Vollständig ausgebrannt ist das "Grenzstübel" auf dem Ruhestein
Vollständig ausgebrannt ist das "Grenzstübel" auf dem Ruhestein | Foto: Roland Spether

"Grenzstüble" abgebrannt

Badisch-schwäbischer Großeinsatz am Ruhestein

Ein Raub der Flammen wurde das „Grenzstüble“ am Ruhestein. Mehr als 70 Feuerwehrleute aus Baiersbronn, Seebach und Ottenhöfen konnten nicht verhindern, dass das Gebäude vollständig ausbrannte. Das in direkter Nachbarschaft liegende Nationalparkzentrum wurde durch eine Riegelstellung geschützt und blieb ebenso wie die weiteren Gebäude in diesem Bereich unbeschädigt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Mehrere 100.000 Euro Schaden

Die Ursache des Brands ist noch nicht geklärt. Beamte des Polizeireviers Achern/Oberkirch haben die Ermittlungen aufgenommen. Der Sachschaden wird ersten Schätzungen zufolge auf mehrere 100.000 Euro geschätzt.

Holzkonstruktion in hellen Flammen

Entdeckt wurde das Feuer vom Betreiber des Skilifts am Ruhestein sowie von einem Lastwagenfahrer auf der Schwarzwaldhochstraße. Es breitete sich offenbar mit rasender Geschwindigkeit aus – das aus einer Holzkonstruktion bestehende Gebäude stand binnen kurzer Zeit in hellen Flammen.

Der Notruf ging kurz nach 21 Uhr im Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Tuttlingen ein. Obwohl das „Grenzstüble“ auf Gemarkung Seebach liegt, wurde zunächst die Baiersbronner Feuerwehr unter der Leitung von Kommandant Martin Frey alarmiert: Auf dem Ruhestein verläuft nicht nur die Grenze zwischen den Gemeinden Seebach und Baiersbronn, sondern auch die Grenzen zweier Landkreise und zweier Regierungspräsidien.

Badisch-schwäbische Zusammenarbeit

Der Seebacher Bürgermeister Reinhard Schmälzle, der die Löscharbeiten vor Ort beobachtete, lobte am Tag nach dem Brand den reibungslosen Einsatz aller Rettungskräfte. Neben schwäbischen und badischen Feuerwehrleuten waren auch das Rote Kreuz und die Bergwacht im Einsatz. Die Feuerwehren standen vor einer schwierigen Aufgabe. Weil die am Ruhestein in einem Löschwasserbehälter sowie im Reservoir an der Skisprungschanze vorhandenen Wassermengen nicht ausreichten, wurde ein Pendelverkehr eingerichtet, um die Löschwasserversorgung aus dem Hochbehälter am Schliffkopf sowie aus dem Mummelsee sicherzustellen. Allein vom Schliffkopf aus verzeichnete Martin Frey 25 Fahrten mit insgesamt rund 70.000 Litern Wasser. Schwierig gestalteten sich auch die Löscharbeiten selbst, weil das Wasser bei Temperaturen von minus sieben Grad schnell gefror: Um den Wehrmännern den Zugang zum Brandort zu ermöglichen, mussten die Zugangswege immer wieder von einer sich schnell bildenden Eisschicht befreit werden.

Nachlöscharbeiten auch noch am folgenden Morgen

Vier Stunden nach der Alarmierung war das Feuer unter Kontrolle, wie der Seebacher Feuerwehrkommandant René Schneider berichtete. Er übernahm im Lauf der Nacht die Einsatzleitung vom Baiersbronner Kommandanten Martin Frey. Ihm und seinen Kollegen war es dann auch vorbehalten, nach der Freigabe der Brandstelle durch die Polizei gestern Vormittag die erforderlichen Nachlöscharbeiten vorzunehmen.

Lebenswerk abgebrannt

Der Eigentümer und Wirt des „Grenzstübles“, der vielen Menschen in der Region als Original und durch seine musikalischen Fähigkeiten bekannt ist, hat durch den Brand alles verloren. Als der Brand ausbrach, war er glücklicherweise nicht zu Hause, musste später aber mit ansehen, wie sein Lebenswerk abbrannte. Laut Bürgermeister Reinhard Schmälzle fand er eine Bleibe bei Freunden im Gasthaus „Wolfsbrunnen“. Schmälzle geht davon aus, dass das „Grenzstüble“ wieder aufgebaut wird. Im benachbarten Nationalparkzentrum zeigte man sich geschockt von den Ereignissen der Nacht. „Wir fühlen mit dem Besitzer“, unterstrich Pressesprecher Thomas Dobrzewski.