Kurzen Prozess machten die Mitarbeiter des Bauunternehmens gestern in der Mittagszeit bereits vor dem angesetzten Pressetermin indem sie die Kastanien mit einem Bagger zerlegten.
Kurzen Prozess machten die Mitarbeiter des Bauunternehmens gestern in der Mittagszeit bereits vor dem angesetzten Pressetermin indem sie die Kastanien mit einem Bagger zerlegten. | Foto: Rudolphi

Leopoldsplatz Baden-Baden

Kritik an Baumfällung

Nach dem Motto: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts mehr, kamen die Pressevertreter heute um 15 Uhr zum offiziellen Termin für die angekündigte Baumfällaktion im Zuge der Vorbereitungen zur Umgestaltung des Leopoldsplatzes. „Das ist jetzt wirklich nicht so gelaufen, wie es vereinbart war. Die Kastanien sind nicht, wie es angekündigt war, entastet worden, sondern mit brachialer Gewalt mit einem großen Bager zerlegt worden. Ich kann verstehen, wenn da die Passanten angesichts dieser Vorgehensweise des Bauunternehmens gelinde gesagt ein wenig verwundert reagiert haben“, entschuldigte sich stellvertretend der städtische Projekleiter Markus Selig, der auch Ansprechpartner für alle Beteiligten ist.
Ansonsten habe die Einrichtung der Baustelle gut funktioniert. Der Ersatzkiosk steht bereits auf der Fieserbrücke, das Holzpodest auf der Marmortreppe vor dem Amadeus ist im Aufbau. Lediglich bei der Baustellenampel gebe es noch Probleme mit der Funksteuerung.
„Es wurde mit allen Beteiligten angeregt diskutiert, aber es geht wegen der Rangiermöglichkeiten auf diesem begrenzten Baustellenareal und wegen der Verschwenkung des Busverkehrs einfach nicht anders. Wir bedauern das, aber wir weden in rund zwei Jahren die Bäume wieder neu pflanzen“, ergänzte Gartenamtschef Markus Brunsing. Bei den Kastanien in der Sophienstraße handelt es sich um rund 24 Jahre alte Exemplare, die anlässlich der Landesgartenschau gepflanzt worden waren. Neben der weitern Fällung der markanten japanischen Schnurbäume würden auch zwei kleine Kugelahorne vor dem Palais Hamilton beseitigt, weil einer davon die Statik des künftigen neuen Schachbrett-Belages am Übergang zum bestehenden beeinträchtigen könnte. Das Ensemble werde also von vier auf zwei Bäume reduziert.
Bereits im Vorfeld der Baumfällaktion forderte Grünen-Gemeinderat Günter Seifermann nach vielen Bürgeräußerungen pro Erhalt der Bäume die Stadtverwaltung auf, nochmals zu prüfen, ob nicht auch die Fällung der zwei Japanischen Schnurbäume an der Einmündung zur Lichtentaler Straße in Höhe Metzgerei Vogt und Peter’s gute Backstube sowie des Baumes an der Einmündung zur Luisenstraße verzichtet werden kann.
Seifermann war sich in seinem Schreiben an Bürgermeister Werner Hirth sicher, dass nach konkreter Prüfung der geplanten Tiefbauarbeiten auf die Fällung und Neupflanzung der drei Bäume verzichtet werden kann, ohne dass dies die Bauarbeiten beeinträchtigen oder verteuern würden.
Bürgermeister Werner Hirth antwortete umgehend, dass der Erhalt der Bäume dort leider nicht möglich sei. Die Planungen des Platzes sähen vor, dass die Standorte des künftigen Baumbestandes leicht verschoben werden, um für die neuen Versorgungstrassen ausreichend Platz zu schaffen und um die notwendigen Abstände einzuhalten. Zudem lägen diese Bäume voll in der neu zu gestaltenden Platzfläche, weshalb ein Eingriff in das Wurzelwerk unumgänglich sei und somit die Standsicherheit und die Vitalität der Bäume nicht sichergestellt werden könne.