Stefan Eisenbarth (links) hat in der Region 29 Jungstöche beringt. 30 Prozent der Brut verendete wegen des nassen und kühlen Wetters.
Stefan Eisenbarth (links) hat in der Region 29 Jungstöche beringt. 30 Prozent der Brut verendete wegen des nassen und kühlen Wetters. | Foto: Bernd Kappler

Nasses und kaltes Wetter

30 Prozent der Jungstörche eingegangen

Auch den Störchen in der Region hat das nasse Wetter in diesem Jahr zugesetzt. „30 Prozent der geschlüpften Tiere sind eingegangen“, berichtet der regionale Storchenbeauftragte der Vogelwarte Radolfzell, Stefan Eisenbarth aus Gernsbach, bei der vorletzten Beringungsaktion in diesem Jahr in Baden-Oos. Zwischen Waghäusel und Ottersweier hat der „Herr der Ringe“ in diesem Jahr insgesamt 29 Jungtiere mit dem sicheren Wiedererkennungszeichen versehen.

Mit der Beringung wollen die Vogelexperten nicht nur dokumentieren, wo und wann welches Tier geboren wurde. Vielmehr erhoffen sich die Experten Aufschlüsse über den sich offensichtlich verändernden Vogelzug. Während früher Störche aus dem Rheintal grundsätzlich über Frankreich, Spanien und Gibraltar den Weg in die Winterquartiere nach Afrika angetreten haben, sei das heute nicht mehr so. Viele, so berichtet der ehrenamtlich für die Vogelwarte tätige Stefan Eisenbarth, würden zwischenzeitlich die Ostroute über den Bosporus nutzen. Warum das so ist, kann im Moment noch niemand erklären.

Die Herkunft des zweiten Ooser Storchenpärchens ist im Übrigen zwischenzeitlich geklärt. Ursprünglich hatte Eisenbarth vermutet, dass eines der Alttiere aus Paris stammt, weil es einen Ring der Vogelwarte Paris trägt. Inzwischen ist bekannt, dass der Vogel aus der Orangerie in Straßburg stammt. Nur der Ring war aus Paris. Das zweite Alttier ist in Offenburg erstmals beringt worden. Eisenbarth schmunzelt: „Eine deutsch-französische Verbindung also.“

Bei seinen Beringungsaktionen ist Eisenbarth im Übrigen auf die tatkräftige Hilfe der Kommunen angewiesen, denn wie sonst sollte er an die Storchennester in schwindelnder Höhe herankommen. In Baden-Baden kann er zum Beispiel auf die Stadtwerke setzen, die immer unbürokratisch zur Stelle seien. In Rastatt hilft der Bauhof und in Daxlanden zum Beispiel die Feuerwehr.