Fest-Film
Wald ist eine der Kamera-Träger für den offiziellen "Fest"-Film. | Foto: Mori Monteiro

Dreh für den "Fest"-Film

Wo ist eigentlich Walda?

Rot-weiß geringelte Mütze, runde Brille, ein breites Lächeln und ein Gestell, unter dem sich mancher „Fest“-Besucher im letzten Moment wegduckt: Das ist Walda. Auf ihrem Rücken: eine ganze besondere Kamera-Konstruktion. Damit verbinden die Gründer der Karlsruher Produktionsfirma Nacona, Johannes Gauder und Julian Hoß, an diesem Nachmittag zwei Projekte: die Aktion „Wo ist Walda?“ und den Dreh für das offizielle „Fest“-Aftermovie, in dem Walda ebenfalls zu sehen sein wird.

Fest-Film
Julian Hoß und Johannes Gauder (rechts und hinten) schnallen das Kameragestell an. | Foto: Mori Monteiro

Nacona produzierte auch schon den ersten offiziellen „Fest“-Film im vergangenen Jahr. Diesmal geht die Kamera auf Augenhöhe mit den Besuchern: hinter der kleinen Tochter her, die auf den Schultern ihres Vaters sitzt, aus der Sicht des Graffiti-Künstlers beim Sprayen – „der ganze Film wird in dem Stil sein“, erzählt Johannes Hoß und zeigt Ausschnitte auf der Kamera. Viele verschiedene Menschen tragen die Kamera-Halterung und sammeln damit viele verschiedene Eindrücke – unter anderem auch Walda, die eigentlich Vreni Sarnes heißt. Angelehnt an die Wimmelbild-Kinderbücher „Wo ist Walter?“ ist sie auf dem Hügel in der Günther-Klotz-Anlage unterwegs. Wer sie findet – auch ohne Kamera-Gestell -, darf ein Selfie mit ihr machen und kann ein Festival-Survival-Paket gewinnen.

Kamera und Gestänge wiegen rund drei Kilo

Damit die Kamera über den Köpfen der Träger schwebt, braucht es eine Konstruktion, die Gauder und Hoß eigens für „Das Fest“ selbst gebaut haben: Die Kamera ist oben an zwei 1,30 Meter langen Aluminium-Stangen angebracht. Das Gestänge ist mit einem Bauchgurt aus Kunststoffgips und Schaumstoff verbunden. Die Verbindungsstücke wurden extra ausgefräst und mit Schaumstoff umhüllt, damit sich niemand daran verletzt, wenn der Träger mitten durch die Besuchermenge läuft. Rund drei Kilogramm wiegt dieser übergroße Selfie-Stick insgesamt. Wie lange sie an der Konstruktion getüftelt haben, wissen die Nacona-Gründer nicht mehr. „Es war aber schon eine Weile. Wir hatten vorher auch einige Versuche“, erzählt Julian Hoß.

Fest-Film
Los geht’s durch die Menge quer über den Hügel. | Foto: Mori Monteiro

Jetzt ist Walda als Trägerin an der Reihe, und für sie geht es quer über den Hügel, zwischen den Menschen hindurch. Wer ihr entgegenkommt, wird abgeklatscht, die Kamera filmt über ihre Schulter hinweg. Vor dem Merchandise-Stand neben der Hauptbühne dreht Vreni sich um sich selbst und lacht in die Kamera. Anstrengend sei der Job nicht, „man kann es aber nicht lange machen“, sagt sie. „Man merkt das große Gerät hinter sich und hat ein bisschen Angst, Leute damit umzurennen“, erzählt sie. „Und man hat natürlich alle Aufmerksamkeit.“

An allen drei „Fest“-Tagen ist das Nacona-Team auf dem Gelände unterwegs und sammelt Material. Am kommenden Freitag soll der Film über das diesjährige „Fest“ zu sehen sein.