Über den Holzsteg zum Absprung: Von hier soll Graf Wolf von Eberstein seinen wagemutigen Satz in die Murg getan – und mit dem Leben davon gekommen sein.
Über den Holzsteg zum Absprung: Von hier soll Graf Wolf von Eberstein seinen wagemutigen Satz in die Murg getan – und mit dem Leben davon gekommen sein. | Foto: Sandbiller

Auflösung Teil 5

Mit mutigem Sprung kommt der Graf davon

Über den Grafensprung gibt es viele Geschichten

Wer so viel Mut hat, der muss wohl in die Geschichte eingehen: Umzingelt von Feinden soll einst Graf von Eberstein in Gernsbach die Flucht nach vorn angetreten und seinem Pferd die Sporen gegeben haben – über die steile Felsformation, die heute als Grafensprung bekannt ist, in die Murg hinein. Wo heute ein hölzerner Steg zum Aussichtspunkt führt, ließ er seine Feinde staunend zurück und entkam. Versionen von der Sage gibt es zahlreiche, auch in der Kunst ist der Mythos abgebildet worden – ein Fresko erinnert etwa in der Baden-Badener Trinkhalle an den Grafensprung. „Mit dieser Geschichte ist es wie so oft: Einer fügt etwas hinzu, der andere lässt etwas weg“, erklärt Karl Keller. Der 64-Jährige ist Schwarzwald-Guide und führt Wanderer regelmäßig über den Gernsbacher Sagenweg, zu dessen Stationen auch der Grafensprung gehört. Der Dichter August Kopisch etwa erzählte die Sage in einem Gedicht weiter, das noch heute auf dem Sagenweg zitiert wird:
Die Württemberger schlossen ihn ein:
Was tat Wolf Eberstein?
Er ritt von der Burg hinab an die Murg zum steilsten Rand der Felsenwand.

Da war die Welt von Feinden rein, da sprengt er in die Murg hinein:
Erhalte Gott Dich, Eberstein.
So kecke Flucht bringt keine Schmach, die Feinde selber jauchzen nach.
Er kam herab ohn Ungemach.
Fort ritt er dann, frei war der Mann.
Seh einer, ob er’s auch so kann.

Früher Burg, heute Schloss: Unsere Sagengestalt hat sich hinter den Mauern von Schloss Eberstein vor den Feinden verschanzt.
Früher Burg, heute Schloss: Unsere Sagengestalt hat sich hinter den Mauern von Schloss Eberstein vor den Feinden verschanzt. | Foto: Sandbiller

Tatsächlich hat der kühne Graf, den wir in dieser Woche suchten, ein historisches Vorbild, sagt Keller: Graf Wolf von Eberstein lebte im 14. Jahrhundert, so viel ist sicher. Auch die Belagerung der Burg Eberstein durch Graf Eberhard von Württemberg ist historisch korrekt, wie der Sagenführer erklärt. So sei es nicht erstaunlich, dass man sich obige Version am häufigsten erzählt. Der Schwarzwald-Guide kennt aber noch weitere Varianten. Oft dreht es sich dabei auch um eine Wette: Einmal soll der mutige Graf mit anderen Rittern gestritten haben, ob es Gott gebe, ein anderes Mal geht es in den Erzählungen um Mut oder einen hohen Wetteinsatz. Gemein ist den Versionen oftmals ihr Ende. Und das geht nicht glücklich aus: „Der Graf reitet mehrmals wild den steilen Hang auf und ab. Beim dritten Ritt aber stürzt er hinab und liegt mit seinem Pferd zerschmettert in der Murg“, erzählt der Schwarzwald-Guide.

Wenn abends die Schatten lang werden, liegt so eine zauberhafte Stimmung über dem Tal

Dass man sich so viele Geschichten über den Grafensprung erzählt, liegt Keller zufolge aber an der Kulisse: „Denn die ist wirklich sagenhaft. Allein der Blick auf Schloss Eberstein lohnt den Weg.“ Ein wenig trittsicher müsse man allerdings sein, um den Pfad genießen zu können, auf dem sich die Sagen nur so aneinanderreihen. Am liebsten führt der Schwarzwald-Guide, der in der Region aufgewachsen ist, übrigens am Abend über den mit einem Teufelchen ausgeschilderten Sagenweg im Murgtal. „Weil die Dämmerung ihren ganz besonderen Reiz hat. Wenn abends die Schatten lang werden, liegt so eine zauberhafte Stimmung über dem Tal. Vor allem aber kann man unweigerlich nachvollziehen, warum so viele Sagen in dieser Gegend entstanden sind“, betont Keller.

Auf dem 5,3 Kilometer langen Gernsbacher Sagenweg gibt es nicht nur den Grafensprung, sondern auch sieben weitere Geschichten und Stationen zu entdecken.
Kontakt: Das Team der Touristinfo Gernsbach ist derzeit von 9 bis 12 und 14 bis 16.30 Uhr unter Telefon (0 72 24) 6 44 44 zu erreichen.
Führungen: Am 9. September bietet Schwarzwald-Guide Karl Keller die nächste Führung an. Treffpunkt ist um 18 Uhr an der Klingelkapelle in Gernsbach, wo der Sagenweg beginnt.
Internet: www.gernsbach.de sowie www.sagenweg.de.

