In Bretten könnte - wie in Pforzheim - freies Surfen möglich werden
In Bretten könnte - wie in Pforzheim - freies Surfen möglich werden | Foto: dpa

Finanzierung durch Sponsoren

Skytron will freies WLAN für ganz Bretten

Pforzheim hat es seit 2013, Calw kam etwas später dazu: Die Rede ist von freiem WLAN, also der Möglichkeit, nach einmaliger Anmeldung kostenlos im Internet zu surfen. „Wir wollen auch Bretten so ein Angebot machen“, erklärt Frank-Thomas Hück, Geschäftsführer der Karlsbader Firma Skytron. Zunächst könnte die Altstadt, später ganz Bretten versorgt werden. „Das ist schließlich modernste Funktechnologie, die wir anbieten“, ergänzt Vertriebschef Patrick Sommer. Wie in anderen Kommunen auch, könnten hierfürFirmen, Banken oder Organisationen als Sponsoren gewonnen werden.

Wolff steht WLAN-Angebot offen gegenüber

Oberbürgermeister Martin Wolff steht dem Angebot eines umfassenden freien WLAN „offen gegenüber“, wie er den BNN auf Nachfrage erklärt. Auch Wolffs generelle Ablehnung der Funktechnologie scheint zu bröckeln: „Ich favorisiere nach wie vor Glasfaser als die Technik der Zukunft, aber wir werden jetzt auch der Firma Skytron die Möglichkeit geben, sich darzustellen.“ Auf der Homepage der Stadt werde es demnächst auch einen Link zu den Funktechnologen geben, wie es ihn schon länger zur BBV Rhein-Neckar gibt. „Wir wollen alle im Wettbewerb gleich behandeln“, begründet dies der OB.

Letzter Aufruf für Glasfaser

Bis 15. Juli haben die Brettener noch die Gelegenheit, sich für das Glasfaserangebot der BBV zu entscheiden. Dazu rufen nun auch 24 der insgesamt 26 Stadträte des Brettener Gemeinderats in einem „Offenen Brief“ an die Bürger auf. Lediglich zwei Stadträte, einer von der CDU, einer von der Fraktion „die aktiven“, weigerten sich, ihre Unterschrift unter diesen Appell zu setzen.  „Unabhängig, ob das dann realisiert wird, werden wir auf jeden Fall unser Angebot ausbauen“, sagt Frank-Thomas Hück. Der Vorteil sei, dass man keinerlei Vorverträge brauche – und Aussagen, dass sich Skytron etwa aus Ruit oder Sprantal zurückziehen würde, falls dort Glasfaser verlegt wird, seien schlichtweg „falsch“, so der Geschäftsführer.

„Funktechnologie ist das 21. Jahrhundert“

Im Gegenteil: Man wolle versuchen, die dortigen Sendemasten besser mit Strom zu versorgen, um diese dann auch technisch auf den neuesten Stand bringen zu können. Glasfaser, sagt Hück, „ist Technik des 20. Jahrhunderts“. Bei der kompletten kabellosen Digitalisierung (Stichwort: Industrie 4.0) dagegen führe „kein Weg an der Funktechnologie vorbei“. Denn: „Funktechnologie ist das 21. Jahrhundert.“

Ortsvorsteher lehnt Vorführung ab

Hück selbst wohnt seit kurzem im Brettener Stadtteil Diedelsheim, wo er – wen wundert’s – die Skytron-Funktechnik mit durchgängig 100 MBit/s nutzt. „Ich habe schon dem Ortsvorsteher und anderen angeboten, mich mal besuchen zu kommen, um es denen zu zeigen. Aber das haben die abgelehnt.“

Um ganz Bretten (inklusive der nördlichen Stadtteile) mit Funktechnologie bei gleicher Leistung wie Glasfaser zu versorgen, seien etwa 100 000 bis 200 000 Euro nötig, sagt Hück. Er sei nicht gegen Glasfaser, sondern sehe es als Ergänzung – und als schnellen Weg vom Backbone-Netz zum Sendemast.