn. Zum Backbeat der Drums fällt es schwer, die Füße stillzuhalten. Treibende Rhythmik und die ziemlich interessante Stimme des charismatischen Frontmanns im offenen Leopardenjäckchen tun ihr übriges. Wie „funkige Honigkuchenschnitzel“ hätten sie sich auf den Auftritt in KA gefreut, ließen die vier via Facebook wissen. Und wie es schmeckt, was sie da servieren? Nach Funk à la Red Hot Chilli Peppers – bisschen härter vielleicht, aber auf jeden Fall so, dass immer mehr Besucher vor der Bühne hängenbleiben. Mit Voodoozauber hat das gar nix zu tun, eher mit dem stimmigen Sound der Band. Gut, dass sie zwischendrin immer mal wieder betonen, dass Funk ihr Ding ist. Aber spätestens bei „Dont You Make It Stop“ bricht das durch, was der Funk schnödem Rock voraus hat: Das Sex-Appeal, dass der Beckenboden schneller begreift als der Kopf. Aufgeheizt und angefixt verlangt das Publikum nach einer Zugabe und bekommt sie auch.

Joey Voodoo
Joey Voodoo in funkiger Aktion auf der Fest-Hauptbühne | Foto: Rake Hora

+++ 15.30 Uhr /  BeNNi nimmt ein Bad in der Menge +++ 

Unser BNN-Maskottchen Chefreporter BeNNi nimmt auf dem „Fest“ ein Bad in der Menge. Fast wie ein richtiger Rockstar beim Stage Diving. Nur, dass BeNNi noch viel cooler ist. Er liest dabei noch in aller Ruhe das Fest-Magazin. ENT-zückend!

Benni
Bad in der Menge: BNN-Maskottchen und Chefreporter mit Enten | Foto: Mori Monteiro

+++ 15.05 Uhr /  Musik? Trotzdem schön hier +++ 

 

Vorfreude auf „Das Fest“ sieht anders aus, möchte man meinen. Trotzdem: Wer bei Wind und Wetter, stechender Sonne oder heftigem Wind als einer der ersten am Fuße des Mount Klotz auftaucht, der muss echter Fan der berühmten „Fest“-Atmosphäre sein. Und für die überwindet manch einer auch noch die heftigste Abneigung gegen Musik und packt sie lieber ironisch aufs T-Shirt.

Hass Musik Bühne
Genau am richtigen Platz, der gute Mann. | Foto: Anne Weiss

+++ 14.25 Uhr / Kurzkritik: Runway Lights +++

Von Anne Weiss

Von der Karlsruher Formation „Runway Lights“ gibt’s astreinen Progressive Rock. Und besonders treue Fans halten auch hier die Stellung, etwa Bassisten-Sohn-Jonathan, der stolz sein Plakat Richtung Bühne streckt – ausgestattet mit dicken Ohrschützern. Die könnte gut und gerne auch mancher der vereinzelten Zuschauer brauchen, denn „Runway Lights“ hauen den „Fest“-Besuchern ordentlich was um die Ohren: nämlich erdigen Alternative-Sound, Songs für leidende KSC-Fans und vom Schlagzeug gibt’s obendrauf schonmal dribbelnde Metall-Einlagen.

Runway Lights
Coole Jungs: Runway Lights auf der „Fest“-Hauptbühne | Foto: Rake Hora

+++ 13.50 Uhr / Kurzkritik: Mats Heilig mit Gute-Laune-Pop +++

Von Stefanie Prinz

„Wir wollen einfach nur Spaß haben“, sagt Mats Heilig. Gar nicht so einfach nach den Ereignissen von München, und auf der Hauptbühne ist der Singer-Songwriter der erste Act des zweiten „Fest“-Tages. Vor der Bühne und auf dem Hügel zählt man noch nicht besonders viele Zuhörer – dafür sind darunter einige – vor allem junge weibliche – Fans, die die Texte mindestens so gut auswendig kennen wie der Ettlinger Sänger selbst. „Lächle, und die Sonne scheint auf dich und mich“, singt der 24-Jährige, der inzwischen in Berlin lebt. Das tut sie tatsächlich, freut er sich zwischen seinen locker-flockigen Gute-Laune-Popsongs: „Wir standen vor einem Jahr fast genau hier, aber nicht auf der Bühne, sondern dahinter, und wollten drauf.“ Vor einem Jahr hatten Wind und Wetter der Band einen Strich durch die Rechnung gemacht: Das Konzert war ausgefallen.

Mats heilig
Launig: Das „Fest“ startet mit Mats Heilig entspannt in den zweiten Tag. | Foto: Mori Monteiro

+++ 13.00 Uhr / Der zweite „Fest“-Tag hat begonnen / Alles wird gut +++

Mats Heilig hat den zweiten „Fest“-Tag eröffnet. Die Stimmung ist gut, immerhin regnet es nicht. Veranstalter und Besucher können heute auf deutlich besseres Wetter hoffen als am Freitag. Eine dezente Reaktion auf München gibt es auch schon: Auf dem großen Bildschirm an der Hauptbühne zeugt ein virtuelles Kondolenz-Band von der Anteilnahme für die Opfer und Hinterbliebenen in München. Doch die „Fest“-Verantwortlichen belassen es nicht bei Symbolen. Wie ein Sprecher bestätigte, sind die Einlasskontrollen noch einmal verschärft worden. Bitte also ein kleines bisschen mehr Zeit einplanen bei der Ankunft auf dem Gelände. Wir vom BNN-Team freuen uns auf einen schönen Tag mit großartiger Musik und ebensolchen Leuten. Alles wird gut!

Reaktion auf München: Eine virtuelle Kondozlenzschleife an der Hauptbühne
Reaktion auf München: Eine virtuelle Kondolenzschleife an der Hauptbühne

+++ 9:00 Uhr / Vorschau: Der zweite Tag +++

Hauptbühne (nur mit Tickets)

Das volle Programm gibt es heute vom Mount Klotz bei hoffentlich besserem Wetter als zum gestrigen Auftakt zu sehen. Die Künstler auf der Hauptbühne geben sich sozusagen die Klinke in die Hand – gleich acht Auftritte wird es geben. Um 13 Uhr startet der Ettlinger Mats Heilig mit selbstkomponierten deutschen Liedern, im Anschluss beginnt ab 13.50 Uhr die Karlsruher Rockband Runway Lights mit ihrem Heimspiel. Ebenfalls aus der Fächerstadt kommt die Funkrock-Band Joey Voodoo, die um 14.50 Uhr auf die Bretter geht. Razz, die ab 16 Uhr am Start sind, spielen deutschen Indie-Pop, im Anschluss daran stehen von Brücken ab 17.30 Uhr auf der Bühne. Die österreichische Popband Wanda wird ab 19 Uhr versuchen, „Amore“ auf dem Hügel zu verbreiten. Der Headliner des heutigen abends ist Fettes Brot. Ganz Karlsruhe freut sich darauf, wenn die Hamburger die Menge in der „Klotze“ zum Kochen bringen. Zum „Night Club“ bittet abschließend die Disco-Kapelle Django 3000.

Feldbühne (frei zugänglich)

Auch ohne Ticket gibt es beim „Fest“ Musik auf die Ohren. Sieben Bands gehen auf der frei zugänglichen „Feldbühne“ an den Start. Los geht’s um 13.30 Uhr mit Caramuru. Orange Date (14.45 Uhr), Endless Second (16 Uhr) und The Black Passage (17.15 Uhr) bringen die Zuschauer über den Mittag. Das Abendprogramm eröffnet Rosetta um 18.30 Uhr, gefolgt von Yast (20.15 Uhr) und Hornsman Coyote & Soulcraft um 22.15 Uhr.

Kulturbühne (frei zugänglich)

„Etwas Kultur muss sein“, heißt es in einem Song der Band Rammstein. Dies gilt auch diesen Samstag beim „Fest“, wo es auf der Kulturbühne im frei zugänglichen Bereich über 10 Stunden Darbietungen gibt. Ab 14 Uhr gibt es Programm für Kids mit „Magischen Attraktionen“, dem Saxophone Man sowie Tanz und Artistik, immer wieder unterbrochen von Literarischen Beiträgen für Erwachsene sowie der Schlagzeugmafia (19 Uhr). Um  20.30 Uhr beginnt die „Nacht der langen Stücke“, eine Feuershow gibt es schließlich ab 22.30 Uhr zu sehen.

