Wird das alte Schulhaus in Steinbach jetzt doch zum Kindergarten? In einem Gespräch mit den Beteiligten will die Stadt einen neuen Anlauf nehmen und die modifizierten Pläne Ende September vorstellen.
Wird das alte Schulhaus in Steinbach jetzt doch zum Kindergarten? In einem Gespräch mit den Beteiligten will die Stadt einen neuen Anlauf nehmen und die modifizierten Pläne Ende September vorstellen. | Foto: Bernhard Margull

In Baden-Baden-Steinbach

Kindergarten in alter Schule?

Gibt es beim Tauziehen um den Standort des neuen Kindergartens „Regenbogen“ im Baden-Badener Stadtteil Steinbach jetzt doch noch eine von allen Beteiligten akzeptierte Lösung? – Die Frage wird am 22. September auf der Tagesordnung stehen, wenn die Betroffenen zunächst intern die Köpfe zusammenstrecken. Die Stadt will dabei die überarbeiteten und vorabgestimmten Pläne präsentieren.
Oberbürgermeisterin Margret Mergen ist nach wie vor der festen Überzeugung, dass der Kindergarten ins alte Steinbacher Schulhaus, also mitten ins „Städtl“, gehört. Die Pläne seien sehr ansprechend, verriet die Oberbürgermeisterin vorab im BNN-Gespräch und die Argumente von Träger und Eltern seien alle aufgenommen worden. „Es konnten alle Bedenken entkräftet werden“, verweist die OB auf die Arbeit der vergangenen Monate, in denen unter anderem auch Exkursionen stattgefunden haben, unter anderem zu einem nagelneuen Kindergarten in Kuppenheim, der ebenfalls zweistöckig konzipiert ist. Die jetzige Planung sei auch mit dem Fachverband der Caritas abgesprochen.

Erster Versuch eine Bauchlandung

Die Stadt hatte bekanntlich zu Beginn des Jahres mit ihrem Vorhaben eine Bauchlandung hingelegt. Eigentlich sollten die städtischen Gremien bereits im Februar den Weg für das Projekt ebnen. Allerdings protestierten Eltern, Erzieherinnen und Träger und auch die Fachstelle für Kindergärten beim Caritasverband in Freiburg meldete Bedenken an. Stimmen wurden laut, in unmittelbarer Nachbarschaft zum jetzigen Standort einen Neubau zu schaffen. Dies war von der Verwaltung in einem „Dreizeiler“ in der Sitzungsvorlage abgelehnt worden. Die Wiederbelebung des alten Schulhauses sei um 300 000 Euro preiswerter.
Das (vorläufige) Ende vom Lied: In der Sitzung des Ortschaftsrates Rebland räumte Bürgermeister Werner Hirth weiteren Klärungsbedarf ein und das Thema wurde vertagt und deshalb noch nicht im Bauausschuss und im Gemeinderat behandelt.

OB: „Einrichtung gehört ins Städtl“

Jetzt geht es mit der Unterrichtung der direkt Betroffenen weiter, danach soll das Projekt erneut im Ortschaftsrat, im Bauausschuss und schließlich im Gemeinderat behandelt werden.
Dabei hat sich die Meinung der OB nicht geändert. Wenn die Stadtmitte von Steinbach belebt werden könne, dann eben durch einen Kindergarten, ist sich Mergen sicher. Da profitierten der Metzger und der Bäcker davon. Wichtig für die Entwicklung des Reblandes sei das Vorhaben, so die OB.
Kritisiert worden war an der alten Planung unter anderem die Zweitstöckigkeit ohne Aufzug. Für Kleinkinder seien das unzumutbare Hürden, außerdem müsse das Mittagessen jeden Tag aufwendig in den Speiseraum im zweiten Stock transportiert werden.

Das Konzept eines „offenen“ Kindergartens sei dort nicht zu verwirklichen und auch Inklusion sei wegen der fehlenden Barrierefreiheit nicht zu gewährleisten.
Baulich seien die Fenster des alten Schulhauses so hoch, dass Kindergartenkinder keine Sicht nach draußen hätten. Außerdem sei die Parkplatzsituation und das vermehrte Verkehrsaufkommen problematisch, ebenso die Umsetzung der Aufsichtspflicht.