Das BNN-Fest-Team verabschiedet sich von Karlsruhes heißestem Musikspektakel und freut sich schon auf nächstes Jahr. Hier gibt es unsere schönsten "Fest"-Momente.
Das BNN-Fest-Team verabschiedet sich von Karlsruhes heißestem Musikspektakel und freut sich schon auf nächstes Jahr. Hier gibt es unsere schönsten "Fest"-Momente. | Foto: Hora

Impressionen des BNN-Teams

Mein schönster „Fest“-Moment

Von Sibylle Kranich

Mein schönster Festmoment? Drei Tage laufe ich kreuz und quer übers „Fest“, friere am Freitagabend im Regen, quäle mich in der samstäglichen Schwüle durch die Menschenmassen und stehe am Sonntag mit meiner Tochter über eine Stunde in der Schlange der Mädels, die gern einen Blumenkranz flechten möchten. Musik, die ich kaum kenne, dröhnt breiig von den Bühnen. Was soll daran schön sein, frage ich mich. Bei Max Giesinger schieben wir uns im Schneckentempo den Hügel hoch und sehen doch nix. Das heißt – doch. Da ist was. Jede Menge bekannte Gesichter. Eine ehemalige Kindergartenfreundin, ein alter Mathelehrer, die Sprechstundenhilfe vom Kinderarzt grüßt freundlich. Gesichter meiner Stadt, meiner Heimat – überall auf dem Hügel. „So weit gekommen und so viel gesehen“, singt Max Giesinger. Genau! Das ist er – mein Fest-Moment.

So weit gekommen und so viel gesehen: Max Giesinger
So weit gekommen und so viel gesehen: Max Giesinger | Foto: Mori Monteiro

Von Rainer Haendle

Paule Popstar und the Burning Elephants singen in der tropisch-schwülen Mittwochnacht beim „Vor-Fest“ den Handwerkerblues. Hitzegeplagte Karlsruher liegen auf dem Rasen und genießen die relaxte Atmosphäre zwischen dem Mount Klotz (dem Hügel) und dem Lago di Klotz (dem Ententeich). Vor der Bühne tanzen weißhaarige Senioren Seite an Seite mit Kleinkindern, während über der Europahalle der Vollmond aufgeht. Ich muss an Bob Dylan und sein Lied „forever young“ denken: Der Rock’n’Roll ist ein Jungbrunnen – beim „Fest“ fühlen sich die meisten Besucher um Jahre jünger.

Jung und Alt geben sich vor der Bühne ein Stelldichein.
Jung und Alt geben sich vor der Bühne ein Stelldichein. | Foto: Hora

Von Tina Mayer

Schöne „Fest“-Momente habe ich über die Jahre unzählige gesammelt. In diesem Jahr freue ich mich ganz besonders darüber, wie meine beiden kleinen Töchter mit mir zusammen das Festivalgelände erkunden. Die beiden, barfuß auf der Wiese, mit großen, staunenden Augen bescheren mir die schönsten „Fest“-Momente.


Von Britta Baier

Nach dem ersten Tag des „Fest“-Wochenendes mache ich mich, einen Tag voller Musik und spannender Eindrücke im Kopf, auf den Weg zu meinem Fahrrad. Lange hatte der Wettergott die Fest-Familie verschont, dann öffnet der Himmel doch seine Schleusen. Innerhalb von Minuten kleben T-Shirt und Jeans am Körper. Endlich angekommen, kann ich ein Stöhnen nicht unterdrücken: Völlig zugeparkt blickt mich mein kleiner Drahtesel an. Fluchend mache ich mich daran, den gordischen Knoten zu entwirren, da höre ich: „Brauchst du Hilfe?“ In Sekundenschnelle ist mein zweirädriger Begleiter befreit und nach einem schnellen „Danke“ und „Schönen Abend noch!“ bin ich auf dem Heimweg. Super, dass man auf „Das Fest“ immer eine helfende Hand füreinander hat!


Von Tina Kampf

Der Hügel bebt. Ja, das ist ein abgedroschenes Bild. Aber es fühlt sich genauso an, an diesem Samstagabend, als „Fettes Brot“ auf der Bühne steht. Der Hügel ist rappelvoll. Die Menschen stehen dicht an dicht und feiern gemeinsam, völlig friedlich. Die Scheinwerfer schweifen über die Besucher. So eng es ist, es ist schön. Es ist Gänsehaut pur. Einzigartig, diese Stimmung, dieses Fest. Und es fühlt sich noch später am Abend erneut ganz genauso an: „Django 3000“ machen den Abschluss zu einer Uhrzeit, als ich langsam nach Hause gehen wollte. Ach was: Natürlich muss man da bleiben, mitfeiern – und diesen wunderschönen Abend genießen.

