In Teil zwei unseres Rätsels fanden viele Leser die Lösung: das Faust-Museum Knittlingen. Einige Schritte weiter befinden sich außerdem das Faust-Archiv sowie das Geburtshaus des historischen Faust.
In Teil zwei unseres Rätsels fanden viele Leser die Lösung: das Faust-Museum Knittlingen. Einige Schritte weiter befinden sich außerdem das Faust-Archiv sowie das Geburtshaus des historischen Faust. | Foto: Sandbiller

Auflösung Teil 2

Das Faust-Museum Knittlingen

Den hat der Teufel geholt – oder nicht?

Mit der Suche nach Antworten hielt sich auch unsere Legendengestalt aus Teil zwei des Sommerrätsels Zeit ihres Lebens auf. So mag jenes Zitat aus Johann Wolfgang von Goethes Drama „Faust I“ vielleicht diejenigen Leser trösten, die nicht auf die richtige Lösung gekommen sind:
„Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, Und leider auch Theologie! Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor.“
Gesucht war aber nicht die berühmteste Interpretation des Mythos von Goethe, sondern das Faust-Museum in Knittlingen am Rande des Kraichgaus. Denn nur wenige Schritte von dort soll der historische Georg Johann Faust 1480 geboren worden sein. „Zumindest gehen wir zu 90 Prozent davon aus“, sagt Denise Roth, Leiterin des Faust-Museums, das seit 1980 im alten Rathaus Knittlingen untergebracht ist. Eine Geburtsurkunde existiere wegen der großen Brände in Knittlingen nicht. Für die Stadt als Geburtsort spreche aber ein Kaufbrief des Hauses aus dem Jahre 1542 mit dem Vermerk „allwo fausten born“. Im 19. Jahrhundert wurde dort der sternförmige, als „Giftschrank des Doktor Faust“ bekannte Holzschrank gefunden – konserviert in einer dicken Talg-Teer-Schicht. Die eingravierten Symbole und Intarsien sprechen dafür, dass sich die Bewohner dort mit der Alchemie auseinandersetzten, der Wissenschaft, die Faust letztlich zu seinem zweifelhaften Ruhm verhalf. Das Faust-Museum erinnert heute auf drei Stockwerken an die Sage und ihre Facetten. Angefangen beim historischen Faust und seiner Zeit geht es über Puppenspiele zu „Fäusten“ von Goethe bis Thomas Mann und der Rezeption in Theater, Film und Musik. „Allein an Goethes Faust-Adaptionen kann man sich zu Tode interpretieren, so komplex ist das Werk, das in Deutschland einen wahren ,Faust-Boom‘ auslöste“, sagt Roth. Dabei stammt die Legende an sich vom einfachen Volk.

Charismatisch und klug soll Georg Johann Faust gewesen sein. Überall beliebt aber war er nicht.
Charismatisch und klug soll Georg Johann Faust gewesen sein. Überall beliebt aber war er nicht. | Foto: Sandbiller

Denn obwohl Georg Johann Faust zu Lebzeiten durchaus polarisiert, wird er von keinem Zeitgenossen, Kritiker oder Kontrahenten als Teufelsbündler bezeichnet. „Faust war wohl vor allem Autodidakt, Suchender, Wissenschaftler.“ Früh habe er Knittlingen verlassen, sesshaft sei er nie gewesen. Auf seine Profession verweisen verschiedene Quellen, die ihn etwa als Magier, Astrologen und äußerst selbstbewussten Mann bezeichnen. „Faust muss ein charismatischer Typ mit gewissem Showtalent gewesen sein, aber auch ein seriöser Forscher“, fasst Roth zusammen. Seine Kompetenz brachte ihm wohl von einem Abt des Klosters Bamberg um 1520 die Ehrendoktorwürde ein. Doch nicht überall war Faust beliebt: 1528 wird er aus Ingolstadt ausgewiesen, 1532 wird ihm die Einreise nach Nürnberg verwehrt. Schuld daran sei sein nicht eben vertrauenserweckender Ruf gewesen.

