Drei Kanonenschläge wurden in der Nacht auf Sonntag an diesem Gebäude in der Königsbacher Brühlstraße gezündet. In der gemeindeeigenen Immobilie wohnen 22 Flüchtlinge.
Drei Kanonenschläge wurden in der Nacht auf Sonntag an diesem Gebäude in der Königsbacher Brühlstraße gezündet. In der gemeindeeigenen Immobilie wohnen 22 Flüchtlinge. | Foto: ufa

Kanonenschlag landet im Bad

Böller-Attacke auf Asylgebäude in Königsbach

Es ist ein Uhr in der Nacht. Plötzlich reißt ein lauter Knall mehrere Familien mit Kindern aus dem Schlaf. Auf den ersten Kanonenschlag folgt ein weiterer – und noch einer. Wie erst gestern bekannt wurde, zündeten Unbekannte in der Nacht von Samstag auf Sonntag drei Knallkörper an einem Gebäude in der Königsbacher Brühlstraße.

Drei Knallkörper explodieren an Asylgebäude

Die ersten beiden Kanonenschläge explodieren vor der verschlossenen Eingangstür und auf einem Fenstersims im Erdgeschoss. Der dritte Böller wird durch ein offenes Badfenster im Erdgeschoss geschleudert. Das teilte die Polizei gestern auf BNN-Nachfrage mit.
Die Immobilie gehört der Gemeinde Königsbach-Stein. In dem lang gezogenen Komplex wohnen Flüchtlinge, sowohl in vorläufiger als auch in Anschlussunterbringung.

22 Flüchtlinge leben in der gemeindeeigenen Immobilie

Das Gebäude ist in zwei Teile gegliedert: In der Brühlstraße 18 wohnen zehn Flüchtlinge in vorläufiger Unterbringung, erklärt Ivonne Vollmer, Leiterin des Königsbach-Steiner Ordnungsamts. Das Landratsamt habe diesen Teil von der Gemeinde angemietet. Im zweiten Gebäudeteil mit der Nummer 20 wohnen laut Vollmer zwölf weitere Flüchtlinge. Vollmer, seit April Chefin des Ordnungsamts, wurde über den Vorfall erst gestern Morgen vom Steiner Polizeiposten informiert. Die betroffenen Hausbewohner in der Brühlstraße haben offenbar nicht sofort die Polizei verständigt, sondern sich mit Verzögerung an ihre Asylpaten im Ort gewandt. Diese erstatten am Montag Anzeige beim Steiner Polizeiposten.

Staatsschutz ermittelt

Die Polizei geht davon aus, dass am Gebäude selbst kein nennenswerter Schaden entstand. Das wurde gestern vom Hausmeister aber noch überprüft, so Vollmer. In der Zwischenzeit haben Kriminalbeamte nach Spuren gesucht und Reste der Feuerwerkskörper sichergestellt. Die weiteren Ermittlungen wegen versuchter Körperverletzung übernimmt der Staatsschutz der Kriminalpolizei.

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