Mais statt Plastik:  Das Geschirr auf dem Fest ist umweltfreundlich
Mais statt Plastik: Das Geschirr auf dem Fest ist umweltfreundlich | Foto: Hora

Das Fest will nachhaltig sein

Mais statt Plastik

Große Musikfestivals sind normalerweise auch gigantische Müllmacher: Auch beim Fest in Karlsruhe lassen die zigtausende Besucher so einiges an Abfall in der Günther-Klotz-Anlage liegen. Doch die Organisatoren um Martin Wacker und Sven Varsek haben sich dem Umweltgedanken verpflichtet und entwickeln viel Kreativität dabei, die große Sommerparty der Fächerstadt so nachhaltig wie möglich über die Bühne gehen zu lassen. „Alle unsere Partner müssen sich verpflichten, sich an unsere Auflagen zu halten“, sagt Wacker.

Die Festival-Tonne mit orangenem Deckel gibt es seit 2015
Die Festival-Tonne mit orangenem Deckel gibt es seit 2015 | Foto: Hora

Geschirr aus Maisstärke, Ökostrom aus Wasserkraftanlagen, eine eigene Festival-Tonne, Fest-Shirts aus Bio-Baumwolle, fair gehandelter Kaffee und ein Müllkonzept mit ökologisch optimaler Entsorgung gehören zum Repertoire der drei Fest-Tage und des mittlerweile siebentägigen Vor-Festes, das längst kein Geheimtipp mehr ist, sondern Abend für Abend mehrere tausend Zuhörer auf das Gelände an der Alb lockt.

Regionalität als oberster Grundsatz

Zur Nachhaltigkeit zählt für das Fest-Team vor allem die Regionalität. Durch den Kartenvorverkauf über regionale Partner werden mittlerweile 90 Prozent der Tickets auch in der Region abgesetzt, was die Blechlawine während des Festivals deutlich reduziert hat. „Die Besucher sollen möglichst mit der Stadtbahn oder dem Fahrrrad anreisen“, sagt Sven Varsek. Apropos Drahtesel:  Für die gibt es schon während des Vor-Festes eigene Abstellboxen außerhalb des Geländes. Freiwillige Helfer vom Stadtgeburtstag aus dem vergangenen Jahr (Ka-300-Volunteers) erklären den Radlern, warum sie ihr Vehikel außerhalb abstellen müssen. Für die edleren Zweiräder gibt es sogar einen bewachten Parkplatz. Zudem soll von Freitag bis Sonntag eine Servicestation für lädierte Räder installiert werden.

Bitte nicht wild parken: Die Räder sollen beim Fest in speziellen Arealen abgestellt werden.
Bitte nicht wild parken: Die Räder sollen beim Fest in speziellen Arealen abgestellt werden. | Foto: Hora

Kreativdorf mit Kunsthandwerk

Doch zurück zur Regionalität: Um lange Transportketten quer durch die Republik zu vermeiden, kaufen die Cateringpartner ihre Lebensmittel weitgehend in der Region. Um das Unwesen fliegender Händler mit Ware aus Bangladesh wie auf anderen Festivals zu unterbinden, gibt es bereits zum zweiten Mal ein Kreativdorf mit einem Querschnitt der regionalen Kunsthandwerkerszene. Und natürlich fließt auch der Gerstensaft aus einer in der Fächerstadt beheimateten Brauerei. Für das Umweltkonzept wurden Wacker & Co. bereits im Jahr 2014 mit dem „A Greener Festival Award“ ausgezeichnet.

Fest-Manifest

Neben der Nachhaltigkeit hat sich „Das Fest“ noch einigen anderen Grundsätzen verpflichtet, die im Fest-Manifest 2016 (abgedruckt im Programmheft) nachzulesen sind. Neben dem Jugendschutz, der Familienfreundlichkeit, dem Sicherheitsgedanken und dem Wissenstransfer hat sich die Karlsruher Mega-Party beispielsweise selbst verpflichtet, als Forum für ehrenamtliche Initiativen und die regionale Kultur zu dienen. Beim Vor-Fest ist davon schon jede Menge zu sehen.