Massive Verkehrsbehinderungen gibt es von August an am Grenzübergang bei Rheinau. Geplant ist eine dreimonatige Vollsperrung. | Foto: Christeleit

Frankreich saniert Rheinbrücke

Grenzübergang Rheinau/Gambsheim drei Monate lang dicht

Auf massive Verkehrsbehinderungen müssen sich die Autofahrer noch in diesem Jahr am Grenzübergang zwischen Rheinau und Gambsheim einstellen. Wie jetzt bekannt wurde, werden die französischen Behörden eine der vier Brücken an der Staustufe abreißen und neu aufbauen. Dazu ist, vermutlich von August an, eine drei Monate währende Vollsperrung des einzigen Grenzübergangs in der nördlichen Ortenau erforderlich.
Dies bestätigt auch Markus Adler, Sprecher des Freiburger Regierungspräsidiums, auf Anfrage dieser Zeitung. Genauere Angaben zum Zeitpunkt der Sperrung wollte er aus Rücksicht auf die „Kommunikationsstrategie“ der französischen Seite noch nicht machen. Für den 10. April sei eine Informationsveranstaltung für die französische Bevölkerung angesetzt, so Adler weiter, und auch die Stadt Rheinau bereite eine Bürgerinformation vor. Am 4. April würden die Medien informiert.

Sperrung trifft die Wirtschaft

Klar ist aber: Die Vollsperrung wird tausende Berufspendler hart treffen. Ihnen bleibt nur der beschwerliche Umweg über die Kehler Europabrücke sowie die Grenzübergänge Greffern oder Iffezheim. Die Industrie- und Handelskammer in Freiburg erwartet massive Auswirkungen auf die Wirtschaft in der Region.

Planungen seit zehn Jahren

Seit rund zehn Jahren wird die Sanierung des Grenzübergangs zwischen Rheinau und Gambsheim diskutiert – unter verschiedenen Vorzeichen. So geht es einmal um den baulichen Zustand der insgesamt vier Brücken, ein weiteres Mal um die Sanierung der Kraftwerksturbinen, die nach Möglichkeit Hand in Hand mit den Arbeiten an der Brücke gehen soll und schließlich noch um den Bau eines neuen Radwegs, bei dem die deutsche Seite inzwischen Nägel mit Köpfen gemacht hat. Die Arbeiten am ersten Teilabschnitt sind weitgehend abgeschlossen, berichtete das Regierungspräsidium im Januar, von Sommer an sollten die fehlenden vorgefertigten Brückenteile montiert werden. Ob das noch immer gilt, darf jetzt freilich bezweifelt werden.

Verzögerungen bei Radweg?

Zwar wollte sich Markus Adler nicht auf Detailangaben festlegen, er machte aber deutlich, dass vor weiteren Arbeiten an der Radwegverbindung erst einmal die Sanierung der Brücke auf französischer Seite gelaufen sein muss. Dennoch gehe er davor aus, dass auch die fertig angelieferten Teil der Radwegbrücke noch in diesem Jahr ihren Platz finden sollen – zumindest solle mit den Arbeiten begonnen werden. Dabei werde das in Teilen angelieferte Bauwerk vor Ort montiert und an das Wehr angehängt.

Behinderungen von August an

Laut Kammer ist mit der dreimonatigen Vollsperrung zum Bau der Brücke von August an zu rechnen. Wie es weiter heißt, würden nicht nur die Berufspendler in den folgenden drei Monaten massiv auf dem Weg zur Arbeit behindert, auch die grenzüberschreitenden Werksverkehre seien beeinträchtigt. Bei einigen Betrieben fürchte man gar existenzbedrohende Umsatzeinbußen, so die Kammer.