DJ-Bühne (frei zugänglich)

Elektronische Musik (fast) ohne Ende gibt es auf der DJ-Bühne. Hier startet der „Fest“-Samstag ab 17 Uhr, das Ende ist aber nahezu offen. Frische Ernte zum Auftakt, Malis & Yugo (18.30 Uhr), Discomat (20 Uhr), DJ Darf Fela (21 Uhr), D-Vine (22 Uhr) und DJ Soulfood (23 Uhr) werden die Techno- und Dancefans mit Beats versorgen.

Im Sportpark bei der Europahalle findet ab ab 14 Uhr die Vorentscheidung für die Skateboard- und BMX Miniramp-Challenge statt. Das Finale dazu steigt am Sonntag. Außerdem gibt es eine Graffiti-Session ab 15 Uhr. Dazu werden Longboard-Workshops zwischen 14 und 20 Uhr angeboten.


Freitag, 22. Juli

+++ Zeichen der Solidarität mit München +++

Die Fest-Macher zeigen sich erschüttert von den Ereignissen in München. Für den Samstag kündigen sie ein Zeichen der Solidarität an. Bereits beim Vor-Fest gedachte man der Opfer des Terrors in Nizza.

Zur Stunde der Schüsse in München stand die Band Moop Mama auf der Bühne, die aus der bayerischen Landeshauptstadt stammt. Nach ihrem Auftritt erfuhren sie von ihrem Management von den Ereignissen. „Sie sind bestürzt“, so Fest-Chef Martin Wacker.


+++Kurzkritik: William Fitzsimmons: Schlechte Voraussetzungen für den Nightclub-Barden+++

Von Anne Weiss

William Fitzsimmons hat es schwer im „Fest“-Nightclub. Dass sich nach dem ersten Song auf einem Konzert des amerikanischen Singer/Songwriters kaum einer rührt oder applaudiert, kommt häufiger vor. Denn kaum einer vereint traurige Songs so charmant mit ironischen Kommentaren wie der studierte Psychologe mit dem eindrucksvollen Bart. Vor dem sich langsam leerenden Hügel kann der Folk-Barde mit seinen zarten Klängen aber kaum zum Publikum durchdringen. Zu laut ist der Abbau der Kullisse seines Vorgängers Rea Garvey, die Stunde ziemlich spät und der Regen hartnäckig. Dennoch: Nach ein paar Songs packt der Pittsburger auch das Karlsruher Publikum und mit dem stetig prasselnden Regen rieselt herrlich melancholischer Folk-Sound zum Abschluss des Abends auf die Klotze nieder – wie passend.

William Fitzsimmons beschließt den Fest-Freitag mit seiner Gitarre
William Fitzsimmons beschließt den Fest-Freitag mit seiner Gitarre | Foto: Mori Monteiro

+++ 22.35 Uhr Kurzkritik: Rea Garvey, der Tausendsassa +++

Von Peter J. Funk

Rea Garvey ist ein Tausendsassa. Der Ire wickelt den Hügel mit seiner netten Art in kürzester Zeit um den kleinen Finger. Zwar ist der Platz vor der Hauptbühne und unterhalb der zwei berühmten Hügelbäume wegen des Regens nicht richtig voll, die die da sind lassen sich den Spaß aber nicht verderben. Garvey ist pathetisch, aber nicht zu dick aufgetragen. „Das, was ihr in den Medien hört, ist nicht alles … wir müssen Hoffnung haben“, sagt er – und spielt auf die schrecklichen Ereignisse von München an. „Run For The Border“ heißt der Song, den er dann spielt, und man möchte ihm beipflichten. Mit dem isländischen Fußballgruß hat er dann sein Publikum endgültig an der Angel. Dann: „Supergirl“, und der Hügel singt mit. Was will man mehr.


+++ 21.20 Uhr Un-fuckin-fassbar: Rea Garvey live on stage +++

Der Topact des Fest-Freitags rockt auf der Hauptbühne. Die Stimmung ist trotz der Dauerdusche prächtig.


+++ 21.05 Uhr Fest-Chef Martin Wacker: „Einige haben Tränen in den Augen“ +++

„Das Fest“ ist mit einem blauen Auge davongekommen. Das sagt Festival-Chef Martin Wacker gerade im Live-Interview:

38000 Besucher sind insgesamt auf dem Gelände, 28000 davon im Hügelbereich. „Aufgrund des Wetters sind viele erst gar nicht zu uns gekommen. Aber es hätte schlimmer kommen können“, so Wacker. Viele der Mitarbeiter seien die vergangenen Wochen an ihre Grenzen gegangen. Dieser Einsatz sei durch das Wetter nicht belohnt worden. „Einige haben Tränen in den Augen.“ Wacker appelliert an die Freunde des Festivals, am Samstag auf das Gelände zu kommen – auch wenn es regnen sollte. „Feiert mit uns eine Party.“

Wacker Das Fest
Nachdenklich: Festival-Chef Martin Wacker und seine Mitstreiter vor Journalisten im „Fest“-Pressezelt am Freitagabend. | Foto: Rake Hora

+++ 20.40 Uhr Moop Mama durften durchspielen  +++

Von Andreas Jüttner

„Es kommt ja nicht alle Tage vor, dass man sich mit seinem Publikum über das Wetter unterhalten kann“, grinst MC Keno ungefähr zur Hälfte des Sets von Moop Mama. „Also, wir finden es ganz okay – aber wir sind ja auch einiges gewohnt…“. Schon klar – im vergangenen Jahr musste die Band nach 15 Minuten wegen eines Unwetters die Bühne räumen. Daher ist es schon ein Erfolg, dass diesmal durchgespielt werden konnte. Und nach Kenos Motto „Wer Blumen will, der braucht auch Regen“, lässt sich die zehnköpfige Formation, die den Marching-Band-Sound aus New Orleans mit frechen deutschen Hip-Hop-Texten mixt, vom Wetter nicht aus dem Konzept bringen. Das Publikum auch nicht: Dank der roten Sommerhüte, die von der Sparkasse verteilt werden, wirkten viele Besucher wie abgestimmt auf das rote Outfit der Band. Gut gelaunt und regenjackengeschützt tanzt man zu den fetten Grooves, die mitunter an die „Fest“-Legenden Seeed erinnern. Und bejubelt wird auch ein Titel wie „Löscht das Internet“ – auch wenn wohl keiner Kenos Einladung nachgekommen ist: „Bei diesem Song könnt ihr alle eure Handys rausholen – und in hohem Bogen wegwerfen.“ Bei der furiosen Show wissen weder die Musiker noch die meisten Besucher von den schrecklichen Vorfällen in München, dennoch haben Moop Mama die Unsicherheit der Welt in einem Song aufgegriffen. „Das Friedenszeichen zeigen fällt schwer in diesen Zeiten“ heißt es in der Beschwerde an den „Sehr geehrten Herrn der Lage“. Umso stärker, wie Moop Mama es dennoch tun. Ein gelungener Auftritt, der an einem schönen Sommerabend zur Legende geworden wäre.


+++ 19.50 Uhr Es regnet sich ein – aber es geht weiter  +++

Die ersten Regentropfen fallen, die Zelte werden befestigt. „Die Unwetterfront kommt, aber nach einer halben Stunde wird es besser“, sagte Fest-Sprecher Philipp Schätzle um kurz nach 19 Uhr. Die Devise an die Besucher lautet: „Macht Euch wetterfest!“ Wer also erst zu Rea Garvey kommen will, kann die Regenfront abwarten. Auf der Band Moop Mama, bei der schon im vergangenen Jahr „Das Fest“ am Freitagabend wegen eines Gewitters abgebrochen werden musste, lastet ein besonderer Fluch. Die Münchner Brass Band ging deshalb schon zehn Minuten vor dem geplanten Termin kurz vor 19 Uhr auf die Bühne, um dieses Jahr etwas länger spielen zu können. Die Band trägt ihr Wetter-Schicksal mit Fassung. Immerhin gibt es diesmal keinen Konzertabbruch. „Ab hier ist alles mehr als letztes Jahr“, ruft Sänger Keno Langbein in die Menge nach dem die ersten Songs gespielt sind.