Das sind die Gewinner:

Als Hauptpreis gab es diese Woche ein romantisches Wochenende auf 1025 Meter Höhe zu ergattern.
Das Paket „Especially for two“ des Schliffkopf-Hotels inklusive Übernachtung und Gourmetmenü geht an Thomas Kuhn (Ötigheim).

Für die Gewinner unseres Wochenpreises geht es auf den Gipfel des Schliffkopfs im Schwarzwald. Das Hotel Schliffkopf empfängt ein Gewinnerpaar mit dem Paket „Especially for two“.
Für die Gewinner unseres Wochenpreises geht es auf den Gipfel des Schliffkopfs im Schwarzwald. Das Hotel Schliffkopf empfängt ein Gewinnerpaar mit dem Paket „Especially for two“. | Foto: Frei

Der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) stellt Gerda Arbogast (Rheinstetten) zwei Leih-Elektrofahrräder für ein Wochenende zur Verfügung.
Vom Karlsruher Kammertheater gibt es für Waldemar Deurer (Remchingen), Bernd Hartmann (Karlsruhe) und Gisela Wiederstein (Karlsruhe) zwei Karten für „Sei lieb zu meiner Frau“ mit Hugo Egon Balder im K2 im Zeitraum 10. bis 13. November inklusive Meet & Greet mit Hugo Egon Balder nach der Vorstellung.
Ein ADAC-Fahrsicherheitstraining für zwei Autofahrer hat gewonnen Heike Kunz (Ettlingen).
Ein Hochdruckreiniger von Kärcher aus dem BNN-Prämienshop geht an Klaus Bechtold (Bretten-Büchig).
Zwei Karten für eine exklusive Führung durch die Ausstellung „Die Kerze“ im Museum Frieder Burda am Freitag, 28. Oktober um 16.30 Uhr, gewinnen Ingrid Diederichs (Graben-Neudorf), Frank Stemmle (Bühl), Heidi Dahn-Rietschel (Karlsruhe), Rolf Zimmermann (Kraichtal), Stefanie Arndgen-Elter (Weingarten), Andreas Tritschler (Karlsruhe), Susanne Lang (Kronau), Heinz Adler (Kuppenheim), Roswitha Rehbein (Eggenstein-Leopoldshafen und Axel Ochs (Gaggenau).
Einmal zwei Gutscheine für die „Insider Tour“ am Hockenheimring hat Raffael Biscardi (Birkenfeld) gewonnen.
Ein Familien-Ehrenticket des Unimog-Museums Gaggenau mit Mitfahrt im Unimog und Führung geht an Rolf Berger (Ettlingen).
Einen Gutschein über 20 Euro von der Karlsruher Tourismus GmbH gewinnt Elke Brädle (Ettlingen).
Ein Baden-Württemberg-Ticket der Deutschen Bahn und zwei Schlosscards der Staatlichen Schlösser und Gärten hat Annegret Kaiser (Königsbach-Stein) gewonnen.
Über zwei Tickets für eine Brotzeitführung der Alpirsbacher Brauwelt darf sich Reni Hettlage-Schreck (Karlsruhe) freuen.
Zwei Karten für das Casino Baden-Baden plus Getränke-Karten und Buch gewinnt Albertus Berlinghof (Waghäusel).
Drei Tickets für den Gasometer Pforzheim gehen an Dieter Klein (Walzbachtal)
Zwei Freikarten für das Kino Forum in Rastatt, Offenburg oder Lahr hat Otfried Kühnle (Muggensturm) gewonnen.
Vier Tickets für die Vorstellungen der Badisch Bühn von Oktober bis Dezember gehen an Miriam Siemer (Eggenstein-Leopoldshafen).
Eine Monatsnetzkarte des KVV hat Frank Schneider (Kappelrodeck) gewonnen.
Über zwei Tageskarten für das Palmenparadies der Thermen und Badewelt Sinsheim darf sich Karin Gillardon (Bretten) freuen.
Ein Tagesticket für das Rotherma Gaggenau gewinnt Rudi Riedlinger (Karlsbad).
Vier Tickets für das Sea Life Speyer gehen an Jennifer Schuster (Walzbachtal).
Vier Tickets für die Technik-Museen Speyer/Sinsheim gewinnt Eckehard Mevius (Bruchsal).
Zwei Tickets für die Band „Wildes Holz“, die im Rantastic in Baden-Baden-Haueneberstein am 11. November auftritt, bekommt Angelika Wagner (Marxzell).
Ein BNN-Wanderbuch gewinnt Karl Vogt (Knittlingen)
Das Buch „Zwischen Alb und Oos – ein Sagenführer“ geht an Elke Vorderer (Walzbachtal), Reinhard Meier (Karlsbad), Elke Schaar (Stutensee).
Das Buch „111 Orte in Karlsruhe, die man gesehen haben muss“ gewinnen Klaus Hartmann (Graben-Neudorf), Renate Hörrle (Kraichtal), Reinhard Wissmeier (Philippsburg), Norbert Bögle (Graben-Neudorf, Michaele Hoppler (Gernsbach) und Gudrun Walther (Karlsruhe).