Per Gesetz sollen in Deutschland Kinderehen verboten werden.
Per Gesetz sollen in Deutschland Kinderehen verboten werden. | Foto: dpa

Allzu frühe Heirat

Gesetz gegen Kinderehen

Wenn man in Deutschland heiraten möchte, dann muss man in der Regel mindestens 18 Jahre alt sein. Zu diesem Zeitpunkt ist man nämlich volljährig, gilt also als erwachsen. Man spricht auch von Ehemündigkeit. Dies bedeutet, dass man selbst die Entscheidung treffen kann, eine Ehe einzugehen. In Ausnahmen ist das auch bereits mit 16 Jahren möglich. Zum Beispiel dann, wenn der Partner, den man heiraten möchte bereits 18 Jahre alt ist und ein Familiengericht der Hochzeit zugestimmt hat. Das kann auch gegen den Willen der Erziehungsberechtigten geschehen. Unter 16 Jahren gibt es aber in Deutschland keine Möglichkeit zu heiraten. Und doch leben rund 1500 verheiratete Kinder hier. Etwa 360 von ihnen sind sogar unter 14 Jahre alt.

Zwangsehen verbieten

Möglich ist dies, weil derzeit viele Flüchtlinge aus Ländern hier Schutz suchen, in denen Kinderehen erlaubt sind. In Syrien, Afghanistan, dem Irak oder Afrika können Mädchen oder Jungen zur Ehe gezwungen werden. Ihren Partner lernen sie dann oft erst bei der Trauung kennen. Ein Grund dafür ist zum Beispiel, dass die Partner aus reichen Familien kommen und diese Geld für das ausgewählte Kind bezahlen. In manchen Ländern ist es aber auch Tradition, dass die Eltern die Ehefrauen oder -männer für ihre Kinder aussuchen.
Dass solche Ehen in Deutschland anerkannt sind, können viele nicht verstehen. Deshalb haben Politiker nun beschlossen, dass es in Deutschland ein Gesetz geben soll, dass auch solche Kinderehen verbietet. Denn niemand, der in Deutschland wohne, dürfe gezwungen werden, mit einem Partner zu leben, den er nicht will.