Freundschaft
Von Durbach nach Durbach: Alfons und Rita Schmiederer mit Harald Rank nach dem letzten Freunschaftslauf Durbach-Straßburg. Das Münster war für die Läufer erneut unerreichbar. | Foto: Robert Ullmann

Aus für Lauf nach Straßburg

Bei der Sicherheit hört die Freundschaft auf

Von Robert Ullmann
Rund 200 Läufer nahmen an diesem Sonntagvormittag am 33. und letzten Freundschaftslauf Durbach-Straßburg teil. Nach rund drei Stunden auf einem 30 Kilometer langen Rundkurs bei nasskalter Witterung trafen sie gegen 12.30 Uhr wieder am Startpunkt Durbacher Rathaus ein. Bereits im vergangen Jahr mussten die Organisatoren einen Rundkurs anbieten. Den Lauf wie bisher nach Straßburg zum Münster zu führen war von den französischen Behörden nach dem Terroranschlag in Paris vom 13. November 2015 verboten worden. Auch in diesem Jahr gab es keine Genehmigung. Bei der Sicherheit hört die Freundschaft auf. Nicht zuletzt deshalb wird es den stets mit Spenden für einen guten Zweck verbundenen Freundschaftslauf in Zukunft nicht mehr geben.

Freundschaftslauf macht keinen Sinn

„Ein Freundschaftslauf Durbach-Straßburg macht keinen Sinn, wenn wir nicht nach Straßburg laufen dürfen“, sagen Rita und Alfons Schmiederer. Sie haben den Lauf vor über drei Jahrzehnten initiiert. Das sieht auch Mitorganisator Harald Rank so. Vor drei Jahren liefen 400 Teilnehmer mit. In diesem Jahr war es nur noch die Hälfte. Rank: „Mit dem Rundkurs ist es weniger attraktiv.“ Er selbst sieht den Abschied mit Wehmut. Es sei immer sehr schön gewesen, insbesondere mit dem Besuch des Weihnachtsmarktes in den letzten Jahren. „Wir kamen auf dem Münsterplatz an. Im Hof des Rohan-Museum warteten schon unsere Rucksäcke. Wir wurden mit Sekt und Tee begrüßt, dann umziehen, mit den Läuferkollegen in Gruppen über den Weihnachtsmarkt am Broglie-Platz bummeln, danach wieder mit dem Bus nach Hause – das war toll.“ Die Freundschaft sei nach wie vor da, aber dieser Anreiz fehle eben.

Wehmütige Erinnerung an Grenzkontrollen

Alfons Schmiederer benennt ganz klar das Verbot, nach Straßburg laufen zu dürfen, als Hauptgrund für das Ende der Veranstaltung. „Das wird sich nicht mehr ändern“, fürchtet Schmiederer. An eine Wiederaufnahme des Freundschaftslaufs zu einem späteren Zeitpunkt glaubt er deshalb nicht. So bleiben zumindest im Moment nur die Erinnerungen. Von denen gibt es viele und vor allem schöne. „Einmal hatte ich vergessen, die Genehmigung rechtzeitig einzuholen“, sagt Alfons Schmiederer. „Das war, als es noch Grenzkontrollen gab.“ Also suchte er die Grenzbeamten auf in der Hoffnung, das noch regeln zu können. Doch der leitende Beamte vom Jahr vorher war mittlerweile versetzt worden zur Straßburger Kripo. „Sein Nachfolger kannte mich nicht. Zum Glück hatte ich die Visitenkarte des Vorgängers dabei.“ Es folgte ein Hin und Her der Beamten am Telefon, dann gab es grünes Licht. Schmiederer: „Aber ich musste am nächsten Tag alle Pässe der Läufer mitbringen, 200 Stück! Dann wartete eine Überraschung auf uns: Wir wurden per Motorradstreife eskortiert, bis zum Münster. Es war fantastisch.“