Treeple One
Mother Tongue macht ordentlich Krach. Fotos: Tanja Mori Monteiro und Rake Hora | Foto: Mori Monteiro

Auf der Feldbühne

Fünf junge Rapper überwinden Grenzen

Wohl kein anderer Act verkörpert den Charakter der Feldbühne besser als die fünf jungen Hip-Hop-Künstler, die heute Nachmittag dort auftraten. Denn die kleine Bühne am nördlichen Ufer des Lago di Klotz stehe nicht nur für Szene-Musik und lokale Künstler, sondern auch für Internationalität, sagt Jochen Werner, einer der Organisatoren der Feldbühne. Sino, Migrant, Awdo, Treeple One und MC One Joint stammen aus Algerien, der Türkei, Nigeria und Russland, leben jedoch alle fünf in Karlsruhe. Jeder Einzelne trägt schon lange seine Worte in die Welt hinaus. Seit drei Jahren treten sie auch gemeinsam auf.

„Wir erzählen von schweren Zeiten“

Die Künstler haben ein gemeinsames Ziel: „Wir brauchen den Peace.“ In schier unfassbarer Geschwindigkeit erzählen sie Geschichten, die ihr Leben schrieb. „Ich kann meine Gefühle nicht in mein Herz lassen. Deswegen stecke ich sie in meine Texte“, sagt Treeple One und MC One Joint singt: „One Day We All Leave This Crazy World.“ „Wir erzählen von schweren Zeiten und schweren Stunden“, meint Sino. Sie rappen zu zweit, zu dritt, zu fünft. Auf Deutsch, Französisch und Russisch. „Denn wir wollen die ganze Welt erreichen.“

Acts aus dem europäischen Ausland

Aus dem europäischen Teil dieser Welt stammen auch einige der anderen Acts, die morgen und am Sonntag noch auf der Feldbühne auftreten. „Als Mitglied des europäischen Talentprogramms (European Talent Exchange Programme) fahren wir jedes Jahr auf andere Festivals, um Acts für uns zu gewinnen – zum Beispiel Yast aus Schweden oder Fùgù Mango aus Belgien“, berichtet Werner. Laura Fischer