Der 13-jährige Josip hofft auf eine Stammzellenspende. Foto: pr
Der 13-jährige Josip hofft auf eine Stammzellenspende. Foto: pr | Foto: Katrin König

„Hilfe für Josip“: Typisierungsaktion für Bühler Schüler

Alle für ein krankes Kind

Von Katrin König

Josip ist 13 Jahre alt. Seine Lehrerinnen an der Bachschlossschule (BSS) beschreiben ihn als offen, kommunikativ und hilfsbereit – ein beliebtes Kind, samt Familie in der Pfarrgemeinde Kappelwindeck verwurzelt, dort auch als Ministrant im Einsatz. Im Frühjahr wurde Josips unbeschwerte Kindheit von einer furchtbaren Nachricht überschattet: Die Ärzte diagnostizierten eine lebensbedrohliche Leukämie; nur eine Stammzellspende kann ihm helfen. In seiner Familie fand sich kein geeigneter Spender, weshalb ihm nun die BSS im wahrsten Sinne des Wortes das Leben retten möchte: Am 21. Juni starten Schüler, Lehrer und Eltern, unterstützt von Oberbürgermeister Hubert Schnurr als Schirmherr, die groß angelegte Aktion „Hilfe für Josip“ im Foyer der Schule, um vielleicht einen passenden Stammzellspender zu finden.
Josips Eltern haben das Angebot der Typisierungsaktion dankend angenommen, wie die kommissarische BSS-Leiterin Constanze Velimvassakis erzählt. „Seine Klassenlehrerin Kerstin Kalkoff kontaktierte die hier zuständige Stammzelldatei der Universität Freiburg“, fügt Christoph Reichenbach hinzu. Der Lehrer ist ebenfalls federführend an der Hilfsaktion beteiligt, er gestaltete etwa Info-Flyer und Plakate nach einem Vorbild der Stammzelldatei. „Am Uni-Klinikum Freiburg ist Josip auch in Behandlung.“
Die Betroffenheit über Josips Erkrankung, im Kollegium wie auch bei Schülern und Eltern, habe in eine unglaubliche Solidarität gemündet, so Velimvassakis, und zwar weit über die Schule hinaus: „Es hat sich gezeigt, wie groß der Zusammenhalt ist und wie sozial eingebettet wir sind.“ Eltern übernahmen etwa das Verteilen der Plakate; Kalkoff ließ sich vom Schulamt Hausunterricht bei Josip genehmigen, „damit er den Anschluss nicht verliert“; für die Blutentnahme wird das Klinikum Mittelbaden Ärzte und Krankenschwestern senden. Josips Gemeinde spendete Geld. „Da die Typisierungskosten 50 Euro pro Spender betragen, ist die Freiburger Stammzelldatei auf finanzielle Unterstützung angewiesen, weshalb wir auch zu Geldspenden aufrufen“, erklärt die Schulleiterin. Die Erlöse aus dem von Eltern organisierten Kaffee- und Kuchenverkauf am Aktionsnachmittag gehen natürlich auch an die Stammzelldatei, die Bühlot-Bäckerei wiederum sponsert 400 Brötchen. Was das betrifft, sieht Reichenbach auch Potenzial im Public Viewing im Anschluss an die Aktion (die deutsche Fußballnationalmannschaft tritt um 18 Uhr gegen Nordirland an): Ganz bewusst habe man die Termine kombiniert. „Vielleicht sind ja einige Personen, die zum Fußballschauen kommen, auch bereit zu spenden“. Er stellt sich vor, dass man zum Beispiel für jedes deutsche Tor eine bestimmte Summe zahlen könnte.
Die Blutentnahme ist laut Velimvassakis übrigens harmlos: „Die nötige Menge Blut ist nur sehr klein.“ Alle BSS-Schüler würden sich ihren Schilderungen nach mit Begeisterung typisieren lassen – wenn sie denn dürften. „Grundsätzlich kommen aber nur gesunde Personen zwischen 18 und 55 Jahren infrage.“ Die Kinder zeigen sich aber anderweitig als sehr hilfreich: Sie verbreiten die Nachricht von der Aktion zusätzlich über die sozialen Medien. „Wir haben keine Ahnung, wie viele Menschen am Dienstag kommen“, sagt Velimvassakis. „Hoffentlich sehr viele. Und jeder von uns wünscht sich, derjenige zu sein, der Josip helfen kann.“
Die Typisierungsaktion „Hilfe für Josip“ ist am 21. Juni von 15 bis 20 Uhr im Foyer der Bachschlossschule. Spenden für die Freiburger Stammzelldatei laufen über den BSS-Förderverein, IBAN DE40 6625 1434 0008 2396 67, Verwendungszweck „Hilfe für Josip“.