Unterdessen nimmt der Regen im Verlauf des Konzertes zu. Die meisten Zuschauer bleiben tapfer, doch einige bewegen sich schon in Richtung der Ausgänge.

 


+++ 19 Uhr / Kurzkritik: Mother Tongue:  +++

Von Britta Baier

Während sich der Himmel immer weiter verdunkelt, schrecken auch die vier Jungs auf der Bühne nicht vor düsteren Klängen zurück. Mit Songs wie „Casper“ und „Walk in the shadow with me“ thematisiert das Gespann um Sänger, Bassist und Frontmann David „Davo“ Gould Themen wie Tod, Wut und die Abgründe menschlicher Psyche. Applaus und Jubel sind laut, doch zum wirklichen Abfeiern lässt sich das Publikum auf dem immer volleren Mount Klotz noch nicht bewegen. Beim bluesigen „All tings have crumbled“ vereinigen sich aber hunderte Stimmen zum gemeinsamen Chorus. „Fuck them all“: Mit diesem Abschlusssong haut die Gruppe aus Los Angeles dann noch einmal alles raus, was die Speaker hergeben. Kurz nach dem der letzte Ton verklungen ist, fällt der erste Regentropfen.


+++ 18.30 Uhr / Spitze Schreie bei Mother Tongue:  +++

Die kalifornische Alternative-Rock-Band Mother Tongue ist der dritte Act am Freitagnachmittag. So langsam füllt sich die Klotze und auch die Stimmungskurve steigt. Zur kraftvollen Musik auf der Bühne mischen sich die ersten spitzen Begeisterungsschreie aus dem Publikum.

 SHOUTER: Mother Tongue aus Kalifornien
SUPER SHOUTER: Mother Tongue aus Kalifornien geben auf der Bühne alles. | Foto: Rake Hora

+++ 17.45 Uhr / Wetter-Weissagungen: Kommt Regen und wenn ja wieviel? +++

Die Blicke auf dem „Fest“ gehen an diesem Freitagnachmittag nicht nur zur Bühne, sondern auch nach oben – Richtung Himmel. Hält das Wetter oder nicht? Nach den teilweise schweren Unwettern bei anderen Festivals in diesem Jahr ist die Nervosität teilweise groß. Nicht so bei „Fest“-Organisator Sven Varsek. Er sagt gegen 18 Uhr: Nur die Ruhe. Es bleibt weitgehend trocken.

Ein Blick auf einschlägige Regenradar-Apps zeigt aber: Es könnte knapp werden. Von Süden ziehen dichte Regengebiete in Richtung Karlsruhe. Wiederholt sich die „Fest“-Geschichte? Als im vergangene Jahr die Formation Moop Mama auf der Bühne stand, prasselte der Regen los. Nach aktuellen Wetterdaten könnte auch diesmal der Regen zum Auftritt der Brass-Band aus München loslegen. Moop Mama ist für 19.10 Uhr auf der Hauptbühne angesagt.

Aktuelle Wetterinfos gibt es bei der Hochwasser-Vorhersagezentrale.

Regenradar vom Freitagnachmittag
Regenradar vom Freitagnachmittag | Foto: BNN

+++ 17.15 Uhr /  Kurzkritik: Voodoo Kiss rockten trotz Stau +++

Von Christian Schäfer

Wer wegen des im Programmheft angekündigten Blues den Auftritt von „Voodoo Kiss“ verfolgen wollte, war wohl im ersten Moment erstaunt. Denn der Sound erinnerte an eine Mischung aus Everlast und High-School-Teenage-Rock nach dem Gusto von Nickelback-Fans. Erst 20 Minuten vor dem Auftritt kamen die Jungs in der Klotze an, weil sie am Dreieck Karlsruhe im Stau standen. Von Hektik und Nervosität indes keine Spur. Souverän rockten sie ihre Setlist herunter. Gebannt verfolgte der 13-jährige Benedikt aus Karlsruhe das Geschehen auf der Bühne. Denn E-Bassist Phillip gibt dem Schüler Gitarrenunterricht. Ein eigener Fanclub hob Plakate in die Höhe wie „I’m sweeter than Kendra“ in Anspielung auf den aktuellen Song der Band „Sweet Kendra“. Die Besucher schunkelten mit und forderten mit Erfolg eine Zugabe ein: „Sin City“, für Karlsruhe, „die Stadt der Sünde“, wie der Sänger scherzte.


+++ 17.05 Uhr /  Musik überall  +++

Die einen rocken vorne, der andere probt hinten: Während Voodoo Kiss ihr Gitarrenrockbrett in die Klotze zimmern, wird hinter der Bühne die Posaune warmgepustet – Moop Mama sind schließlich bekannt dafür, vom ersten Ton an mit Volldampf am Start zu sein, und ihr Auftritt steht ja schon um 19.15 Uhr an. Steht zu hoffen, dass diesmal ein komplettes Set gespielt werden kann, nachdem die Band im vergangenen Jahr ja leider schon nach einer Viertelstunde der Unwetterwarnung weichen musste…

Warmpusten für den Auftritt von Moop Mama
Warmpusten für den Auftritt von Moop Mama | Foto: Jüttner

+++ 17.01 Uhr /  Wichtig: Luftgitarre  +++

Eines der wichtigsten Utensilien für einen Festivalbesucher ist natürlich: die Luftgitarre. Wem das klassische Instrument nicht auffällig genug ist, der greift zur exklusiven BNN-„Luft“-Gitarre aus Plastik. Die gibt es am BNN-Stand auf der Info-Meile als Teilnehmerpreis bei der Aktion „Gitarrero“. Dieser Fan nimmt das Motto eines der Sponsoren wörtlich: „…hier darf er’s sein.“

Luftgitarre vor der Festbühne
Ein Fan spielt Luftgitarre vor der „Fest“-Bühne | Foto: Peter Funk

+++ 16:45 Uhr /  Die Pokemon-Jagd läuft  +++

Jagdfieber auf „Das Fest“: Wer Pokemon Go spielt, kommt voll auf seine Kosten. Ob kugelrunde Quapsel, frecher Rattfratz oder dicker Enton – in der Klotze ist es leicht, ein höheres Level im Spiel zu erklimmen.

Pokemon erscheint auf "Das Fest"
Pokemonjagd auf „Das Fest“ | Foto: Kampf

+++ 16:25 Uhr /  „Voodoo Kiss“ auf der Bühne  +++

Legenden wie Led Zeppelin oder die Stones sind die musikalischen Vorbilder von „Voodoo Kiss“, ebenfalls aus Karlsruhe, die jetzt Rockmusik der klassischen Schule bietet. Die Fans sind auch hier echt knorke und bejubeln die ihre Band mit Botschaften auf Festival-Pappe. Ob da jedes Angebot so wirklich ernst zu nehmen ist? 😉

Voodoo Kiss auf dem Fest
ROCK AUS KARLSRUHE: „Voodoo Kiss“ sind der zweite Act am „Fest“-Freitag. | Foto: Rake Hora
Fans von Voodoo Kiss auf dem Fest
ECHTE FANS: Diese „Fest“-Besucher bekunden ihre Unterstützung für „Voodoo Kiss“. | Foto: Rake Hora

+++ 16:16 Uhr / Auto bitte stehen lassen / Fahrrad-Parkhaus +++

In Karlsruhe erfand bekanntlich vor fast 200 Jahren Karl Drais das Ur-Fahrrad. Doch nicht nur deshalb lasst Ihr am besten das Auto stehen und kommt mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zum Festival-Gelände. Für Radfahrer gibt es hier nämlich einen einmaligen Service: Den Fahrradparkplatz an der Haltestelle Europaplatz. So funktioniert es: mit dem Rad zum Eingang, kostenlose Garderobenmarke sichern, Fahrrad abstellen und mit dem Schloss sichern. Nach dem „Fest“ die Marke wieder am Eingang abgeben. Runde Sache, oder?

