Gross wie Gofbälle können Hagelkörner werden.
Gross wie Gofbälle können Hagelkörner werden. | Foto: dpa

Hagelflieger in heikler Mission

Wenn Wolken geimpft werden

In Regionen, in denen es große Seen gibt, steigen bei Unwetterwarnungen ganz besondere Flugzeuge in den Himmel. Sie gehören zur Hagelabwehr. Die Piloten haben die Aufgabe, die Wolken zu „impfen“. Der Grund: Über Seen verdunstet besonders viel Wasser und es entstehen Wolken, aus denen es oft hagelt. Diese Hagelgewitter richten in den betroffenen Ge­genden große Schäden an. Sie ­beschädigen nicht nur Autos und Hausdächer, sie können auch die Pflanzen auf einem Feld zerstören und damit die Ernte buchstäblich verhageln. Um das zu verhindern, sprühen Piloten eine Chemikalie in die Wolken. Das geht so: Unter den Tragflächen des Hagelfliegers ist ein Generator angebracht. Durch ihn störmt verdampftes Silberjodid mit Aceton.

Hagelpiloten verhindern Schlimmes

In diesem Rauch sind sehr viele Kondensationskeime. Diese Keime – auch Aerosole genannt – sind kleinste Partikel wie Staub oder Pollen. An ihnen bleibt der Wasserdampf in der Luft hängen und bildet Tropfen. So entstehen ganz viele kleine Hagelkörner statt weniger großer. Die kleinen Hagelkörner sind nicht so gefährlich wie die großen. Auf dem Weg zur Erde schmelzen sie viel schneller und werden zu ­Regen, noch bevor sie auf den Boden fallen. Eigentlich funktioniert diese Methode ganz gut. Allerdings nur dann, wenn sich noch keine ­Hagelkörner in den Wolken gebildet haben. Nur dann kann ein Einsatz erfolgreich sein. Das ist bei drohenden, schweren Unwettern ein ­Problem, denn die ziehen oft ganz schnell auf. Bis ein Hagelflieger ­beauftragt, gestartet und am Ziel angekommen ist, ist ein solches Unwetter manchmal in vollem Gang oder schon wieder vorbei.