Auf dem Turmberg in Durlach geht die Weiße Frau um.
Auf dem Turmberg in Durlach geht die Weiße Frau um. | Foto: Sandbiller

Auflösung Teil 1

Die Weiße Frau vom Turmberg

Noch heute geht die Weiße Frau um – bei Sonderführungen

Zur Geisterstunde erscheint die mysteriöse Frau dem Handwerksburschen. Der liegt schnarchend auf dem Durlacher Turmberg, müde von der Walz, als sie ihn wachkitzelt und ihm einen großen Schlüsselbund vor die Nase hält. „Wenn du den Richtigen auswählst, dann findest du einen Schatz und ich werde erlöst“, flüstert die Weiße Frau. In welches Schloss der Schlüssel passen sollen? Na, ein Zaubertor erscheint plötzlich im Berg – es versperrt den Weg zu einem Schatz. Aber es kommt, wie es bei traurigen Sagen kommen muss: „Der Handwerksbursche sucht, entscheidet sich im letzten Moment um – und wählt den falschen Schlüssel“, fasst Susanne Hilz-Wagner zusammen. „Das Tor verschwindet und die Frau sagt tieftraurig: ,Nun bin ich nicht erlöst und du wirst nicht reich‘.“
So ähnlich soll es sich zumindest abgespielt haben, das gespenstische Ereignis auf dem Turmberg über Karlsruhes Mutterstadtteil Durlach. Und wenn sich jemand mit der alten Sage auskennt, dann Susanne Hilz-Wagner. Sie geht heutzutage als Weiße Frau vom Turmberg um – und führt Ausflügler durch Durlach und über den Turmberg. Sie hat zahlreiche Versionen der alten Volkssage gesichtet. Angeblich unternahmen Durlacher Bürger vor langer Zeit sogar eine nächtliche Exkursion auf den Turmberg, weil sie die schaurige Geschichte des Handwerksburschen nicht glauben wollten. „In einer Adventsnacht, bei Vollmond, stiegen sie hinauf. Aber nach Mitternacht, bei aufsteigendem Nebel, sahen sie alle die Weiße Frau um den Turm herumschweben“, erklärt Hilz-Wagner schmunzelnd. Blitzschnell rannten die Bekehrten angeblich den Berg hinab, läuteten die Glocken und berichteten allen Durlachern von ihrem gruseligen Erlebnis.

Hier geht sie um, die Weiße Frau: auf dem Durlacher Turmberg.
Hier geht sie um, die Weiße Frau: auf dem Durlacher Turmberg. | Foto: Sandbiller