PARKBEREICH FÜR FAHRRÄDER vor dem Festivalgelände.
PARKBEREICH FÜR FAHRRÄDER vor dem Festivalgelände. | Foto: Rake Hora

+++ 15:35 Uhr / Jetzt geht’s los! +++

„In Haze“ macht Karlsruhe zu KARLS-LAUT

„Das Fest“ ist gestartet! Karlsruhe ist ab sofort KARLS-LAUT. Dafür zeichnet jetzt die junge Karlsruher Band „In Haze“ mit ihrem amtlichen Metal-Sound verantwortlich. Die 2013 gegründete Band hat die Ehre, das Hauptfest zu eröffnen. Und auch wenn noch kein so großes Gedränge herrscht, die (hauptsächlich schwarz gewandeten) Fans geben jetzt schon alles. Auch Simon aus Karlsruhe jubelt der Band zu. Er sagt, oder vielmehr: er schreit zu BNN.de-Reporterin Laura Fischer: „Der Gitarrist ist mein bester Kumpel, wir nennen ihn ja nur den Mann an der Geige“, weil er so ein Virtuose ist. Mann an der Geige? Da kann man nur den Kopf schütteln. Headbanging heißt er, der Fachausdruck.

In haze aus Karslruhe auf der Festbühne
LAUT: Die Karlsruher Metal-Band „In Haze“ startet „Das Fest“ mit amtlichem Sound. | Foto: Rake Hora

Für „In Haze“ ist es naturgemäß eine „Riesenehre“ der Opener des Hauptfests zu sein. Es sei „Traum einer jeden Karlsruher Band“ hier zu stehen. Da macht es auch nichts aus, dass die Besuchermassen noch, die Betonung liegt auf NOCH, überschaubar sind. Und überhaupt: Es kommt nicht nur auf die Quantität an. Das Foto mit den „In Haze“-Fans zeigt jedenfalls, dass alle Altersgruppen mit Leidenschaft dabei sind.

In Haze
Für gute Musik ist man nie zu alt. „In Haze“ spricht nicht nur die Jugend an. | Foto: Rake Horo

+++ 8:00 Uhr / Vorschau: Es geht los! +++

Hauptbühne (nur mit Tickets)

Zum Auftakt eine Karlsruher Band: Als erste Künstler des „Fests“ stehen „In Haze“ heute um 15.30 Uhr auf der Bühne. Groovige Rock-Riffs und souligen Gesang versprechen „Voodoo Kiss“ ab 16.20 Uhr, ihnen folgt „Mother Tongue“ aus Los Angeles um 17.30 Uhr. Hält das Wetter? Das hoffen nicht nur die „Fest“-Veranstalter, sondern auch „Moop Mama“, deren Konzert im vergangenen Jahr buchstäblich ins Wasser gefallen war. Um 19.10 Uhr wollen die Münchner den Auftritt nachholen. Hauptact auf der Hauptbühne ist um 21 Uhr Rea Garvey, bevor Songwriter William Fitzsimmons um 23 Uhr zum Night Club lädt.

Feldbühne (frei zugänglich)

Auch ohne Ticket gibt es beim „Fest“ einiges zu sehen: Wer Hip-Hop und Rap mag, ist heute bei der Feldbühne richtig: Um 16.30 Uhr macht KXD den Anfang, im Anschluss treten um 17.15 Uhr Sino, Migrant, Awdo, Sabrim und Treepl One auf. Nach dem Freestyle Battle um 18.30 Uhr steht Rapper Schote auf der Bühne, um 21 Uhr ist die kanadische Formation „The Lytics“ an der Reihe. Der letzte Auftritt des Abends hat der Gütersloher Laas Unltd.

Kulturbühne (frei zugänglich)

Auf der Kulturbühne gibt es um 19 Uhr „Abendbrot mit Pumpernickel“ – so heißt das Freiburger Kleinkunst-Duo. „So muss Leben“ ist der Name von Ole Lehmanns Programm (21 Uhr), und zum Abschluss findet ab 22.30 Uhr eine Rock-Metal-Feuershow statt.

Außerdem beginnt heute das Programm auf dem Mobi-Rummelplatz um 13 Uhr, und der Sportpark bei der Europahalle ist ab 14 Uhr geöffnet.


Donnerstag, 21. Juli

+++ 23:50 Uhr | Tschüss Vor-Fest, hallo Fest +++

Mit dem großen Licht-Check auf der Hauptbühne hat sich gerade das siebentägige Vor-Fest verabschiedet. Es war eine tolle und abwechslungsreiche Woche, in der sich die Günther-Klotz-Anlage nach und nach in ein riesiges Festivalgelände verwandelt hat, das in den nächsten drei Tagen eine viertel Million Menschen anlocken wird.  Vom Naherholungsareal zum Kultursommer-Schauplatz. Karlsruhe kann sich über eine derartige Attraktion glücklich schätzen. Das Vor-Fest ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern hat sich zu einer festen Institution nicht nur für Musik-Fans gemausert. Die Atmosphäre rund um den legendären Hügel ist wirklich einzigartig – vor allem in der Vollmondnacht. Jetzt freuen wir uns trotzdem auf die große Nummer und sagen: Tschüss Vor-Fest, hallo Fest!

Licht-Check auf der Hauptbühne.
Licht-Check auf der Hauptbühne. | Foto: Hora

+++ 21:40 Uhr | Roll- & Rockabilly zum Abschluss +++

Ist das Elvis auf der Café-Bühne? Nein, es sind Boppin‘ B! Seit über 30 Jahren steht die frühere Aschaffenburger Schülerband auf Bühnen in ganz Europa, rund 200 Konzerte spielen die Rock’n’Roller im Jahr – und eines davon in Karlsruhe: Dort machen sie mit dem letzten Konzert beim Vor-Fest die Tür zu. Nach ihrem Ausflug ins „Monkey Business“ benennt die Roll- & Rockabilly-Band ihr neuestes Album mit dem neuen Sänger Sebastian Bogensperger schlicht nach sich selbst. Der macht mit den Karlsruhern die Probe: „Wer hat uns schonmal gesehen?“ Viele Hände gehen nach oben, schließlich sind Boppin‘ B in der Region keine Unbekannten. Das Wetter hält, der Platz vor der Bühne füllt sich: Rund 5.000 Besucher sind auf das Gelände gekommen, ungefähr 25.000 waren es beim Vor-Fest bis Donnerstagabend insgesamt.


+++ 21:35 Uhr | Ein Treffen der Generationen +++

Es ist nicht nur ein Fest – es ist ein Treffen der Generationen. Bei den Konzerten auf der Cafébühne begegnen sich nicht nur Tänzer und Nicht-Tänzer. Es begegnen sich auch Zeitzeugen und Retro-Fans. Das ist die „Fest-Familie“.

Ein Treffen der Generationen bei "Boppin' B".
Ein Treffen der Generationen bei „Boppin‘ B“. | Foto: Rake Hora

+++ 19:20 Uhr | Chansons mit Folk und Pop +++

Nach den regionalen Bands spielt am letzten Abend des Vor-Festes die Auswärtsfraktion auf. Den Auftakt macht der 40-jährige Liedermacher Felix Meyer aus Hamburg, der mit seiner Band eine Mischungs aus Chansons mit Folk und Pop präsentiert. Der ehemalige Straßenmusiker hat im April 2016 sein neues Album „Fasst euch ein Herz“ veröffentlicht: Inhaltlich vielschichtig und zwischen politischen, gesellschaftlichen und persönlichen Texten changierend, zieht er den Hörer mit seiner eindringlichen Stimme in seinen Bann: Vom melancholischen Anti-Kriegssong „Liebevoll bis menschenleer“ über das rockige „Die Bestie“ bis zur Gänsehautballade „Schlaflied“. In den ersten sechs Tagen des Vor-Festes kamen insgesamt 21.000 Menschen in die Klotze –  mal schauen, wie viele es heute Abend werden. Bislang spielt das Wetter hervorragend mit. Im Gegensatz zum Glutofen am gestrigen Abend ist es angenehm temperiert!