Mit dem Tod beginnt die Legendenbildung

Die Legendenbildung kommt erst mit seinem sensationellen Tod: Faust stirbt 1540 in Staufen bei Freiburg – wahrscheinlich weil ein alchemistisches, also chemisches Experiment missglückt. „Die dampfende, zischende Alchemistenkiste ist sogar heute noch faszinierend“, erklärt Roth. Für die einfachen Leute sei dieser Tod erst recht unverständlich gewesen. „Da hieß es dann kurzerhand: ,Den hat der Teufel geholt‘.“ Schnell kursieren die Legenden: Das Volk strickt Geschichten um einen Teufelspakt, Bänkelsänger verbreiten die Moritat über den Doktor Faust weiter. Den Kirchen missfiel die Faust-Begeisterung allerdings. Mit dem ersten Faust-Buch, der „Historia von D. Johann Fausten“ versucht ihr der reformatorische Verleger Johannes Spiess 1587 Einhalt zu gebieten. In dem Volksbuch folgt auf den Pakt zunächst die sinnliche Befriedigung aller menschlichen Wünsche – nach 24 Jahren reißt Mephisto Faust jedoch in die Hölle. Doch die Publikation verfehlt ihr Ziel: „Heute würde man sagen, dieses Buch war ein internationaler Bestseller“, sagt Roth. In der Folge kommt die Sage nach England, gelangt mit englischen Schauspielgruppen zurück in den deutschsprachigen Raum. Um 1700 greifen Puppenbühnen den Stoff auf, über die schließlich Goethe darauf aufmerksam wird. Kernmotiv ist in den Bearbeitungen stets der Teufelspakt: „Ist das nicht auch verlockend? Hier, jetzt, sofort bekomme ich alles, was ich will – aber danach wird’s heiß. Dass Faust es trotzdem wagt, dieser Mut macht ihn legendär“, betont die Museumsleiterin. So entwickelte sich der Mythos zu einem der bekanntesten Stoffe der Geistes- und Kulturgeschichte. Kein Wunder, wie Denise Roth findet: „Über dieses Motiv kann man nahezu jede Sehnsucht artikulieren. Wenn das kein Stoff für Legenden ist.“

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 9.30 Uhr bis 12 Uhr und 13.30 Uhr bis 17 Uhr; Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 10 Uhr bis 18 Uhr.
Führungen: Das Team des Faust-Museums bietet Führungen unterschiedlichen Formats (etwa für Kinder oder als Taschenlampenführung) an. Gruppenführungen nach telefonischer Vereinbarung unter (0 70 43) 95 16 10 oder (0 70 43) 9 50 69 22. Darüber hinaus lockt das Museum mit einem Kulturprogramm: Am Samstag, 22. Oktober, etwa heißt es um 17 Uhr „Faust kulTinarisch“. Dann lädt das Faust-Museum mit der Theatergruppe Laterna Mystica zum szenisch-theatralischen Rundgang mit anschließender Weinprobe.
Weiteres: www.faustmuseum.de

 

Das sind die Gewinner:

Den Wochenpreis, zwei Übernachtungen in der Junior-Luxus-Suite im Hotel Dollenberg in Bad Peterstal-Griesbach, inklusive reichhaltigem Frühstücksbuffet sowie Sechs-Gang-Genießer-Halbpension hat Mirna Spanicek aus Bretten gewonnen.

 

Für die Gewinner des Wochenpreises gibt es gleich zwei Übernachtungen in der Junior-Luxus-Suite des Hotel Dollenberg in Bad Peterstal-Griesbach, das mit einer großen Wellness-Landschaft lockt.
Für die Gewinner des Wochenpreises gibt es gleich zwei Übernachtungen in der Junior-Luxus-Suite des Hotel Dollenberg in Bad Peterstal-Griesbach, das mit einer großen Wellness-Landschaft lockt. | Foto: Hotel Dollenberg

Viele weitere Leser sind in dieser Woche nicht leer ausgegangen, sondern haben folgende Preise gewonnen:

