Benni mit Kindern
Auch BNN-Chefreporter BeNNi schaute im Kinder- und Kulturbereich vorbei und begeisterte die kleinen "Fest"-Besucher. | Foto: Mori Monteiro

Buntes Angebot für die Kleinen

Hüpfen, hämmern, Steine klopfen

Die kleine Lynn hat an diesem heißen Nachmittag den besten Platz. Munter stapft sie auf ihren kleinen Beinchen durch das Planschbecken auf der Festwiese, landet ein ums andere Mal auf ihrem Windelpopo. Am Rande des Beckens sitzt Mama Christine, einen Teller indisches Essen auf dem Schoß, und beobachtet ihre 14 Monate alte Tochter. „Wir kommen jedes Jahr“, sagt Christine und lässt den Blick über den Kinder- und Kulturbereich bei „Das Fest“ schweifen. Früher fand man die Dreifach-Mama meist vor der Hauptbühne, das sei seit den Kindern anders. „Jetzt sind wir eigentlich nur noch hier“, sagt Lynns Papa Johannes und lacht. Sechs und vier Jahre alt sind Lynns große Geschwister. „Sie finden das natürlich besonders toll hier“, sagen die Eltern. Für die Kleinen wird hier schließlich allerhand geboten. Neben dem Planschbecken hüpfen Jungen und Mädchen auf einem Trampolin um die Wette, auf der Bühne ein paar Meter weiter rechts bemüht sich ein Zauberer gerade nach vereinten Kräften um die Gunst der kleinen und großen Besucher. Die Sonne brennt.

Kinder beim "Fest"
Die Kleinen können auch verschiedene Brettspiele testen. | Foto: Mori Monteiro

Schatten spendet da der „Werk-, Bau- und Experimentierbereich“, den der Stadtjugendausschuss Karlsruhe aufgebaut hat. Auf dem Boden bearbeiten kleinen Nachwuchskünstler den so genannten Porenbeton. Sie sägen und schleifen an den weißen Steinen herum, bearbeiten sie mit Hammer und Meißel, feilen Muster hinein. Vor den Werkzeugkisten steht Manfred, verteilt die Geräte und sorgt dafür, das alles klappt. „Habt Ihr Schuhe dabei?“, fragt er die beiden Mädchen, die gerade in die Hammerkiste greifen. Die beiden nicken und schnappen sich ihre Flip-Flops am Rande des Zelts, ehe sie sich mit Werkzeug ausgerüstet auf dem Boden niederlassen und beginnen, auf die Steine zu klopfen. „Uns ist es wichtig, die Kinder einfach machen zu lassen“, sagt Siegmund Gerlicher vom Stadtjugendausschuss. Gerlicher sitzt neben dem roten Mobi-Bus – dem „Wahrzeichen“ des Stadtjugendausschusses – und erzählt. Auf seinem T-Shirt steht „Das Leben ist ein Kinderspiel“. „Die Kinder sollen selbst entscheiden, was sie hier machen wollen“, sagt er. Und davon gibt es allerhand: Im Werk- und Baubereich können die Kinder nicht nur Steine bearbeiten, sondern auch Gipshände formen, Bälle filzen oder Skulpturen töpfern. Zwischen den Nachwuchskünstlern wuselt es nur so auf der grünen Wiese in der Günther-Klotz-Anlage.

Sprungturm beim "Fest"
Auf den Sprungturm trauen sich schon die Kleinsten. | Foto: Mori Monteiro

Die Mutigen sammeln sich auf dem Sprungturm. Rund 2,40 Meter ist der hoch. Begeistert stürzen sich schon die Kleinsten herunter und landen weich auf den Matratzen und Turnmatten, die den Sprung abfedern. Am Rand steht Bernhard, der mit seinen beiden Töchtern gekommen ist. „Das Angebot für die Kinder ist super“, sagt er und schiebt hinterher: „Auch wenn beim Fest alles schon sehr kommerziell geworden ist.“ Schön sei es trotzdem, auch die Kulturbühne sei sehr nett, da das Angebot für Kinder ausgebaut worden sei. Aber als jahrelanger  „Fest“-Gänger denkt Bernhard auch mit Wehmut an die alten Zeiten zurück.

So geht es auch Werner Hackbarth. Er ist sogar Festival-Besucher der ersten Stunde. „Wir waren in den 80ern schon mit unseren Kindern hier, heute sind wir mit unserer Enkeltochter Luisa gekommen“, sagt Hackbarth. Er denkt gerne an frühere „Fest“-Jahre zurück, erinnert sich an Auftritte von BAP und Faithless. „Das ist heute schon anders“, findet er, auch die Bands seien nicht mehr so „der Bringer“, weswegen er in erster Linie im Kinderbereich zu finden sei. Enkelin Luisa freut es.