Naser Hossaini Maryam
Unter anderem mit Fotos suchte Naser Hossaini nach Tochter Maryam. | Foto: Prinz

Vater lebt in Rheinau

Vermisste Tochter Maryam wurde in Schweden gefunden

Die Suche nach Maryam war erfolgreich: Nachdem Ehrenamtliche wochenlang versucht haben, herauszufinden, wo die zehnjährige Tochter von Naser Hossaini ist, wurde das Mädchen jetzt gefunden. Auf der Flucht aus dem Iran waren beide voneinander getrennt worden. Der Vater lebt in einer Unterkunft in Rheinau-Freistett, Maryam kam über Umwege nach Malmö in Schweden, und Mutter Ameneh Mussawi ist mit zwei weiteren Kindern noch im Iran (der ABB berichtete). Vater und Tochter telefonieren häufig und warten jetzt auf die Familienzusammenführung, damit Maryam auch nach Freistett kommen kann.

Tochter erkannte Vater auf Bildern

Mehr als ein Jahr ist es her, dass Naser Hossaini seine Tochter zuletzt gesehen hat, er und der ehrenamtliche Helfer Gerd Hirschberg warteten auf Reaktionen von Behörden – und dann ging doch alles schnell: „Ich glaube, dass wir die Tochter in Schweden gefunden haben“, so die Nachricht von Sebastian Almander, schwedischer Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf). „Sie hat den Vater auf Bildern erkannt.“ Offenbar war Maryam in Schweden unter einem anderen Namen registriert worden, wird vermutet: Oft gibt es auch unterschiedliche Schreibweisen von Namen, wenn diese aus der arabischen in die lateinische Schrift übertragen werden.

Maryam lebt bei Pflegefamilie in Malmö

Nachdem über eine schwedische Asylanwältin wurden, konnten Vater und Tochter bald darauf zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr wieder miteinander sprechen – aber noch geht das nur per Telefon, denn Maryam ist bei einer Pflegefamilie in Malmö untergebracht: Das Mädchen lebe dort bei einem älteren Ehepaar in einem kleinen Haus, wolle aber zu ihrem Vater, berichtet Gerd Hirschberg. Bei einer Frau in der Nachbarschaft, die wie Vater und Tochter Farsi spreche, könne Maryam telefonieren. „Naser ist glücklich, dass seine Tochter lebt und es ihr gut geht“, sagt Hirschberg.

Vater wartet auf Familienzusammenführung

Jetzt warte er darauf, dass sie zu ihm kommt. „Bis dahin hoffen wir, dass er noch etwas mehr Deutsch lernen und sich körperlich erholen kann“, erklärt der Psychologe Hirschberg: Sein Körper habe psychosomatisch mit Schmerzen und Funktionsstörungen auf die Situation reagiert, und auch auf die fremde Sprache habe er sich vor Sorge um die Zehnjährige kaum konzentrieren können. Das soll sich für die Familie so bald wie möglich ändern; unklar ist allerdings, wann.