Partystimmung bei Fettes Brot
Partystimmung bei Fettes Brot | Foto: Hora

Von Michael Schorpp

Samstag Mittag, kurz vor 16 Uhr: endlich Zeit für die ersehnte Tasse Kaffee. Die Sonne brennt auf das „Fest“-Gelände, aber unter den Bäumen im Schatten lässt es sich aushalten. Der Andrang auf der Wiese vor der Café-Bühne hält sich in Grenzen, entspannt schlendern die Besucher umher. Es ist, als ob das „Fest“ noch einmal innehält, bevor es am Abend dann richtig losgeht…


Von Christian Schäfer

Was für eine Überraschung am zweiten Fest-Tag. DJ Dark Fela hat mit dunklem Minimal-Techno das junge Karlsruher Partyvolk buchstäblich zum Kochen gebracht. Der rustikale Franzose mit seiner sympathischen Ausstrahlung hatte vor zwölf Jahren in einem Straßburger Lokalradio eine eigene Drum’n’Bass-Sendung, die ich regelmäßig verfolgte. Auch durfte ich anno 2004 für den Sender einige Platten auflegen. Mit einem Kollegen aus Offenburg, der damals Connections in die Straßburger DJ-Szene hatte. Und eine eigene Sendung vor Dark Fela. Im Studio lernte ich den DJ schließlich kennen. Dann verloren wir uns aus den Augen, bis zu dem besagten Fest-Samstag. Dark Fela konnte sich noch an mich erinnern: „Hey, du bist doch der aus dem Radio. Wie die Zeit vergeht.“ In der Tat.

DJ Dark Fela
DJ Dark Fela hat’s drauf. Die Festbesucher vor der DJ Bühne sind hin und weg. | Foto: Mori Monteiro

Von Peter J. Funk

Es war ein ganz früher Fest-Moment: Als am Freitag im Pressezelt um 16.18 Uhr der erste Post auf der BNN-Facebook-Seite online ging, erfasste das BNN-Team und mich eine unbändige Vorfreude. Der Startschuss: Jetzt konnte die Party beginnen. Wir waren gespannt, wie unser Online-Auftritt ankommt. Und wir wurden schon bei den ersten Beiträgen positiv überrascht. Besonders unsere Videos, aber auch die Bildergalerien und Reportagen erfreuen sich großer Beliebtheit. Dass der erste Tag durch den Amoklauf in München eine so dramatische Wende nahm, konnten wir da noch nicht wissen. Die „Fest“-Familie hat aber die richtige Antwort gegeben.


Von Marcel Winter

Das Schiffshorn, bevor bei „Fettes Brot“ der Vorhang auf der Hauptbühne nach unten ging und den Blick auf die Kulisse mit den Containern freigab. Unglaubliche Spannung auf dem Hügel, Vorfreude auf das Highlight beim Fest 2016 und dann: „Nordish By Nature“. Ein Samstagabend, ein strahlend baluer Himmel und eine tolle Fest-Atmosphäre, die mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben werden.


Von Stefanie Prinz

Mein schönster „Fest“-Moment war der Auftritt einer Band am Samstag, die mich ziemlich überrascht hat: Bei „Razz“ schien das, was man da auf der Hauptbühne gesehen und gehört hat, nicht ganz zusammenzupassen: so ein junger Sänger mit so einer bemerkenswerten Stimme, die viel älter wirkte als er aussah – und noch dazu schon am Nachmittag viel Stimmung auf dem Hügel.

Razz in concert
Yes, that’s Razz! Die Band sorgt am späten Samstagnachmittag für Stimmung. | Foto: Rake Hora

Von Tanja Mori Monteiro

Mein persönliches Fest-Highlight war, als BeNNi aufs Trampolin gestiegen ist. Im sehr heißen Kostüm hat er sich wacker geschlagen. Bei wilden Sprüngen riss er seine Arme in die Höhe und die Kleinen konnten es kaum fassen. Wenn ich mit BeNNi unterwegs bin, kann ich nicht anders, als zu grinsen. Die Kinder kommen aus meterweiter Entfernung angerannt und umarmen unser Maskottchen, streicheln seine Flügel oder seinen Schnabel. Wenn er sich dann im Kinderbereich bewegt, gibt es kein Halten mehr.

BeNNi auf dem Trampolin
BeNNi auf dem Trampolin | Foto: Mori Monteiro

Von Holger Keller

Ich bin auf dem „Vor-Fest“ in der Günther-Klotz-Anlage, es ist Donnerstagabend zur blauen Stunde. Ich sitze auf einem der Hügel am See, Freunde zu meiner Seite, die Scheinwerfer vom Café spiegeln sich auf der Wasseroberfläche, der volle Mond steht am Himmel. Dazu gesellt sich der Rock `n Roll-Sound von der Bühne. Da fällt mir wieder ein, dass es morgen schon wieder los geht mit dem dreitägigen Spektakel rund um den Mount Klotz. Das weckt Vorfreude und Spannung zugleich – schön.


Von Andreas Jüttner

Ins Publikum gegangen sind schon viele „Fest“-Stars. Aber selten so berührend wie am Freitagabend, als Rea Garvey gegen die Tristesse aus Dauerregen und Schreckensnachrichten aus München mit der Zeile „I have a feeling that I know somebody“ durch die Menge bis hin zur Rollstuhltribüne ging, von dort aus das Publikum dirigierte und, zurück auf der Bühne, verkündete, man habe ihm davon abgeraten, durchs Publikums zu laufen – es könne was passieren. Rea: „Da habe ich gesagt, was soll denn fucking passieren?“ Genau. Respekt, Rea!

