Die Stadtwerke Rastatt erproben derzeit Filteranlagen zur Entfernung von PFC.
Die Stadtwerke Rastatt erproben derzeit Filteranlagen zur Entfernung von PFC. | Foto: pr

PFC bei Rastatt

Verwirrung um Wasserwerk

Die Mitglieder der PFC-Bewertungskommission schließen eine Gefahr für das Wasserwerk Ottersdorf nicht aus. Nach widersprüchlichen Aussagen der Bewertungskommission und der Rastatter Stadtwerke betonen Bürgermeister Michael Geggus aus Baden-Baden und erster Landesbeamter Jörg Peter aus dem Rastatter Landratsamt, dass noch nicht alle Details zu den möglichen Giftfahnen im Grundwasser untersucht seien.
Vor den Medien wurde am Mittwoch erklärt, dass die von einem Sandweierer Acker stammende Fahne vermutlich nicht die Trinkbrunnen des Wasserwerks erreichen werde. Auf Nachfrage, ob es daneben andere Bedrohungen geben könne, sagte Geggus, dass es „nach derzeitigem Stand keine akute Gefährdung der Wasserversorgung“ gebe. Die Rastatter Stadtwerke reagierten darauf in einer Pressemitteilung, dass in einem Gutachten durchaus von einer Gefährdung die Rede sei – und zwar aus einem „mittleren Korridor, der aus Baggerseen bei Sandweier gespeist“ werde. Jetzt ließ Geggus über seine Pressestelle auf eine BNN-Anfrage erklären, dass er dieses Gutachten nicht kenne. Der Stand vom Mittwoch könne sich daher bereits verändert haben. Er plädiere dafür, die Gutachten miteinander abzugleichen.
Ebenso sieht es Jörg Peter. „Die Informationen aus dem Gutachten der Kommission von der Firma Arcadis und dem der Stadtwerke von Wald & Corbe müssen zusammengelegt werden.“ Unabhängig davon würden nun die Untersuchungstiefen von bislang 30 Meter auf 60 Meter erweitert. Peter erklärte, die Kommission sei in ständigen Gesprächen mit der Stadt Rastatt.
Da die Rastatter Stadtwerke befürchten, dass in rund zwei Jahren die im Untergrund fließende Giftfahne an den Trinkbrunnen angekommen sein könnte, werden mit Hochdruck Filteranlagen entwickelt, die das PFC eliminieren würden. Momentan wird die gesamte Stadt über das Wasserwerk Ottersdorf versorgt.