 


+++ 08:00 Uhr | Vorschau: Rockiges Vor-Fest-Finale +++

Zum Abschluss des Vor-Fests gibt’s noch einmal Rock auf die Ohren. Die Rock’n’Roll- und Rockybilly-Kapelle Bobbin’B wird heute Abend ab 21 Uhr den Zuschauern  einheizen. Die fünfköpfige Gruppe, die bereits seit 1985 durch ganz Deutschland tourt und auch nach über 30 Jahren noch vor Spielfreude sprudelt, ging einst aus einer Schulband hervor und schafft es noch immer, das Publikum mit rockigen Hits in seinen Bann zu ziehen. Zuvor wird ab 19 Uhr der Sänger Felix Meyer auf der Bühne stehen, dessen eigene Songs unter anderem von Konstantin Wecker inspiriert wurden. Seine Texte machen die Auftritte des Chansonniers stets zu warmen, unterhaltsamen Ereignissen. Zu diesem krönenden Abschluss einer hervorragend besuchten Fest-Vorwoche sind etwas angenehmere Temperaturen als noch gestern angesagt. Aber Achtung: Nachdem es bereits in den frühen Morgenstunden kräftig geschüttet hat, sollten Regenjacken sicherheitshalber eingepackt werden.


Mittwoch, 20. Juli

+++ 21.45 Uhr | Die Elefantenherde trampelt herum +++

Und noch einmal Blues – diesmal wesentlich rockiger und mit dem Schalk im Nacken: Paule Popstar & The Burning Elephants beschließen diesen hitzigen Vor-Fest-Mittwoch mit Coverversionen wie dem Doors-Klassiker „Light my fire“ sowie Eigenkompositionen von der CD „Schundromane und Schabraken“. Thomas Lochner (alias Paule Popstar, Gesang), Klaus Schäfer (Bass), Jens Schmidt (Gitarre als Ersatz für den erkrankten Robert Dorsch), Jochen Schmidt (Orgel und Klavier) sowie Thomas Zimmer (Schlagzeug) präsentieren auch neue Songs aus der geplanten CD „Die Überheblichkeit des Bademeisters“ – ein Titel, der irgendwie zu dieser tropischen Nacht passt. „Wer immer sich diesen Bandnamen ausgedacht hat, muss ein bisschen gestört sein!“ schrieb einst Uriah Heep-Gitarrist Mick Box 2010 in seinem Tourblog über die ihm bis dato unbekannte Vorgruppe. Nun trampelt also diese lautstarke Elefantenherde durch die Klotze, klingt manchmal wie Marius Müller-Westernhagen und erobert viele neue Fans. „Denkt ans Trinken“, empfiehlt Thomas Lochner den Zuhörern, nachdem die Band ihren Song „Bad gefliest“ (Der Handwerkerblues) gespielt hat. Mittlerweile dürften wieder mindestens 4000 Musikfans auf dem Gelände sein.


+++ 19.35 Uhr | Blues mit Powerfrau +++

Was für eine Frontfrau: Véronique Gayot stellt beim Auftritt von Barking Jack eindrücklich unter Beweis, warum sie in der elsässischen Blues-Band den Ton angibt. Mit ihrer tiefen Stimme verzückt sie die schwitzende Vor-Fest-Gemeinde, die nun schon deutlich zahlreicher geworden ist. Die fünf Musiker Alex Logel (Piano), Véronique Gayot (Gesang), Denis Bildstein (Schlagzeug), Jean-Mi Wassmer (Gitarre) und Christophe Klein (Bass) schöpfen ihre Energie aus dem Blues und verweisen dabei auf Szenegrößen wie Albert King (einer der drei Kings des elektrischen Blues) bis Lucky Peterson. Langsam kühlt es etwas ab!


+++ 18.27 Uhr |  Ganz viel Herz +++

Judith „Ju“ Mattes und Holger Jan Schmidt machen seit Frühjahr 2014 zusammen Musik und präsentieren selbstgeschriebene Lieblingslieder sowie Songs von David Bowie. Ihr Motto „Zwei Stimme, eine Gitarre, ganz viel Herz“.  Bei der Gluthitze am sechsten Tag des Vor-Festes haben die in Bonn lebenden Musiker es allerdings schwer, den Funken auf das noch spärliche Publikum zu übertragen, das vor allem daran interessiert ist, schattige Plätze auf dem Areal zu suchen. 37 Grad (gefühlte 50 Grad) sind einfach ziemlich happig und machen selbst den engagiertesten Musikfan matt. Den härtesten Job aber haben die Mitarbeiter beim „Wurschtel“. Bei diesem Glutofen auch noch direkt am Grill oder der Pommes-Friteuse zu stehen, ist absolute Höchstleistung. Chapeau!


+++ 17.00 Uhr |  Wer gab dem Fest seinen Namen? +++

Viel wurde gerätselt, und auch die BNN stellten die Frage: Wer hat dem Fest eigentlich seinen Namen gegeben? „Wenn ich noch wüsste, wer das war, würde ich ihm heute einen Orden verleihen“, verkündete Fest-Initiator Rudi Metzler zuletzt. Das kann er nun nachholen, denn Fest-Chef Martin Wacker lüftete bei der Pressekonferenz am Mittwoch das Geheimnis: Alfred Godulla, Herausgeber des Kulturmagazins Klappe auf, dachte sich den treffenden Namen einst aus – „bei einer Mineralwasser-Runde vor 32 Jahren“, sagt Wacker.


+++ 10.00 Uhr |  Herzschmerz und ganz viel Blues +++

Zum Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle geht es in den vorletzten Vor-Fest-Tag. Während die Spannung und Vorfreude auf „Das Fest“  mit der Temperatur steigt, gibt es auf der Cafébühne nochmals besinnliche Klänge. Herzschmerz garniert mit Gitarrensound: Ab 18 Uhr präsentieren Judith „Ju“ Mattes und Holger Jan Schmidt ihre persönlichen Lieblingslieder. Mit leidenschaftlichen Blues geht es um 19 Uhr in die zweite Runde. Dann spielt die elsässische Band Barking Jack. Charakteristisch für den Auftritt der fünfköpfigen Gruppe ist der kraftvolle, tiefe Gesang von Véronique Gayot. Im selben Genre bewegen sich Paule Popstar und seine „Burning Elephants“. Die Gruppe spielt Coverversionen und Stücke aus ihrem aktuellen Album  „Schundromane und Schabracken“. Auch Songs aus der in der Mache befindlichen Platte  „Die Überheblichkeit des Bademeisters“ stehen auf der Set-Liste. Zudem sitzt BNN-Mitarbeiter Thomas Zimmer an den Drums.


Dienstag, 19. Juli

+++ 22.00 Uhr |  Vollmond-Reggae +++

Ein stimmungsvolles Bild: Über dem Mount Klotz ist gerade der Vollmond aufgegangen, während der gebürtige Lahrer Justin Nova mit seiner Band die Besucher des fünften Vor-Fest-Tages mit seiner ganz eigenen Mischung von Reggae und Blues unterhält. Das Zuhörer stehen in den vorderene Reihen dicht gedrängt, der Applaus nach den einzelnen Liedern ist deutlich und ehrlich. „Was für eine geile Nacht“, sagt Justin Nova, bevor er die versammelte Fest-Gemeinde musikalisch wieder nach New Orleans entführt. An den Getränke- und Essensständen rollt immer noch der Rubel, nach so einem heißen Tag wollen die Menschen nicht so schnell ins Bett gehen.


+++ 21.25 Uhr |  Besucherrekord beim Vorfest +++

Immer mehr Menschen strömen in die Klotze an diesem warmen und wolkenlosen Sommerabend. Noch mehr als gestern genießen junge Leute auf „Mount Klotz“ die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Die Veranstalter schätzen 4.000 Besucher: Eine Rekordkulisse beim diesjährigen Vor-Fest.

Zahlreiche Vor-Fest-Besucher genießen die Abendsonne auf "Mount Klotz".
Zahlreiche Vor-Fest-Besucher genießen die Abendsonne auf „Mount Klotz“. | Foto: Hora

+++ 21.10 Uhr |  Raggae und Blues zur Abkühlung +++

Weiterhin drückt die Hitze in der Klotze, auch wenn sich die Sonne langsam hinter den Horizont senkt. Schätzungsweise 3.000 Menschen befinden sich auf dem Gelände und freuen sich auf das „Justin Nova Trio“. Die Musiker servieren eine erfrischende Abwechslung aus Reggae und Blues. Demnächst will Justin Nova ein eigenes Album unter dem Titel „Out Of The Blue“. Neben Erwin Schmidt am Bass und Andreas Nolte am Schlagzeug haben sich heute Abend weitere Gäste angekündigt.


