ABITURIENTEN beklebten ihre Schule mit alten Arbeitsblättern.
ABITURIENTEN beklebten ihre Schule mit alten Arbeitsblättern. | Foto: dpa

Schule in Papier gehüllt

Ein Abistreich zum Nachdenken

Wenn Schüler am Gymnasium das Abitur hinter sich haben, lassen sie sich zum Abschied immer einen Streich einfallen. Der soll eigentlich harmlos und eher lustig sein, doch das ist er oft nicht. Im vergangenen Jahr haben Abiturienten zum Beispiel das Auto ihrer Rektorin mit einer Mischung aus Mehl und Wasser beschmiert und dabei einen schlimmen Lackschaden verursacht. In diesem Jahr haben sich Schüler aus Bayern einen Streich ausgedacht, der zum Nachdenken anregt. Sie haben nachgerechnet: In den letzten zwei Schuljahren erhielten sie insgesamt rund 120 000 kopierte Arbeitsblätter. Wenn man alle Papiere zu einem Turm gestapelt hätte, wäre dieser 13 Meter hoch gewesen. Was für eine Papierverschwendung, meinten die Schüler, und fassten einen Entschluss.

Hoher Papierstapel

Mit einem Teil des Papierstapels klebten die 138 Abiturienten über Nacht die Schulfassade zu. Dafür haben sie nur einen Bruchteil der ausgeteilten Blätter verwendet. Auf die Papierumhüllung schrieben sie „Abi 2016“ und malten noch das Boot von „K-ABI-tän Blaubär“ dazu. Mit ihrer Aktion wollen die Schulabgänger erreichen, dass häufiger digitale Lernmittel eingesetzt und bei Kopien Recyclingpapier verwendet wird. Außerdem möchten sie ihre Mitschüler und Lehrer ermuntern, sich mit dem Thema Verschwendung zu beschäftigen. Das Papier an der Schulfassade hat in der Herstellung viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) verursacht. Außerdem braucht man für die Herstellung von Papier ja auch jede Menge Holz. Also mussten auch viele Bäume dafür gefällt werden.