Die Hex vom Dasenstein reitet wild auf einem Geißbock. So verwegen wurde die Sagenfigur berühmt. Die Winzergenossenschaft in Kappelrodeck benannte sich nach der Frauenfigur, die angeblich eine unglückliche Liebesgeschichte erlebte.
Die Hex vom Dasenstein reitet wild auf einem Geißbock. So verwegen wurde die Sagenfigur berühmt. Die Winzergenossenschaft in Kappelrodeck benannte sich nach der Frauenfigur, die angeblich eine unglückliche Liebesgeschichte erlebte. | Foto: Sandbiller

Auflösung Teil 3

Als Hexe vom Dasenstein machte das Burgfräulein Karriere

Der Wein aus Kappelrodeck trägt ihren Namen

Wein, Weib und eine verbotene Liebe: Die Geschichte der Hex vom Dasenstein hat alle Zutaten für einen Dauerbrenner. Im Ortenauer Weindorf Kappelrodeck jedenfalls wird die Sage vom verstoßenen Burgfräulein, das als „Hexe“ in einer Höhle hauste, seit vielen Generationen erzählt. In einen Bauern soll sich die Adlige als junges Mädchen ganz unstandesgemäß verguckt haben – das war der Anfang ihres sozialen Absturzes.
Ihr Vater, der Herr von Burg Rodeck, jagte die liebestrunkene Tochter davon. Und dann ließ auch noch der Herzallerliebste sie sitzen. „Als sie ohne Erbe dastand, wollte er sie nicht mehr“, meint Marco Köninger, Geschäftsführer des „Winzerkeller Hex vom Dasenstein“ und fügt hinzu: „Eigentlich ist es ja eine traurige Geschichte.“ Doch für den Winzerkeller erwies sie sich als Glücksfall. Er verbreitet die Hexen-Sage auch bevorzugt in heiteren Reimen:

Auf Rodeck litt vor langer Zeit,
ein Burgfräulein viel Herzeleid.
Es liebte einen Bauernknab’,
drum jagt’ der Ritter es hinab.

Die Arme haust’ im Dasenstein
Und pflanzte ringsumher sich Wein.
Doch als sie hässlich war und alt,
man eine Hexe sie gar schalt.

Drum übte sie manch tollen Streich,
beim Dasenstein im Rebbereich.
Und hauste in dem Felsenloch,
nach vielen Jahren immer noch.

Der Wein von dort nach ihr genannt,
ist heut bekannt im ganzen Land.
Das ist die „Hex vom Dasenstein“.
Ein köstlicher Burgunderwein.

Er hat’ne Hexe’ sagt man wohl,
trinkt einer mehr noch als er soll.
So herrscht die Hex vom Dasenstein
auch heute noch im Kappler Wein.

Den Namen der Hex vom Dasenstein kennt im Badischen fast jeder. Ebenso ihr Bild, das seit den 1960er-Jahren auf den Weinflaschen prangte: Ein ungestümes, besen-bewaffnetes Weib reitet da auf einem Geißbock. Doch die tränenrührige Lebensgeschichte der Hex? Die ist außerhalb Kappelrodecks weit weniger bekannt. Und wie viele Weinfreunde wissen wohl, dass mit dem Dasenstein eine Felsengruppe in den Weinbergen Kappelrodecks gemeint ist? Eine Höhle, in der eine ausgewachsene Hexe leben könnte, findet man dort oben im Fels heute allerdings beim besten Willen nicht. Trotzdem lohnt ein Aufstieg zum Dasenstein und der gleichnamigen Rasthütte. „Die Aussicht von hier oben ist einfach gigantisch“, schwärmt Köninger. Das hat der Winzerkeller-Chef jetzt auch schriftlich: Kürzlich erst wurde der Dasenstein vom Deutschen Weininstitut als „schönste Weinsicht“ ausgezeichnet.

Auf Schloss Rodeck soll die Hexe als edle Ritterstochter aufgewachsen sein – damals war es jedoch noch eine Burg.
Auf Schloss Rodeck soll die Hexe als edle Ritterstochter aufgewachsen sein – damals war es jedoch noch eine Burg. | Foto: Sandbiller

Bis zum Straßburger Münster kann der Blick bei schönem Wetter über das Rheintal schweifen. Zum Schwarzwald reicht die Aussicht bis zur Hornisgrinde. Wenn die Hex hier oben vor ihre Höhle trat, wurde sie zwangsläufig ständig an ihre Herkunft erinnert: Die väterliche Burg Rodeck – die erst um 1880 zu einem Schloss umgebaut wurde – thront zum Greifen nah auf dem Hang gegenüber. Ein reicher Ukrainer hat das Anwesen vor einigen Jahren gekauft. Die Adelsfamilie von Roeder, aus der die Hexe angeblich stammte, verschwand in Kappelrodeck schon 1605 – mangels Nachkommen. Ob wirklich einmal eine Tochter der alten Burgherren wegen einer Liebesgeschichte verstoßen wurde? Ob sich eine schrullige Einsiedlerin beim Dasenstein herumtrieb? Keiner kann das wirklich sagen – oder will es wissen.