+++ 19.10 Uhr |  Fröhlicher Folkpunk +++

Musik ohne Grenzen: Mit internationalem Flair beginnt der fünfte Tag des Vor-Fests. Der Schlagzeuger ist Mexikaner, Giarrist und Bandleader Jamie Clark Engländer und Wahl-Karlsruher. Zur Halbzeit des Festivaltreibens in der Klotze spielen Jamie Clarke’s Perfect eine muntere, fröhliche Mixtur aus Folk und Punk. Genau wie die Band, bei der Clarke in den 90ern in die Saiten griff. Eine Erinnerung an die großen „Pogues“ um den stets betrunkenen Shane Macgowan. Den Besuchern gefällt’s. Schlagartig füllt sich der Platz vor der Bühne. Clarke (inzwischen ein echter Weststädter) spielt seinen Folkabilly – in einer Art Böser-Bube-Pose. Passend dazu: Ein „Hooligan“-Aufkleber auf der Gitarre.

Folkabilly vom Feinsten: Jamie Clarke's Perfect
Folkabilly vom Feinsten: Jamie Clarke’s Perfect | Foto: Hora

+++ 18.45 Uhr |  Aufbau schreitet voran +++

Einige Kostproben gibt die Karlsruher Band „Jamie Clarke´s Perfect“ eine Viertelstunde vor ihrem Auftritt, die Instrumente stehen auf der Cafébühne bereit. In der Klotze ist es heiß, obwohl ein laues Lüftchen durch den Park weht. Die Besucher finden sich so langsam ein und ergattern sich begehrte Schattenplätze. Es sind vor allem Familien mit ihren Kindern. Der Aufbau im gesamten Festivalgelände schreitet weiter voran. Im Sportpark neben der Europahalle stehen bereits kleine Tribünen sowie die Anlage für die Skater und Biker.

Der Sportpark für den Skateboard-Wettbewerb entsteht neben der Europahalle. Hier wird der Fest-Cup ausgetragen.
Der Sportpark für den Skateboard-Wettbewerb entsteht neben der Europahalle. Hier wird der Fest-Cup ausgetragen. | Foto: Haendle

+++ 11.00 Uhr |  Zur Abkühlung Folkpunk und Reggae +++

Ein heißer Tipp für den Dienstagabend: Am fünften Tag des Vor-Festes stehen zwei Bands auf der Cafébühne  –  Jamies Clarke‘s Perfect (19 Uhr) und das Justin Nova Trio (21 Uhr) unterhalten das Publikum bei weiterhin schweißtreibenden Temperaturen. Der Wahl-Karlsruher Jamie Clarke griff einst in London für die Folkpunk-Heroen The Pogues in die Saiten und gründete 1997 die Band Perfect. Ihr Repertoire beinhaltet Folk, Punk und Rockabilly. Danach versorgt dann das mit musikalischen Gästen verstärkte Justin Nova Trio die Klotze mit Reggae und Blues. Hereinspaziert!


Montag, 18. Juli

+++ 22.30 Uhr |   Erdiger Sound aus Amerika lässt grüßen +++

Der Sound, der mit einbrechender Dunkelheit in der Klotze zum Kopfnicken einlädt, bleibt amerikanisch. „No Sugar, No Cream„, löst mit Americana- und Alternative-Country-Kompositionen aus eigener Feder das Bluestrio „Pickup the Harp“ ab. Dass die Wartezeit zwischen den beiden Gruppen eine halbe Stunde länger dauerte, als ursprünglich laut Programm vorgesehen, hat der guten Stimmung überhaupt keinen Abbruch getan: Eng an eng stehen und sitzen kleine wie große Besuchergruppen auf dem runden Platz. Versunken in den erdigen, authentischen Sound der sechsköpfigen Band, wiegen sich zahlreiche Tänzer vor der Bühne zu den eingängigen Melodien. Heike Wendelin setzt im angenehm unaufgeregten Set mit Geige und Mandoline immer wieder interessante, klangliche Highlights. Mit anhaltendem Applaus verabschiedet sich das begeisterte Klotze-Publikum von der sympathischen Karlsruher Gruppe. Hier eine Fotogalerie und en Video:

+++ 19.34 Uhr |  Der Blues weht durch die Klotze +++

Feierabendstimmung: Nach dem Opener Arthur Gepting weht jetzt der Blues durch die Klotze – Pickup the Harp, die auch gerne mal mit ihrem musikalischen Bollerwagen-Klavier durch die Lande ziehen, liefern einen tollen Sound nach diesem heißen Tag. Die Schatten werden länger, es zieht immer mehr Menschen an die Alb. Markus Knab (vocals, guitars), Horst Andree (bass), Alexander Sessler (piano) und Robert Burger (drumms) verbreiten gute Laune. Genau der richtige Sound für ein kühles Weissbier oder eine Weinschorle.


+++ 15 Uhr | Grüne Pyramide wird verliehen +++

Auf dem Karlsruher Marktplatz sucht man sie vergeblich, auf dem Fest-Gelände gibt es heute gleich vier Pyramiden – und zwar in Grün: An vier Karlsruher Schulklassen verleiht die Stadt den Umweltpreis „Grüne Pyramide“, in diesem Jahr zum vierten Mal. Birgit Bastian von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) und Umweltbürgermeister Klaus Stapf übergeben die Pyramide mit der grünen Spitze zusammen mit einem Preisgeld von 1.000 Euro viermal: In der Kategorie Umwelt & Faire Welt geht sie an das St. Dominikus-Gymnasium, das den Preis bereits zum zweiten Mal bekommt. Die Gutenbergschule wird in der Kategorie Gesundheit ausgezeichnet, und in der Kategorie Naturschutz gibt es gleich zwei Gewinner: die Grundschule Wolfartsweier und die Europäische Schule. Eine Urkunde und jeweils 300 Euro übergeben Bastian und Stapf an die zweitplatzierten Fichte-Gymnasium, Schule am Lustgarten und element-i-Schule. „Schülern zu sagen, was sie alles nicht dürfen, das kommt selten gut an“, sagt Bürgermeister Stapf. „Deshalb gibt es den Wettbewerb als Anreiz, sich zu engagieren.“ Nachhaltigkeit müsse schließlich nicht langweilig sein, sagt Stapf, das sehe man auch am Fest: Ihren Bio-Kaffee trinken die Besucher beim Festival zum Beispiel aus Bechern aus Zuckerrohrstärke.


+++ 12.30 Uhr |  Dach der Hauptbühne an Ort und Stelle +++

Gegen 11 Uhr hat ein Kran das Dach der Hauptbühne schrittweise nach oben gezogen. Am Mount Klotz konnte man immer wieder die laute Stimme von Aufbauleiter Philipp Weigel vernehmen: „Achtung Kran!“ Eine Winsch in einem der Tower zog das Dach an einem Stahlseil nach oben. Aktuell verstreben die Kletterer der Aufbau-Crew die Dachkonstruktion mit dem Rest der Bühne. An jedem der Tower wird außerdem ein überdimensionaler Splint eingezogen. Für die Stabilität werden kreuzweise Stahlseile unterhalb der Dachfläche angebracht. Philipp Weigel bleibt während des Fest-Wochenendes beim Stand-by-Team vor Ort. „Bei einem Unwetter können wir schnell reagieren. Wir sorgen dann dafür, dass die Bühne keine große Windangriffsfläche bietet“, erklärt Weigel.