Etliche Varianten sind im Volksmund überliefert

Weiße Frauengestalten tauchen in vielen Volkssagen auf. „Oft kommen sie in Wiederkehrer-Geschichten vor“, erklärt Hilz-Wagner. „Sie sind Tote, deren Seelen nicht aufsteigen können, weil sie zu Lebzeiten eine Schuld auf sich geladen haben.“ Deshalb bittet die Weiße Frau um ihre Erlösung. Auch ein häufiges Motiv: „Die Weiße Frau tritt als Schatzhüterin auf“, sagt Hilz-Wagner. Die geschichtsbeflissene Durlacherin, Fachfrau für Kulturmanagement, ist mit der Sage aufgewachsen.
Wie oft die Geschichte weitererzählt und verändert wurde, ist kaum zu überblicken. In alten Sagenbüchern tauchen etliche Varianten auf. Mal lockt die Weiße Frau einen Knecht in den Berg. „Fässer voll Gold und Silber“, findet der Mann dort vor – und eine reich gedeckte Tafel, einen Garten mit Kloster und goldenem Heiland. Sieben Tage lang lässt er es sich bei der Weißen Frau gutgehen, so meint er. Doch als er wieder aus dem Berg heraustritt, stellt er bestürzt fest: Sieben Jahre lang war er weg.
In einer anderen Überlieferung bittet die Weiße Frau einen jungen Mann, sie durch seine Küsse zu erlösen. Zuerst verwandelt sie sich in einen Frosch, dann in eine Schlange. Da überwindet sich der Auserwählte noch, doch als die Weiße Frau ihm als Feuer speiender Drache begegnet, nimmt er Reißaus – trotz versprochenem Schatz. Manchen Karlsruhern ist die Weiße Frau unter dem Namen „Alba“ bekannt – und sie hütet einen Piratenschatz.
Wer heute mit der Weißen Frau vom Turmberg durch Durlach zieht, hört auch andere gruselige Geschichten. Die vom Mord an Konrad zum Beispiel. Der Sohn von Kaiser Barbarossa war als wüster Lüstling bekannt. In Durlach vergewaltigt er 1196 eine Frau – und bezahlt das mit dem Leben. Ob sich der Ehemann des Opfers rächte? Auch dazu gibt es diverse Versionen.
Und wer ist dem Geist der panschenden Milchfrau schon einmal in Durlach begegnet? „Ein Dreiviertelliter Milch und ein Viertelleiter Wasser geben auch einen Liter Milch“, so lautete ihre Devise. Den Spruch murmelt die Betrügerin auch nach ihrem Tod vor sich hin. Da muss der Schornsteinfeger als Geisterjäger her. „Er konnte sie einfangen und vor dem Stadttor am Galgen anbinden“, weiß Hilz-Wagner. Dass die Durlacher auf dem Marktplatz ihre Sünder im rotierenden Käfig aufzogen – auch davon berichtet die Weiße Dame heutzutage auf ihren Rundgängen. Und von der „Teufelskutsche“, die zur Geisterstunde zwischen Durlach und der Karlsruher Innenstadt verkehrt.
Der „Haudich-Karle“, der frühere Schaffner der Turmbergbahn, spielt bei ihren Führungen auf dem Berg eine Rolle. „Er erzählte, er habe eine Orangenzucht auf dem Turmberg und band Orangen an einen Pfirsichbaum“, sagt Hilz-Wagner – und viele Karlsruher kamen, um die Orangen zu bewundern. Das war keine Gruselstunde, sondern eine Sternstunde Karlsruher Humors.

Sonderführungen:

Susanne Hilz-Wagner bietet ihre Führung „Weiße Frau vom Turmberg – das Original“ durch die Durlacher Altstadt auch am Samstag, 6. August, an. Voranmeldung erforderlich unter Telefon (07 21) 9 48 34 04. Treffpunkt: um 19.30 Uhr am Marktplatz Durlach.
Weitere Termine: 6., 12. und 19. August, 9. September, 7. und 21. Oktober, 11. November, jeweils um 19.30 Uhr. Familienführungen am 4. und 18. Dezember, Beginn jeweils um 17 Uhr.
Auch Führungen auf dem Berg, mit Schwerpunkt auf Turmberggeschichten, bietet die Weiße Frau an. Termine: Heute um 16 Uhr, am morgigen Sonntag um 11 Uhr; am 17., 20. und 24. August, am 7. und 22. September, 5. und 19. Oktober, jeweils 16 Uhr. Treffpunkt: Turmbergterrasse. Anmeldung zu allen Terminen unter (07 21) 9 48 34 04 erforderlich. Termine auch unter www.karlsruhe-tourismus.de.

 

 

Das sind die Gewinner:

Über den Wochenpreis, zwei Übernachtungen im Hotel Therme Bad Teinach, darf sich Alexandra Harriers  freuen. Das Spa-Paradies des Vier-Sterne-Superior-Hauses bietet nicht nur Entspannung pur, sondern auch einen herrlichen Panoramablick über die Schwarzwaldlandschaft.

Der Wochenpreis geht an Alexandra Harriers: Auf das Gewinnerpaar wartet ein Aufenthalt im Hotel Therme Bad Teinach.
Der Wochenpreis geht an Alexandra Harriers: Auf das Gewinnerpaar wartet ein Aufenthalt im Hotel Therme Bad Teinach. | Foto: Frei

Viele weitere Leser sind in dieser Woche nicht leer ausgegangen, sondern haben folgende Preise gewonnen:

