Eine Behelfsbrücke führt  bei Wagshurst über die Rench. Sie ersetzt die bestehende Brücke, die abgebrochen und im Zuge des Ausbaus der Kreisstraße 5311 erneuert wird.
Eine Behelfsbrücke führt bei Wagshurst über die Rench. Sie ersetzt die bestehende Brücke, die abgebrochen und im Zuge des Ausbaus der Kreisstraße 5311 erneuert wird. | Foto: Roland Spether

Brückenbauer in Wagshurst

Besonderer Einsatz für das Technische Hilfswerk

Von Roland Spether
Sie hat eine Länge von 18,80 Metern und ein Gewicht von 14 Tonnen: Über die Rench führt in Achern-Wagshurst in den nächsten Monaten eine „Bailey“-Brücke. Die Behelfsbrücke wurde im einem perfekten Teamwork von THW-Helfern aus Müllheim und Achern sowie in fachkundiger Kooperation mit dem Ortsvorsteher und Kranfahrer Ulrich Berger punktgenau neben die alte Brücke gesetzt. Dieses Bauwerk wird in Kürze abgebrochen und im Zuge des Ausbaus der Kreisstraße 5311 zwischen Wagshurst und Rheinbischofsheim durch ein neues Bauwerk ersetzt. Hier baut der Ortenaukreis auch auf der kompletten Länge zwischen beiden Orten einen Radweg.

Anlieger müssen keine Umwege fahren

Der Bau der Behelfsbrücke stellt sicher, dass sich die Anlieger im Außenbereich von Wagshurst die weite Umleitungsstrecke sparen können. Auch die Landwirte kommen weiterhin vom Ort aus direkt auf ihre Felder. Die Brücke, die auf der östlichen Seite der vorhandenen Brücke gebaut wurde und deren Brückenkörper eine fachwerkähnlichen Stahlkonstruktion hat, kann von Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von bis zu fünf Tonnen befahren werden.

Behelfsmäßig, aber höchst stabil

„Wir haben uns beim Landratsamt im Interesse der Bürger dafür eingesetzt, dass die Behelfsbrücke gebaut und bezahlt wird“, so Ortsvorsteher Ulrich Berger. Möglich wurde die „Bailey-Brücke“ durch das Technische Hilfswerk (THW) aus Müllheim, dessen Ortsverband eine Fachgruppe „Brückenbau“ hat – eine von zwei THW-Brückenbau-Gruppen in Baden-Württemberg. Diese Fachgruppen sind in der Lage, aus Holz, Stahl oder wie in Wagshurst im Bailey-System eine behelfsmäßige, aber höchst stabile Brücke schnell zu errichten. Dies haben die acht THW-Helfer aus Müllheim unter der Leitung von Patrick Winterhalter in Kooperation mit zehn Acherner THW-Kameraden unter der Leitung Markus Harter sehr professionell realisiert. Technische Unterstützung kam von Ulrich Berger und dessen Kranfahrzeug.

Willkommene Übung

Für die THW-Helfer war der Brückenbau eine willkommene Übung. „Wir arbeiten sehr gerne mit örtlichen Gruppen zusammen, um auch diese für einen Ernstfall mit dem Brückenbau vertraut zu machen“, so Patrick Winterhalter. So sei man im Extremfall wie etwa bei den jüngsten Unwettern und Überschwemmungen in der Lage, rund um die Uhr im Zwei- oder Dreischicht-Betrieb zu arbeiten.
Bei dem Bauwerk in Wagshurst reichten ohne Anfahrt drei Stunden aus, um den Stahlkörper vor Ort zu montieren und an Ort und Stelle zu verankern.