Die Heidelberger Firma Rhein-Petroleum hat bei ihrer Probebohrung bei Graben-Neudorf keine "förderungswürdigen Mengen" an Erdöl gefunden.
Die Heidelberger Firma Rhein-Petroleum hat bei ihrer Probebohrung bei Graben-Neudorf keine "förderungswürdigen Mengen" an Erdöl gefunden. | Foto: dpa

Vorkommen ist zu gering

Bei Graben-Neudorf wird kein Erdöl gefördert

Bei Graben-Neudorf wird kein Erdöl gefördert werden: Dies ist das Ergebnis der Probebohrung „Hofwiese 1“ der Heidelberger Firma Rhein-Petroleum. „Wie unsere Messungen direkt in der erreichten Zieltiefe von rund 1.800 Metern zeigen, haben wir nach einer perfekt verlaufenen Bohrung nicht genügend Erdöl angetroffen. Daher wird es auch keine Probeförderung geben“, erklärt Rhein-Petroleum-Geschäftsführer Michael Suana per Pressemitteilung.

„Aufwand der Firma ist nicht belohnt worden“

„Es ist bedauerlich, dass in Graben-Neudorf kein Erdöl gefördert wird“, sagt Karl-Heinz Kling, der derzeit noch den Bürgermeister vertritt, bis Christian Eheim sein neues Amt am Montag antritt. „Es tut uns leid, dass der Aufwand der Firma nicht belohnt worden ist“, sagt Bauamtsleiter Achim Degen. Rhein-Petroleum habe das Projekt gut und reibungslos abgewickelt. Die Zusammenarbeit habe bestens geklappt.

Rhein Petroleum hat vier Wochen lang auf einem fußballfeldgroßen Gelände im Kammerforst an der alten B 35 in die Tiefe gebohrt, um zu prüfen, ob sich in porösen Schichten des Unteren Tertiärs förderungswürdige Mengen an Öl angesammelt haben. Suana: „Unsere Interpretation der geologischen Struktur hat sich als richtig erwiesen, und wir haben auch die gesuchten Sandsteine an den vorgesehen Stellen gefunden. Aber nach physikalischen Messungen sind sich die Spezialisten zweifelsfrei sicher, dass leider keine förderungswürdige Mengen an Öl vorhanden sind. Das Ergebnis für Graben-Neudorf ist eindeutig“, informiert Geschäftsführer Suana.

Die Bohrung wird verfüllt und sicher verschlossen

In den kommenden Tagen wird nun die Bohrung mit Zement teilverfüllt und sicher verschlossen. Danach wird die Bohranlage abgebaut, heißt es weiter in der Mitteilung des Unternehmens. In den folgenden Monaten wird mit einer Seilwinde die Restverfüllung der Bohrung vorgenommen und das Areal komplett zurückgebaut. „Nach der Bohrlochverfüllung beginnen wir mit der Renaturierung des Platzes, sodass eventuell schon nächstes Jahr Jungwald zu sehen sein wird“, berichtet Suana.

Erfolg im Unterallgäu

Unterdessen entwickelt sich die gemeinsame Bohrung von Wintershall und Rhein Petroleum bei Mindelheim im Unterallgäu erfolgreich. „Dort haben wir ergiebige ölführende Schichten angetroffen und gehen nun in die Testförderung.“ Des Weiteren befindet sich das Unternehmen im hessischen Riedstadt in einer Testförderung. „Der Oberrheingraben bleibt für die Erdölsuche hochinteressant. Unsere seismischen Analysen weisen auf weitere attraktive Bohrziele in Nordbaden hin, an deren Erschließung wir mit Nachdruck arbeiten“, so Suana.