Ein schattiges "Dach" bilden die Bäume über der Eisenbahnstraße. Nach Einschätzung der Stadtverwaltung kann das Wurzelwerk „irgendwann“ zum Problem werden.
Ein schattiges "Dach" bilden die Bäume über der Eisenbahnstraße. Nach Einschätzung der Stadtverwaltung kann das Wurzelwerk „irgendwann“ zum Problem werden. | Foto: Michael Moos

Acherner Eisenbahnstraße

Allee in Gefahr?

Es ist vielleicht Acherns schönste Straße: Durch eine schattige Allee führt die Eisenbahnstraße in Richtung Innenstadt. Doch es könnte schon bald vorbei sein mit dem vielen Achernern lieb gewordenen Bild: „Irgendwann“, so Ralf Volz von der Stadtverwaltung eher „nebenbei“ in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, müssten die Bäume gefällt werden. Thema war jedoch nicht die Eisenbahnstraße, sondern die Ankündigung der Verwaltung, dass in den nächsten Wochen zahlreiche Bäume in der Kernstadt und in den Stadtteilen der Säge zum Opfer fallen werden.

Protest nur teilweise erfolgreich

Bei der Eisenbahnstraße werden Erinnerungen an die Zeit wach, als vor mehr als 35 Jahren hier eine prächtige Lindenallee geopfert wurde, um die Straße ausbauen zu können. Die Bürger protestierten vergeblich, und die Bäume in der Eisenbahnstraße gaben sogar mit den Anstoß für die Gründung der Acherner Bürger Liste (ABL), die bis heute im Gemeinderat vertreten ist. Immerhin erreichten die Bürger, dass eine neue Allee gepflanzt wird – just die Bäume, die laut Stadtverwaltung nun offenbar bald schon wieder zur „Disposition“ stehen. Dabei geht es nicht etwa um Schädigungen, sondern laut Ralf Volz darum, dass das Wurzelwerk der Bäume sich offenbar zu stark im Untergrund ausbreitet. Eine Aussage übrigens, die der ehemalige ABL-Stadtrat Peter Huber bestreitet: Laut Huber, der schon damals für die Erhaltung der Allee in der Eisenbahnstraße kämpfte ist es „unmöglich“, dass nach einer „Halbwertzeit“ von nicht einmal 40 Jahren „die Bäume nun schon wieder abgesäbelt werden sollen.“

 

46 geschädigte Bäume auf der Liste

Tatsächlich gefällt werden sollen in den nächsten Wochen zahlreiche andere Bäume im Stadtgebiet. Die Verwaltung legte dem Gemeinderat eine Liste von 46 Bäumen vor, die in verschiedenen Einstufungen von „schwer geschädigt“ bis „tot“ aus dem Straßenbild verschwinden werden. Ersatzpflanzungen seien vorgesehen, wobei in Einzelfällen eine umfangreiche Erweiterung des jeweiligen Wurzelraums vorgenommen oder die Schaffung spezieller Baumquartiere vorgesehen seien. Wert legte Ralf Volz auf eine Nachfrage aus der Mitte des Gemeinderats auf die Feststellung, dass die Stadt Achern im Verhältnis zur Gesamtzahl der Bäume „prozentual“ weniger fälle als andere Städte. Ziel sei es, die Bäume so zu pflegen, dass Pflegemaßnahmen für Laien nicht erkennbar seien. Volz räumte in diesem Zusammenhang ein, dass in dieser Hinsicht früher in Achern durchaus falsche Maßnahmen getroffen wurden.