Die Hexe vom Dasenstein hat im täglichen Leben Spuren hinterlassen

Die alte Volkssage ist in Kappelrodeck höchst lebendig. An Fastnacht beweisen die Hexengruppen das eindrucksvoll. Legendär ist das frühere Tanzlokal „Hexenkeller“. „Da haben sich viele Paare gefunden“, erzählt Köninger schmunzelnd. Und bequem ist es auch, wenn ein Dorf so ein Hexenweib sein Eigen nennt. „Wenn etwas schief läuft, sagt man: Das war die Hex. Und wenn jemand betrunken ist, sagt man: Er hat eine Hex“, erzählt Köninger.

Verjüngt: Die Hex prangt neuerdings in zarter Version (links) auf den Etiketten.
Verjüngt: Die Hex prangt neuerdings in zarter Version (links) auf den Etiketten. | Foto: Weisenburger

Als die Winzergenossenschaft in Kappelrodeck 1934 gegründet wurde, griff sie auf den Namen der bekannten Sagengestalt zurück. Rund 1,5 Millionen Flaschen füllt der Winzerkeller jährlich ab. 14 Sorten gibt es mittlerweile. Die bewährten Klassiker Spätburgunder, Grauburgunder, Riesling und Müller-Thurgau machen immer noch den Löwenanteil aus. Exportiert wird der Wein auch in die USA, nach China und Japan. Dort sind auch die nostalgisch anmutenden Reliefflaschen mit der zerzausten wilden Hexe sehr beliebt. Die meisten Kunden aber müssen sich an eine geliftete, stark verjüngte Hexe gewöhnen: Ein feenhaftes Geschöpf glänzt neuerdings auf den normalen Weinetiketten. Der Winzerkeller hat sein Wahrzeichen überarbeiten lassen. „Die alte schrumpelige Hex ist verschwunden“, sagt Köninger – die Kunden hätten das Design als angestaubt empfunden. Sieht aus, als wäre Werbefachleuten gelungen, was der Burgherr einst vergeblich versuchte: die Hexe zu zähmen.

Für Weinfreunde: Die Winzerkellerei „Hex vom Dasenstein“ in Kappelrodeck bietet jeden Freitag um 15 Uhr eine öffentliche Führung im Betrieb an.
Gruppenführungen und Weinproben auf Anfrage unter (0 78 42) 9 93 80.
Für Wanderer: Zum Dasenstein und in die Kappelrodecker Weinberge führen diverse Wandertouren unterschiedlicher Länge, zum Beispiel die „Weinwanderung bei der Hex“ (6 km). Der Weinlehrpfad (Start am Kappelbergweg) bietet zudem viel Wissenswertes über den Weinbau. Einige Touren führen auch zu Höfen mit den beliebten Obstschnapsbrunnen.
Für Kinder: Die Multimedia-Sagenwanderung (Start beim Schützenhaus-Parkplatz) erweckt die Hexe zu neuem Leben.
Genaue Tourenbeschreibungen und Infos zu geführten Wanderungen unter www.kappelrodeck-tourismus.de, Telefon (0 78 42) 8 02 10.

Das sind die Gewinner von Woche drei:

Als Hauptpreise gab es Eine „Auszeit für Zwei“ in der Villa Hammerschmiede in Pfinztal mit zwei Übernachtungen, Frühstück, einem Feinschmeckeressen und einer Gesichtsbehandlung im Wellnessbereich hat gewonnen: Bettina Haindl aus Eggenstein-Leopoldshafen.
Einen Aufenthalt im Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe in Zweiflingen mit einer Übernachtung inklusive Frühstück, Gourmet-Menü und Nutzung des Luxus-Spa in „Deutschlands bestes Wellnesshotel“, hat gewonnen: Christoph Rösch aus Karlsruhe. | Foto: Frei
Eine „Auszeit für Zwei“ in der Villa Hammerschmiede in Pfinztal mit zwei Übernachtungen, Frühstück, einem Feinschmeckeressen und einer Gesichtsbehandlung im Wellnessbereich hat gewonnen: Bettina Haindl aus Eggenstein-Leopoldshafen.
Über eine „Auszeit für Zwei“ in der Villa Hammerschmiede in Pfinztal mit zwei Übernachtungen, Frühstück, einem Feinschmeckeressen und einer Gesichtsbehandlung im Wellnessbereich darf sich Bettina Haindl aus Eggenstein-Leopoldshafen freuen. | Foto: Frei

