Die Schulentwicklung kommt in Baden-Baden auf die Tagesordnung und damit vermutlich erneut die Frage: Gemeinschaftsschule ja oder nein?
Die Schulentwicklung kommt in Baden-Baden auf die Tagesordnung und damit vermutlich erneut die Frage: Gemeinschaftsschule ja oder nein?

Schulen in Baden-Baden

Doch Gemeinschaftsschule?

Wie geht es mit den Schulen in Baden-Baden weiter? – Diese Frage will die Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung beantworten, die die Stadtverwaltung jetzt dem Schul- und Kulturausschuss zur Vorberatung vorgelegt hat. 118 Seiten umfasst die Bestandsaufnahme und der Ausblick, den die „Biregio – Projektgruppe Bildung und Region“ – aus Bonn für die Stadt zusammengetragen hat.
Die Grundfragen: Wie entwickelt sich die Gesamtbevölkerung, wie die Zahlen in den Grundschulen, wie die Übergangszahlen auf weiterführende Schulen und wie werden sich die beruflichen Schulen entwickeln?

Die Einschulungszahlen in die erste Klasse werden sich laut Biregio bis 2021 um 50 (neun Prozent) erhöhen, wobei es jahrgangsweise zu Schwanungen komme. Die Angebote bei den Ganztagsschulen würden schon in den nächsten fünf bis zehn Jahren doppelt so stark nachgefragt werden wie bisher, so die Prognose. An den Ganztagesgrundschulen in der Cité und der Theodor-Heuss-Schule bestehe ein Raumdefizit. In der Grundschule Haueneberstein wäre der weitere Ausbau des Ganztagesangebots möglich.

Ebenso könnte an den Grundschulen in Steinbach, Sandweier, Oos und Varnhalt ein Ganztagesangebot geschaffen werden, heißt es in der Vorlage. Die Prognose weiter: „Alle Gymnasien werden trotz erster negativer Auswirkung des demographischen Wandels aufgrund eines weiterhin stabilen Übergangsverhaltens auf die Gymnasien eine gute Nachfrage erfahren. Die Realschule wird ihre Schülerzahlen steigern können, die Werkrealschulen werden weiterhin Schüler verlieren. Bis zum Schuljahr 2026/27 werden die Schülerzahlen der Berufsbildenden Schulen um rund 300 zurückgehen.“

Link zur Schulentwicklungsplanung auf der Homepage der Stadt

Kommentar zum Thema

Weitschauende Planung ist das A und O einer guten Verwaltung. Daran besteht kein Zweifel. Und deshalb ist es auch gut, dass die Stadt Baden-Baden frühzeitig die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans angegangen ist. Bildung ist bekanntlich mit das Wichtigste im Leben.

Jetzt liegt die Expertise von Bioregio auf dem Tisch. Erst analysieren und noch nichts entscheiden, heißt gleichzeitig die Botschaft aus dem Rathaus an die kommunalen Gremien. Auch vollkommen richtig.
Denn: Was soll denn da in die Zukunft hinein entschieden werden, wenn nach wie vor eine wesentliche Grundsatzfrage nicht abschließend geklärt ist: Wird es in Baden-Baden weiterhin keine Gemeinschaftsschule geben? Im vergangenen Jahr war diese von der Verwaltung befürwortete Frage bekanntlich bei Stimmengleichheit vom Gemeinderat abgelehnt worden. Soll dieser Beschluss in alle Ewigkeit gelten?

Ein Blick ins Bioregio-Gutachten macht schlau: 2020 werden die beiden Werkrealschulen in Lichtental und in der Weststadt in den Eingangsklassen zusammen noch 25 Schülerinnen und Schüler haben. Mit anderen Worten: Spätestens dann ist ein Standort überflüssig.

Weitschauende Politik zieht eigentlich die Schlüsse aus weitschauender Planung. Das kann doch nur heißen, dass die Gemeinschaftsschule so schnell wie möglich wieder auf
die Tagesordnung muss.