Die Gebäude der Beruflichen Schulen in Achern sollen in den kommenden zwei Jahren modernisiert werden.
Die Gebäude der Beruflichen Schulen in Achern sollen in den kommenden zwei Jahren modernisiert werden. | Foto: Michaela Gabriel

Ortenauer Doppelhaushalt

Kreis nimmt viel Geld in die Hand

Sanieren und Investieren: Auch wenn die von jeder der 51 Städte und Gemeinden zu entrichtende Kreisumlage nicht erhöht werden sollte, sollen auch im kommenden doppelten Haushaltsjahr 2017/18 viele Millionen Euro in diese Bereiche gesteckt werden. Das letzte Wort hat der Ortenauer Kreistag in seiner Sitzung kurz vor Weihnachten.

Festhalten an Sanierungskonzept

Das Sanierungskonzept, bereits vor Jahren begonnen, habe sich bewährt. Dies teilte Jutta Gnädig, Finanzdezernentin des Ortenaukreises, den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses des Kreistags mit, der gestern getagt hat – also soll es fortgesetzt werden. Einerseits sei es ein bedeutender Beitrag dafür, den CO2-Ausstoß an kreiseigenen Gebäuden merklich zu senken, andererseits könne auf diese Weise doch mancher Euro an Energiekosten eingespart werden. Es ist zwar nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein: Doch immerhin kann der Kreis fürs kommende Jahr über das Landesprogramm „Klimaschutz plus“ mit Fördermitteln in Höhe von rund 70 000 Euro rechnen.

8,1 Millionen Euro fließen in Infrastruktur

Für den neuen Doppelhaushalt des Ortenaukreises für die Jahre 2017 und 2018, der in drei Wochen verabschiedet wird, sind insgesamt 8,1 Millionen Euro an Sanierungsgeldern vorgesehen, wovon 4,3 Millionen Euro der energetischen Sanierung und der Modernisierung der Haustechnik sowie weitere 3,8 Millionen Euro dem Brandschutz zugute kommen sollen. Das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein: Mittelfristig, also für die Jahre 2019 und 2020, sollen weitere acht Millionen Euro in diesen Bereich investiert werden.

Berufliche Schulen in Achern auf Agenda

Der Kreis will in seinem kommenden Doppelhaushalt unter anderem in die Infrastruktur der Beruflichen Schulen in Achern investieren. Hier sind folgende Maßnahmen vorgesehen: Energetische Sanierung Bau C Eingangsgebäude Jahnstraße (250 000 Euro), Brandschutz Gebäude Jahnstraße (35 000), Brandschutz Gebäude Berliner Straße (150 000). Investitionen sind auch in die energetische Sanierung der Gewerblichen Schulen in Lahr (810 000 Euro) sowie die Sanierung der Heizzentrale (1,1 Millionen) und den Brandschutz (zwei Millionen) des Kreisschulzentrums in Offenburg geplant.

Kostenfaktor Kreisstraßen

In den beiden kommenden Jahren sollen rund 30,2 Millionen in diverse sonstige Bereiche investiert werden, weitere 26,4 Millionen Euro in den Folgejahren 2019 und 2020. Vorgesehen sind bis dahin unter anderem: 9,7 Millionen Euro für die Kreisstraßen („K“-Straßen); 300 000 Euro für die Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs, speziell für „Park and Ride“ und „Bike and Ride“; 80 000 Euro Investitionszuschuss zur Schaffung von acht Hospizplätzen im Vinzentiushaus in Offenburg; 11,4 Millionen Euro für das neue, kreisweite Breitbandnetz (Gründungskosten der Gesellschaft, Feinplanung, Leerrohrverlegung, Ausbau); Ausbau der Integrierten Leitstelle in Offenburg (drei Millionen, abzüglich 250 000 Euro Landeszuschüsse); behindertengerechter Ausbau diverser Beruflicher Schulen (900 000); Umbau Kfz-Werkstätten Berufliche Schule Wolfach (250 000); Um-/Neubau Westendschule Lahr (8,3 Millionen); Kreisschulzentrum Offenburg, naturwissenschaftliche Räume Bau B (500 000) und Sporthalle (3,7 Millionen); Gewerbliche Schulen Offenburg (10,6 Millionen Euro).

Verwaltung will neue Stellen schaffen

Die Verwaltung sieht für 2017 und 2018 „dringend“ 203,3 neue Stellen vor; 24,6 von ihnen sind vom Kreistag bereits genehmigt. 123,8 Stellen sind auf die Zuwanderung zurückzuführen. Im Haushaltsjahr 2017 wurden für die 203,3 Stellen insgesamt 9,25 Millionen Euro veranschlagt.