+++ 10.00 Uhr |  Ungesüßter Country +++

Gefühlvoller Wochenstart: Arthur Gepting eröffnet den Vor-Fest-Montag bei herrlichem Sommerwetter um 18 Uhr.  Voller Melancholie und Sehnsucht nach längst vergangenen Tagen will der Sänger und Songwriter die Geister des Rock’n’Roll wiederbeleben. In seinen Texten spricht er über Menschen am Rand der Gesellschaft, Verbrecher und Heilige. Gegen 19 Uhr wird es mit „Pickup The Harp“ etwas rauer zur Sache gehen:  Das Trio verpackt Liebe, Wut und sonstige Lebenshürden in Eigenkompositionen und Coverversionen. Um 21 Uhr steigt das Finale mit „No Sugar, No Cream“. Das ist ungesüßter Alternative Country oder Folkrock. Die Musiker um Pete Jay Funk wollen den uramerikanischen Sound in eigenen Songs aufleben lassen. Das Spektakel lässt sich übrigens von der Wein- und Festterrasse beobachten: Noch bis einschließlich Donnerstag sind die Locations für alle Besucher bei freiem Eintritt geöffnet, wie Fest-Projektleiter Sven Varsek betont.


Sonntag, 17. Juli

+++ 22.00 Uhr |  Grooviger Jazz-Funk zum Finale +++

Fred Weslys Funk-Kracher „House Party“ zum Start gegen 21.30 Uhr, gefolgt von weiteren fetzigen Partysongs aus dem Genre der Black Music vergangener vier Jahrzehnte. Besonders die Nachinterpretation von Incognitos „Everyday“ ist dank einer glänzenden Sängerin derart gelungen, dass „Soulcafé“ das Original aus den Neunzigern toppt. Das Karlsruher Publikum scheint überrascht. Zur Ekstase tanzende Musikkenner befinden sich nicht unter den 4000 Besuchern, die Stimmung könnte besser sein. Karlsruhe ist nicht Paris oder Straßburg. Dennoch ist die Stimmung positiv, Applaus brandet auf, als Mario Götz von „Head Salad“ mit seiner markanten Stimme die Jazzmusiker unterstützt.


+++ 20.30 Uhr |  Jetzt ist es richtig voll +++

Mittlerweile ist es vor der Cafébühne brechend voll, schätzungsweise bis zu 4000 Menschen haben soeben das rockige Spektakel von „Head Salad“ gesehen.  „Jumpes“ scherzt, dass manche Texte wohl nicht ganz Jugendfrei gewesen seien: „Da werden einige Eltern mit ihren Kindern so manches pädagogisch aufarbeiten.“ Für Liebhaber des Jazz, Soul und Funk folgt ab 21 Uhr der Höhepunkt des Vor-Fest-Sonntags. „Soulcafé“ werden mit viel Groove den Schlusspunkt des Abends setzen. Die Karlsruher Jazz-Formation will nach eigenen Angaben „totgehörte Soulklassiker“ neu aufleben lassen. Seit 2008 gibt die Band in wechselnder Besetzung für den Karlsruher Jazzclub regelmäßige Konzertabende.


+++ 19.05 Uhr |  Head Salad fetzen los +++

„Jetzt gibt’s richtigen Rock“. So hat Moderator und Fest-Urgestein „Jumpes“ eben die Band aus dem Murgtal angekündigt. Nach gemächlichem Blues und Country am Nachmittag, fetzen „Head Salad“ nun richtig los. Markenzeichen der Band ist die markante, röhrige Stimme von Sänger Mario Götz, die an Joe Cocker erinnert. Entsprechend zahlreich strömt das Publikum vor die Cafébühne. Dort gibt’s auch was zu gucken: Mario Götz führt nicht nur eine phänomenale Brüllstimme ins Feld, die Michael Jacksons „Billy Jean“ ebenso neu erfindet wie den Beatles-Klassiker „Eight Days a Week“, sondern zeigt auch den letzten Schrei an Festival-Hutmode.

Die neueste Hutmode: Mario Götz von Head Salad.
Die neueste Hutmode: Mario Götz von Head Salad. | Foto: Jüttner

+++ 18.15 Uhr |  Sonnenschein vor dem Auftritt von Headsalad +++

Das Konzert von „Sea Time“ ist zu Ende. Ab 19 Uhr folgen „Headsalad“ aus dem Murgtal. Die Band um den Sänger Mario Götz spielt Rock’n’Roll-Klassiker von den Beatles, den Stones und Eric Clapton. Nun lacht auch die Sonne über dem Fest-Gelände. Die Reihen haben sich gelichtet, da einige Besucher wieder auf der Suche nach Verpflegung sind.


+++ 17.12 Uhr |  Fröhlicher Country-Rock lockt immer mehr Besucher +++

„I keep an eye on to you“: Das erste Stück von „Sea Time“ ist ein locker-flockiger Mix aus Country und Rock. Immer mehr Besucher versammeln sich vor der Cafébühne. Mittlerweile düften sich auf dem Vor-Ferst-Gelände um die 1000 Menschen befinden. Noch hält das Wetter, auch wenn immer mehr Wolken den Himmel bedecken.

Die Band "Sea Time" rockte mit Country-Klängen
Die Band „Sea Time“ rockte mit Country-Klängen. | Foto: Rake Hora

+++ 16.52 Uhr |  Vorfreude auf Sea Time +++

Sie sind die Gewinner des offerta Music Award 2015. Gleich spielt die Band „Sea Time“ mit einer Mischung aus Folk, Blues und Southern Rock. Nicht nur Standard-Instrumente wie Akustikgitarre, Klavier, Bass und Schlagzeug hat die Band mitgebracht. Interessante Klänge aus Mandoline, Lapsteel, Ukulele vermengen die Karlsruher Musiker in ihren Songs, garniert mit vierstimmigen Gesang. Die Fans von Sea Time können sich auf einen neuen Song freuen. „Ein erster Live-Versuch“, wie die Band auf ihrer offiziellen Facebook-Seite bereits ankündigt. Derzeit groovt sie sich mit einem Soundcheck ein.


+++ 16.00 Uhr |  Kampf um Stühle +++

„Ist dieser Stuhl noch frei?“ Ein Fest-Besucher sucht verzweifelt Holzklappstühle für sich und seine Angehörige. Mit seiner Frage stößt er bei seinen Nachbarn nicht auf Gegenliebe. „Den Stuhl brauche ich für meine Schwester. Sie kommt gleich zu uns“, entgegnet ihm eine Frau. Dann macht der Mann mit einem Weizenbier in der Hand seinem Ärger Luft. Bekannte Szenen wie aus dem Urlaub. Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt, die Kontrahenten würdigen sich keines Blickes.

Die Musiker von „Der Katze und die Hund“ sind übrigens jetzt von der Bühne gegangen und haben sich anständig von ihrem Publikum verabschiedet. Ab 17 Uhr geht es hier weiter mit „Sea Time


+++ 15.40 Uhr |  Publikum wirkt noch etwas müde +++

Die fünf Musiker von „Der Katze und die Hund“ geben alles. Ein Keyboarder stupst mit seiner Nase auf die Tasten. Das Publikum nimmt die Showeinlage schier regungslos wahr. Einige Leute stillen derweil an den Getränke- und Essbuden ihren Hunger und Durst. Bei der hohen Luftfeuchtigkeit sind vor allem erfrischendes Bier und Orangenlimo gefragt.


+++ 15.05 Uhr |  Der Katze und die Hund +++

Rund 500 Menschen haben sich bei subtropischer Schwüle mittlerweile vor der Cafébühne versammelt. Zu witzig-provokanten Texten und blusigem Blues mit Violine und Kontrabass von „Der Katze und Die Hund“ wippen die Besucher.

Freche Sprüche mit Tiefgang - Die Band "Der Katze und Die Hund"
Freche Sprüche mit Tiefgang – Die Band „Der Katze und Die Hund“ | Foto: Rake Hora

+++ 10.30 Uhr | Guerilla Rock’n’Roll und Soul +++

Volles Programm von 11 bis 23 Uhr: Gleich sechs Auftritte gibt es heute beim Vor-Fest. In einer halben Stunde beginnt die Big Band des Keppler Gymnasiums Freudenstadt mit Jazz zum sonntäglichen Frühschoppen. Um 13 Uhr geht es weiter mit Ploink & The Grooveties, bevor um 15 Uhr „Der Katze & Die Hund“ die Cafebühne betreten. Um 17 Uhr sind dann Seatime an der Reihe, danach verspricht die Murgtäler Formation Headsalad um Sänger Mario Götz um 19 Uhr handgemachten Guerilla-Rock’n’Roll. Zum Abschluss des Abends um 21 Uhr tritt die Karlsruher Band Soulcafé auf. Fest-Chef Martin Wacker appelliert übrigens an alle Besucher, sich vor Ort zu verpflegen (und nicht mit eigenen Bierkästen anzurücken). Hintergrund: Der Essens- und Getränkeumsatz deckt einen großen Teil des Etats von „Das Fest“. Wer also kostenlose Musik hören will, sollte im Gegenzug den einen oder anderen Euro Umsatz machen.


