Adventskalender
Festes Ritual in der Vorweihnachtszeit: Der Gengenbacher Adventskalender – hier ein Archivbild – ist diesmal frühen Werken von Andy Warhol gewidmet. | Foto: Patrick Seeger

Adventskalender mit Pop-Art

Diesmal hat Andy Warhol in Gengenbach die Ehre

Andy Warhol im Doppelpack gibt es zum Gengenbacher Adventskalender 2016. Die 24 hinterleuchteten Fenster des Gengenbacher Adventskalenders, des größten Haus-Adventskalenders der Welt, werden mit kolorierten Zeichnungen des Pop-Art-Künstlers aus den 50er Jahren erstrahlen. Das benachbarte Museum Haus Löwenberg nimmt darauf Bezug und stellt Warhols Gestaltung von „Deutschen Ikonen“ in den Mittelpunkt.

Hauptstadt der Fantasie

Vom 30. November 2016 bis 8. Januar 2017 wird Gengenbach zum 20. Mal „Hauptstadt der Fantasie“. Dazu gibt es diesmal einen besonderen künstlerischen Akzent: In enger Abstimmung mit der Warhol Foundation in New York und unter Mithilfe des Museum Frieder Burda konnte nach jahrelanger Vorarbeit eine Auswahl aus der Fülle kolorierter Zeichnungen getroffen und den Anforderungen von hinterleuchteten Fenstern angepasst werden. Sie beziehen sich teils auf private Vorlieben, teils auf Aufträge des damals gefragten Werbegrafikers Andy Warhol.

Warhol als Werbegrafiker

Serien von Schuhen zeugen davon, während seine Katzen-Portraits auf die Tiere verwiesen, die seine Mutter in der Wohnung in großer Zahl versammelte. Korrespondierend zum Auftritt des Zeichners Andy Warhol am Gengenbacher Adventskalender zeigt das Museum Haus Löwenberg in seinen Räumen Hintergründe, Zusammenhänge und Zugänge zu gestalterischen Mitteln des Pop Art- Künstlers, darunter die zentrale Rolle von Massenmedien. In der Präsentation folgt dann als zweiter Schwerpunkt ein Ausschnitt aus dem reichen Bestand von „Deutschen Ikonen“. Nach seinen anfänglichen Misserfolgen war Warhol in Deutschland höchst begehrt, und so entstand die große Zahl von Portraits Prominenter.

Deutsche Ikonen im Mittelpunkt

Einem bemerkenswerten Teil der „Deutschen Ikonen“ machen die Leihgaben von Frieder und Hubert Burda aus, sie reihen die Portraits der Familienmitglieder Burda in die Deutschen Ikonen ein. Zugleich spiegeln sie die prägende Rolle, die dieser Jahrhundert- Künstler für das Medienhaus Burda in den siebziger Jahren spielte. Sie stellen auch einen besonderen Teil der Sammlung des Museums Frieder Burda dar. So ist diese Ausstellung der Schlusspunkt eines fulminanten Gengenbacher Kunstjahres 2016, das zu Ehren des hier geborenen Frieder Burda realisiert wird.

Fotografien setzen Akzente

Fotografien bekannter Fotokünstler setzen zusätzliche Akzente: Warhols Portrait des Modefotografen Beege, der für kurze Zeit in der legendären Factory jobbte, Portraits von ZOA und von Barbara Klemm, die Warhol beim Besuch im Frankfurter Städel von Angesicht zu Angesicht mit dem Tischbein-Bild Goethes zeigt. In interaktiven Anspielungen kann man im Erdgeschoss sich mit Warhols Produktionsmitteln und Methoden vertraut machen und selbst tätig werden.

Ausstellung öffnet am 16. November

Die Ausstellung beginnt am 26. November, und endet am 15. Januar 2017. Die Öffnung des ersten Adventskalender-Fensters findet am 30. November um 18 Uhr statt, ein Fensterschließen am 8. Januar. „Welcome Andy“ heißt es am 3. Dezember um 15.30 Uhr im katholischen Gemeindehaus.