Den kulinarischen Ausflug zu Landrau Ursula Baßler von der SWR-Fernsehserie „Lecker aufs Land“ dürfen genießen: Ursula Klein (Malsch), Erika Reiner, Helene Kurali (Karlsruhe), Raimund Kramer (Achern), Victoria Brödemann, Sabine Pfeifer (Ettlingen)
Die Fahrt mit Ballooning 2000 geht an: Marion Kohlmann (Karlsruhe)
Karten für das Musical „Rocky“ in Stuttgart: Jason Dalheimer (Oberhausen)
Vier Tickets für das Legoland in Günzburg: Talina Wilck (Karlsruhe)
Ein Ausflugspaket mit dem Baden-Württemberg-Ticket der Deutschen Bahn und zwei Schlosscards der Staatlichen Schlösser und Gärten: Marion Morlock (Eggenstein-Leopoldshafen)
Zwei Familienkarten für die Insel Mainau inklusive der Bücher „Bodensee mit Kindern“ und „Verzauberter Bodensee“: Katrin Meier (Bühl)
Vier Eintrittskarten in den Europa-Park in Rust: Jörg Nock (Kappelrodeck)
Einen Fischer-Technik-Kasten aus dem BNN-Shop: Takis Boufis (Dettenheim)
Zwei Wochenendtickets für ADAC GT Masters von 30. September bis 2. Oktober: Jürgen Klein (Bretten)
Zwei Tickets für die Alpirsbacher Brauwelt: Hermann Heinzler (Ettlingen)
Ein Familienticket für das Gaggenauer Unimog-Museum inklusive Mitfahrt im Unimog und Führung: Karl-Heinz Geigle (Linkenheim)
Vier Tickets für den Baumwipfelpfad in Bad Wildbad inklusive Rutschentickets: Marco Fetzner (Karlsruhe)
Zwei Tickets für das Casino Baden-Baden mit Getränkekarten und Buch: Hans Peter Matz (Karlsruhe)
Zwei Freikarten für das Kino Forum in Rastatt, Offenburg oder Lahr: Ulrike Rocca (Rheinstetten)
Eine Monatsnetzkarte des KVV: Edith Stritzelberger (Karlsdorf)
Zwei Tageskarten für das Palmenparadies der Thermen und Badewelt Sinsheim: Miriam Lorenz (Karlsruhe)
Ein Tagesticket für das Rotherma Gaggenau: Heike Soor (Karlsruhe)
Vier Tickets für Sealife in Speyer: Conny Brunner (Bretten)
Vier Silberkarten für die Technik-Museen Speyer und Sinsheim: Reinhold Müller (Ubstadt-Weiher)
Zwei Tickets für die Eröffnung des Zirkus-Festivals „Atoll“ im Karlsruher Tollhaus: Kerstin Monasso (Karlsruhe)
Vier Tickets für eine Oktobervorstellung der Badisch Bühn: Michael Scholz (Karlsruhe)
Ein Gutschein im Wert von 20 Euro von der Karlsruhe Tourismus GmbH für Souveniers und Führungen: Heike Bucher (Karlsruhe)
Drei Tickets für den Gasometer Pforzheim: Bruno Gengel (Forst)
Zwei Tickets für das neue Programm von Dave Davies am 16. Oktober im Rantastic in Baden-Baden-Haueneberstein: Eileen Müller (Ettlingen)
Zwei Karten für die „Ladies Night“ des Fischer & Jung Theaters im Rantastic am 29. September: Heidemarie Fischer (Bruchsal)
Einmal zwei Bücher „Eine Mama am Rande des Nevenzusammenbruchs“ sowie den Baggerseenführer „Seensüchtig“: Elke Becker (Kraichtal), Helga Müller (Ubstadt-Weiher), Heike Stahl-Erny (Karlsruhe)
Einmal zwei Bücher „Mit der Waschmaschine durch Deutschland“ und „Seensüchtig“: Hannelore Wiederhold (Karlsruhe), Bernd Metzger (Graben-Neudorf), Andrea Heß-Heneka (Bruchsal)
Einmal zwei Bücher „Die rote Lene“ und „Verzauberter Bodensee“: Angelika Wörner (Renchen), Gisela Zuber (Karlsruhe), Rainer Mayer (Ubstadt-Weiher)