Was soll denn passieren
Was soll denn passieren | Foto: Mori Monteiro

Von Patric Kastner

„Es ist Neunzehn-sechsundneunzig…“ – bei diesen Songzeilen werden Erinnerungen wach. Wahrscheinlich jedem Hiphop-Fan sind sie ein Begriff und die Schöpfer dieser Zeilen waren beim „Fest 2016“. „Fettes Brot“ live erleben – ja, nein oder jein? Natürlich ja! Die Entscheidung war sofort gefallen. Also ab auf das Feld vor die Hauptbühne rennen und mit den Hamburger Rappern mitfeiern – ein genialer Moment, dieses Lied durfte ich auf keinen Fall verpassen. Die Hymne der Unentschlossenheit, „Jein“, ließ auch tausende Fans auf dem vom Bühnenlicht erleuchteten Mount Klotz umso entschlossener tanzen und mitsingen.


Von Laura Fischer

Es ist Sonntagnacht, 0.28 Uhr. In meinem E-Mail-Postfach ploppt eine Nachricht auf. Betreff: Das Fest. „Hallo, danke für deinen Beitrag, für das Interview und für das Video…liebe Grüße, Sino :)“ steht dort geschrieben. Und ich wusste, der Einsatz in den letzten Tagen hat sich gelohnt. Sino ist einer der fünf jungen Karlsruher Rapper, die ich am Abend zuvor für die BNN interviewt hatte. Sie stammen aus Algerien, Nigeria und der Türkei. Sie singen von schweren Zeiten und Geschichten, die ihr Leben schrieb. Und ich machte mir Gedanken: Würden mich diese „harten Jungs“ denn ernst nehmen? Am Ende des Tages hatte ich fünf interessante junge Männer kennengelernt, die das fertige Video fleißig auf Facebook teilten. Danke dafür! Liebe Grüße, Laura


Von Dominik Schneider

Momente bei Festivals sind wie ein bunter Strauß Blumen. Meistens sind es aber Kleinigkeiten, die besonders hängen bleiben. Während dem ganzen „Fest“-Marathon verbringt man mit den Kollegen mehr Zeit, als mit seiner Liebsten – manchmal ganz schön ätzend. Da ist es ganz besonders schön, während dem „Vor-Fest“ einen Besuch von ihr abgestattet zu bekommen: Sonnenuntergang, Picknick-Decke und sich an einem leckeren Lángos oder einem Burger am „Lago di Klotz“ entspannt zu verlustieren. Dazu das Sommergefühl, dass sich endlich eingestellt hat, und Live-Musik von der Cafébühne, was will man mehr?

Karibik-Flair am Lago di Klotz: Nach den hochsommerlichen Temperaturen kommt die Abkühlung.
Karibik-Flair am Lago di Klotz: Nach den hochsommerlichen Temperaturen kommt die Abkühlung. | Foto: Hora

Von Karin Stenftenagel

Dieses Jahr war ich ziemlich viel im Pressezelt, richtige „Fest“-Momente gab es eigentlich nur zwei – und die waren beide die schönsten. Am Samstag witschte ich mit der lieben Kollegin Pia am Nachmittag kurz raus aus dem Zelt, rein ins Getümmel – der Hunger trieb uns. Das Essen auf dem Fest hat mich eigentlich noch nie enttäuscht, und das Thaicurry hat sitzend auf dem Gras in netter Gesellschaft ganz besonders geschmeckt. Der frühe Sonntagabend bei glühender Hitze und Reggaemusik von Dellé hat dann das Gute-Laune-Barometer weiter steigen lassen – schließlich entführt mich das Kopfkino bei solchen Klängen sofort auf eine liebgewonnene Trauminsel im Indischen Ozean, wo vor Jahren die komplette Bevölkerung im Stau stand, nur um ein Konzert der Wailers zu erleben.


Von Daniel Streib

Na klar, ein Festival wie „Das Fest“ trägt das Wesen der Berufsjugendlichkeit tief in sich: Immer etwas ganz Neues, immer etwas ganz Hippes, das treibt die Pop-Welt um. Wenn sich so ein Mammut-Festival rechnen soll, dann geht es nur so wie es die „Fest“-Macher nun einmal machen, mit allem Kommerz. Mein persönlicher Fest-Moment war genau aus diesem Grund der Auftritt der „Rentnerband“ Element of Crime. Denn sie wissen: „Nichts ist so kalt wie der heiße Scheiß von gestern.“ Und das muss doch auch mal gesungen werden. Am besten zum Schluss.

Altersweise Poeten: Element of Crime beim Finale des "Fest"-Sonntags in Karlsruhe.
Altersweise Poeten: Element of Crime beim Finale des „Fest“-Sonntags in Karlsruhe. | Foto: Rake Hora

 



Und hier noch der schönste „Fest“-Moment von Max Giesinger