Ein ADAC-Fahrsicherheitstraining für zwei Autofahrer: Klaus Becker (Keltern).
Das Design-Telefon Eclipse aus dem BNN-Shop: Gabriele Kayan (Remchingen).
Vier Karten für das Legoland Günzburg: Judith Thomsen (Forst).
Zwei Tickets für die NitrOlympix am Hockenheimring vom 19. bis 21. August: Stefan Hauf (Pfinztal).
Ein Ehrenticket-Paket für das Unimogmuseum Gaggenau: Ute Graf (Karlsruhe).
Ein Paket mit einem Baden-Württemberg-Ticket der Deutschen Bahn und zwei Schlosscards der Staatlichen Schlösser und Gärten: Richard Düppuis (Linkenheim-Hochstetten).
Je eine Familienkarte für die Südrundfahrt des Rheinschiffs MS Karlsruhe der Rheinhäfen am Sonntag, 4. September: Hans-Paul Pierro (Waldbronn), Reinhilde Ehrmann, Sylvia Opp (Karlsruhe), Hans-Dieter Ugi (Karlsbad), Peter Rackel (Pfinztal).
Zwei Familienkarten für die Insel Mainau und die Bücher „Bodensee mit Kindern“ und „Verzauberter Bodensee“: Rita Schumacher (Gaggenau).
Vier Tickets für das Sealife in Speyer: Ulrike Kuhlmey (Bruchsal).
Vier Eintrittskarten für den Baumwipfelpfad Schwarzwald in Bad Wildbad plus Rutschentickets: Liesel Hermes (Karlsruhe).
Zwei Tageskarten fürs Palmenparadies der Thermen und Badewelt Sinsheim: Georgia Willy (Gondelsheim).
Zwei Tickets fürs Casino Baden-Baden plus Getränke-Karten und Buch: Corinna Retsch (Renchen).
Zwei Tickets für eine Brotzeitführung der Alpirsbacher Brauwelt: Gustav Martus (Waghäusel).
Eine Tageskarte für das Rotherma in Gaggenau: Monika Roegele (Baden-Baden).
Eine Monatsnetzkarte für den Karlsruher Verkehrsverbund: Marion Fritz (Elchesheim-Illingen).
Drei Tickets für den Gasometer Pforzheim: Gabriele Schneider (Malsch).
Zwei Karten für den Musikkabarettisten C. Heiland am 24. September auf der klag-Bühne Gaggenau: Elke Bittner (Karlsruhe).
Vier Buttons für die Karlsruher Theaternacht am 10. September: Gabriele Jäntsch (Karlsruhe).
Zwei Karten für das Kabarettkonzert von Timm Beckmann am 7. Oktober auf der klag-Bühne in Gaggenau: Petra Zeller (Bühl).
Ein Gutschein im Wert von 20 Euro von der Karlsruhe Tourismus GmbH: Petra Ochs (Ettlingen).
Ein Badenpaket mit dem Buch „Solo am Sonntag“ von Eva Klingler und der CD „Rum un num“ von Harald Hurst und Gunzi Heil (Silberburg-Verlag): Gerda Kilian (Dortmund), Ludger Syré (Pfinztal), Gerlinde Görtz-Bleicher (Durmersheim), Marlinde Enderle (Pfinztal), Helga Bromberger (Rheinmünster), Ulrike Fritsch (Bad Herrenalb).
Einen Pfalz-Krimi „Metzelsupp“ von Gina Greifenstein (Emons Verlag): Liselotte Hug (Achern), Hedwig Geiger, Volker Wilde (Karlsruhe), Regina Ohmsen (Königsbach), Margit Glauner (Pforzheim), Doris Giesinger (Ettlingen).
Einen Krimiband „Möwe, Meer und Mord“ von Helena Kampen (Emons Verlag): Doris Mundle (Karlsruhe), Margit Geiß (Ettlingen), Wolfgang Niethammer (Neuenbürg), Dieter Fiedler (Bühlertal), Dietmar Rudolph (Bühl), Wilhelm Wörner (Eggenstein-Leopoldshafen).

Und Weiterraten wird vielleicht belohnt: Am Ende unserer sechswöchigen Verlosung winkt einem Gewinner der Hauptpreis:

Unter allen Einsendern verlosen wir am Ende der Sommerferien den Hauptpreis: Eine Luxusreise nach Kreta mit L'TUR und TUIfly.
Unter allen Einsendern verlosen wir am Ende der Sommerferien den Hauptpreis: Eine Luxusreise nach Kreta mit L’TUR und TUIfly. | Foto: pr