Ein signiertes Trikot des Karlsruher Sport Clubs (KSC): Dominik Oberocker (Stutensee).
Einen signierten KSC-Ball: Johann Abend (Ettlingen).
Eine Action-Cam aus dem BNN-Prämienshop geht an: Noemi Stüber (Achern)
Zwei Leih-E-Bikes des Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) für ein Wochenende: Birgit Helmstätter (Malsch).
Zwei Wochenendtickets für das DTM-Finale auf dem Hockenheimring am 14. bis 16. Oktober, inklusive Zutritt zum Fahrerlager: Oliver Keck (Karlsdorf-Neuthard).
Zwei Karten für das Musik-Comedy-Duo Carrington-Brown am 19. Oktober auf der klag-Bühne Gaggenau: Vera Nagel (Durmersheim).
Ein Familien-Ehrenticket des Unimog-Museums Gaggenau mit Mitfahrt im Unimog und Führung: Josef Klein (Karlsruhe).
Vier Tickets für Oktobervorstellungen der Badisch Bühn: Benno Hoffmann (Karlsruhe).
Je eine Familienkarte für die Vier-Häfen-Rundfahrt der MS Karlsruhe am 7. September: Sigrid Körner (Neuenbürg), Gaby Urbaniak (Bad Schönborn), Sonja Beck (Achern), Marliese Nowak (Bruchsal), Siegfried Schneeweiss (Karlsruhe).
Ein Baden-Württemberg-Ticket der Deutschen Bahn und zwei Schlosscards der Staatlichen Schlösser und Gärten: Anna Elisabeth Lang (Sasbach).
Eine Monatsnetzkarte des KVV: Peter Eid (Karlsruhe).
Zwei Familienkarten für die Insel Mainau plus Buch „Bodensee mit Kindern“ und „Verzauberter Bodensee“: Nikolaus Kling (Graben-Neudorf).
Ein Familienticket für das Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe plus ZKM-Bannertasche: Tilman Finzel (Königsbach-Stein).
Vier Tickets für die Technik-Museen Speyer/Sinsheim: Maria Volk (Jockgrim).
Vier Tickets fürs Sealife Speyer: Karin Dantes (Waghäusel).
Zwei Tickets für eine Brotzeitführung der Alpirsbacher Brauwelt: Hans-Jörg Oesterle (Iffezheim).
Vier Tickets für den Baumwipfelpfad Schwarzwald in Bad Wildbad plus Rutschenkarten: Camilla Glatz (Pforzheim).
Zwei Karten für das Casino Baden-Baden plus Getränke-Karten und Buch: Andrea Uhlendahl (Kappelrodeck).
Drei Tickets für den Gasometer Pforzheim: Claudia Steppacher (Pfinztal).
Zwei Tageskarten für das Palmenparadies der Thermen und Badewelt Sinsheim: Kornelia Auch (Kraichtal).
Zwei Freikarten für das Kino Forum in Rastatt, Offenburg oder Lahr: Gisela Schuth (Ötigheim).
Ein Tagesticket für das Rotherma Gaggenau: Volker Schneider (Malsch).
Ein Gutschein über 20 Euro von der Karlsruher Tourismus GmbH: Herbert Schäfer (Baden-Baden).
Je ein BNN-Wanderbuch von Janina Beuscher „Rhein, Reben und Runien“: Gisela Dittus (Walzbachtal) und Anne Ungeheuer (Eggenstein-Leopoldshafen).
Je ein Buchpaket mit Matthias Kehles „Das gibt es nur im Schwarzwald“ und Yps Knaubers „Best of Karlsruhe“: Barbara Maurath (Rheinmünster), Patricia Grühl (Sasbach), Ottmar Mannherz (Kraichtal), Jasmin Bruder (Wörth), Waltraud Märzluft (Waghäusel) und Thomas Muschinski (Karlsruhe).
Je ein Buchpaket mit Christiane von Lafferts Roman „Herz verloren, Glück gefunden“ und Susanne Aerneckes „Tochter des Drachenbaums“: Alexandra Rummel (Bühlertal), Heidemarie Smetak (Remchingen) und Sabine Thaller (Rheinau).