Möbelbau bei "Das Fest"
Solche Möbel werden bei "Das Fest" gebaut | Foto: jodo

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Möbelbau beim Karlsruher „Das Fest“

Der Sessel dauert 15 Minuten, der Tisch ist noch etwas schneller fertig – und alles im Zeichen der Nachhaltigkeit: In der Schreinerei von Das Fest werden derzeit fleißig Möbel aus Reifen und Stoffplanen gebaut.

Von „Das Fest“ zu den Lichtspielen

Ab morgen sind sie im Kinder- und Kulturbereich des Open-Airs zu finden und laden zum Sitzen und Entspannen ein. Hier ist das Programm von „Das Fest“ zu finden. Und von der Günther-Klotz-Anlage geht es für die Tische und Stühle – zusammen rund 40 Stück – dann weiter zum Schlossvorplatz: Bei den allabendlichen Lichtspielen, die dort am 7. August beginnen, sind sie ebenfalls Teil der Infrastruktur. Hier gibt es weitere Infos zu dem Schlossprojektionen.

Michelin spendete Reifen

Im Rasen in der Nähe der Brücke bei der Europahalle stapeln sich die Reifen. Sie sind neu, haben aber beispielsweise einen Produktionsfehler. Der Hersteller Michelin sortierte sie aus, machte sie durch ein Loch fürs Fahren gänzlich untauglich und spendete sie an „Das Fest“. Bei dem ist Tobias Hauth aus Stutensee für drei Wochen in der Schreinerei angestellt.

Zusammen mit zwei Kollegen baut er Rampen oder kümmert sich um den Holzboden beispielsweise bei der Weinterrasse. Und wann immer noch Zeit bleibt, bastelt er an den Möbeln.

Erst mal gibt es, zwei ähnlich große zu finden, die werden später nämlich gestapelt, damit die Höhe stimmt. Doch erst mal gilt es den Sitz zu beziehen: Aus Stoffplanen, die einst als Sichtschutz an Zäunen dienten, schneidet Hauth ein passendes Stück aus.

140-Kilo-Mann saß Probe

Die Ränder schneidet Hauth wie eine Pizza an und tackert dann den Stoff an. Löcher werden in den Rand der gestapelten Reifen gebohrt, beide mit Kabelbinder aneinander fixiert – fertig ist der Stuhl. Und er ist belastbar, wie der 27-Jährige versichert: „Es saß testweise schon ein 140-Kilo-Mann aus unserem Team drauf, das war kein Problem“, erzählt der junge Mann, der eigentlich Metallbaumeister ist.

Material ist weicher

Die Arbeit in der Schreinerei von „Das Fest“ sei kein Problem, „es ist nur weicheres Material“, sagt lachend Hauth, der zuletzt vorwiegend mit Bambus gearbeitet hatte. Mitte Juni kam er aus Nepal zurück, wo er 100 Tage half, die Erdbebenschäden zu beheben. „Ich wollte etwas mit Sinn machen.“

Katastrophenhilfe in Nepal

Zusammen mit weiteren Engagierten baute er im ländischen Nagarkot – etwa 32 Kilometer östlich von Kathmandu – jeweils 20 Quadratmeter große Hütten aus Bambus. „Der ist super elastisch. Er bricht auch nicht. Und sollte die Hütte – was eigentlich kaum möglich ist – umfallen, wird niemand erschlagen“, erklärt der junge Globetrotter. Vor seiner Zeit in Nepal war er erst in Indien, dann in Thailand.

Dem Zielfisch auf der Spur

„Ich fische gerne. Und ich setze mir immer einen Zielfisch, den ich fangen will.“ In Indien war es ein Giant Trevally, in Thailand ein Black Marlin. Beide Zielfische wurden gefangen – und dann wieder in die Freiheit entlassen, wie Hauth berichtet. Jetzt bleibt er erst mal eine Zeit in der Heimat, wo auch seine Freundin lebt. Der Job bei „ Das Fest“ habe ideal reingepasst. „Ich bin mit dem Fest groß geworden“, sagt er. Jetzt sucht er einen Job irgendwo in der Region. „Aber die Katastrophenhilfe hat es mir angetan. Ich kann mir das mal wieder vorstellen“, sagt er.