Samstag, 16. Juli

+++ 22:30 Uhr | Die Klotze swingt +++

Mit Eleganz, Charme, Selbstironie und eine Stimme von unverwechselbarem Timbre bringt Teddy Schmacht den Swing in die Günther-Klotz-Anlage. Gemeinsam mit der Up to Date Bigband sorgt der Entertainer und Chansonnier für den ersten Höhepunkt des Vor-Festes. Seine Songs erzählen von Liebe, Laster, Leidenschaft, von großen Gefühlen, romantisch, tragisch, anzüglich, frivol und stets in bester Weise unterhaltsam. In der Anlage befinden sich mittlerweile rund 3000 Musikfans, die mitswingen. Hier eine Fotostrecke und ein Video:


+++ 21:30 Uhr | Heute Abend wird es voll  +++

Kurz vor dem Auftritt von Teddy Schmacht wird die Grünanlage an der Alb richtig voll. Die Karlsruher strömen in die Klotze, um den Topact der Hoepfner Summer Night zu erleben. Wobei es für eine richtige Sommernacht doch noch etwas zu kühl ist. Viele Besucher haben sich deshalb nicht nur eine Picknickdecke eingepackt, sondern auch gleich noch einen Pullover mitgebracht. Das wird sich aber in den nächsten Tagen ändern, sagen die Wetterfrösche voraus.


+++ 19:30 Uhr | Grupo Acustico  +++

Während Essensgerüche durch die Klotze wabern, startet auf der Bühne der musikalische Teil des zweiten Vor-Fest-Tages mit der Grupo Acustico. Die Band aus Karlsruhe mit Regina Degado, Manfred Grözinger, Peter Ruth und Roger Tron unterhält die mittlerweile rund 800 Besucher mit unaufgeregtem Latin, Jazz, Bossa, Pop und Chanson. Immer mehr Menschen strömen auf das Gelände. Die vom Sponsor Hoepfner versprochene Sommernacht lässt allerdings zu wünschen übrig, richtig warm ist es nicht mehr. Sängerin Degado stimmt einen Bolero an: „Die Liebe ist das Brot des Lebens“.

Die Grupo Acustico bei ihrem Auftritt am zweiten Tag des Vor-Festes.
Die Grupo Acustico bei ihrem Auftritt am zweiten Tag des Vor-Festes. | Foto: Hora

+++ 17:30 Uhr | Die ersten Töne von der Bühne +++

Von der Bühne wehen die ersten Klänge des Sound-Checks herüber, das Gelände vor der Cafébühne und um den See füllt sich immer mehr. Und auch am zweiten Abend feiert der Wettergott mit den Vorfest-Gästen: Bei leichtem Sonnenschein auf einem Handtuch am See, beim Spaziergang oder mit der ersten Pommes des Tages in der Hand warten große und kleine Besucher auf die Live-Bands Grupo Acustico und Teddy Schmacht, die ab 19 Uhr mit Jazz, Chansons und mehr die Bühne rocken. Bootsverleiher Mussie (41) freut sich, dass sich viele mit einer kleinen Seerundfahrt auf den Abend einstimmen: „Eigentlich ist die Saison ja vorbei, aber das tolle Wetter und die Musik locken die Leute natürlich“, meint er lächelnd.


+++ 15 Uhr | Die Hoepfner Summer Night +++

Heute geht es bei der Hoepfner Summer Night in der Klotze weiter. Um 19 Uhr steht die Grupo Acustico auf der Bühne, um 21.30 Uhr folgt dann als Topact Teddy Schmacht mit der Date Bigband. Die Wettervorhersage: Bis zu 24 Grad, abends kann es an der Alb allerdings etwas kühler werden. Also sicherheitshalber Pullover mitbringen.


Freitag, 15. Juli

+++ 21:30 Uhr | Der heutige Hauptact +++

Mit einer atemberaubenden Stimme begeistert die Band „Blues Mama Sandy Campos“ die zahlreichen Besucher vor der Cafébühne. Zu den souligen Klängen der Sängerin Sandy Campos haben sich inzwischen rund 3 000 Musikfans eingefunden. Campos begeistert ihr Publikum. Die Band ist „tight“ und weiß handwerklich zu überzeugen.


Bei den „King Cruisers“ waren die Reihen noch eher spärlich besetzt. Womöglich der Fluch der ersten Band des Vor-Fests. Doch die Rockabilly-Formation wusste dennoch das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Mit Einbruch der Dämmerung füllte sich das Gelände mehr und mehr.

+++ 19:00 Uhr | Gedenken an die Opfer von Nizza +++

Martin Wacker hat pünktlich um 19 Uhr „Das Fest 2016“ eröffnet. Der Fest-Chef erinnerte dabei an die Opfer des Terroranschlags von Nizza. „Wir sind an so einem schrecklichen Tag bei den Opfern“, sagte er. Den Festbesuchern wünschte er an den kommenden zehn Tagen eine große und friedvolle Party. Als erste Band des Festivals spielen derzeit „King Cruisers“. Rockabilly und Rock & Roll heizten den Besuchern ein. Gegen 21.30 Uhr kommt Blues Mama Sandy Campos auf die Cafébühne.


+++ 18:20 Uhr | Zeichen der Solidarität +++

Der schreckliche Terroranschlag von Nizza wirft auch einen Schatten auf das  musikalische Happening in der Günther-Klotz-Anlage. Die drei LED-Pylonen zwischen Haupt- und Cafebühne werden mit Einbruch der Dunkelheit ab 21.30 Uhr in den französischen Nationalfarben beleuchtet, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen, kündigte Fest-Chef Wacker gegenüber den BNN an. Bei der Eröffnung des um einen Tag verlängerten Vor-Festes, zu dem allabendlich bis zu 8 000 Besucher erwartet werden, will Wacker entsprechende Worte an das Publikum richten.

Zum Gedenken an die Opfer von Nizza erstrahlen die LED-Pylonen in den französischen Nationalfarben
Zum Gedenken an die Opfer von Nizza erstrahlen die LED-Pylonen in den französischen Nationalfarben | Foto: Haendle

+++ 17:00 Uhr | Empfang für Sponsoren und Freunde +++

Die Sonne scheint über dem Hügel, die Wettervorhersage für die nächste Woche ist prächtig. Fest-Chef Martin Wacker und seine Crew begrüßen Sponsoren, Freunde und Medienpartner auf der Fest-Terasse über dem Areal. Während am Fuß des Mount Klotz Helfer mit dem Aufbau der Hauptbühne beginnen, schaut der Organisator des musikalischen Großereignisses schon gleich in die Zukunft und verweist auf die Schlosslichtspiele, die Karlsruhe nach dem Fest im August zu einem Anziehungspunkt für die ganze Region machen werden. Er hat schon 300 000 Euro für das mehrwöchige Lichtspektakel gesammelt. Auf der Café-Bühne proben derweil die King Cruisers für ihren abendlichen Auftritt.

Der Mann mit der Mütze ist der Fest-Organisator Martin Wacker - hier beim Sponsorenempfang kurz vor dem Start des Vor-Festes.
Der Mann mit der Mütze ist der Fest-Organisator Martin Wacker – hier beim Sponsorenempfang kurz vor dem Start des Vor-Festes. | Foto: Hora

+++ 13.45 Uhr | Der Countdown läuft +++

Noch fünf Stunden bis zum Start des Vor-Festes: Die BNN berichten ab heute Abend unter #festnetz auf bnn.de sowie über Facebook, Instagram und Youtube live aus der Günther-Klotz-Anlage. Um 19 Uhr treten heute Abend die King Cruisers mit Swing und Rockabilly-Songs aus den 50er Jahren auf der Cafébühne auf. Um 21.30 Uhr folgt dann Blues Mama Sandy Campos.