Bretten
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Harsch stellt Pläne für Diedelsheimer Areal vor

Steinzeugwerk wird „Steinzeugpark“

Seit seiner Stilllegung vor knapp zehn Jahren liegt das Steinzeugwerk der Firma Harsch zwischen Alexanderplatz und Diedelsheim brach. Versuche, dort einen Edeka-Markt zu errichten, scheiterten vor dem Verwaltungsgericht (die BNN berichteten).
Mit dem Projekt „Steinzeugpark“ startet Eigentümer Rudolf Harsch einen neuen Versuch, dort eine „nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung“ auf den Weg zu bringen: In enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung erstellte Architekt Sven Battenhausen ein Konzept, das eine komplette Neubebauung des etwa 28 000 Quadratmeter umfassenden Areals vorsieht. Am Dienstag wurden die Planungen den BNN vorgestellt; der Diedelsheimer Ortschaftsrat berät darüber in seiner heutigen Sitzung und der Brettener Gemeinderat am kommenden Dienstag, 21. Juni.

Wohnen und Gewerbe

In zwei Baufeldern sollen Wohngebäude entstehen, ein weitere Baufeld ist als Mischgebiet konzipiert, wo neben Wohnbebauung auch Dienstleister oder Start-up-Unternehmen eine Bleibe finden könnten. Das vierte Baufeld, Richtung Steinzeugstraße und Alexanderplatz sieht laut Battenhausen gewerbliche Nutzung (Fitness/Wellness-Einrichtungen sowie ein acht-, neungeschossiger Büroturm), eine Kindertagesstätte, Gastronomie und eine Multifunktionshalle für kulturelle und gewerbliche Veranstaltungen vor. Komplettiert wird das von Erschließungsstraßen durchzogene Areal von einer Tiefgarage mit mehreren Parkebenen – nicht zuletzt auch wegen der Besucher der Halle.
Die Zufahrt erfolgt von der Steinzeugstraße per Linksabbiegespur (Harsch: „Die richten wir auf eigene Kosten und zulasten unseres Grundstücks ein“) etwa in Höhe des bestehenden historischen Gebäudes, in dem heute eine Malerfirma untergebracht ist.

Schornstein bleibt erhalten

Als Reminiszenz an die Vergangenheit des Produktionsstandorts für keramische Erzeugnisse bleibt der 30 Meter hohe Schornstein erhalten. Um diesen herum ist ein Quartiersplatz geplant, mit offener Gastronomie, Kinderspielplatz und einer Ruhezone mit Wasserläufen. Zudem bleibt die vier Meter hohe und zur B 35 hin überwucherte Ziegelwand des einstigen Ofenwerks stehen – als Lärmschutzwand.Wie Architekt Battenhausen betont, könnte mit der Planung die Flächenversiegelung deutlich verringert werden – von derzeit 90 auf 30 Prozent der 2,8 Hektar Gesamtfläche. Etwa sechs Monate dauere der Abriss der Werksanlagen; frühestens Anfang 2018 könnte mit der Erschließung begonnen werden.Im Gegensatz zu manch anderem angedachten Projekt in Bretten sieht Unternehmer Harsch einen großen Vorteil für seinen „Steinzeugpark“: „Wir brauchen keinen Investor, das sind wir selbst.“ Wie viel insgesamt investiert werde, sei „schwer zu beziffern“, wie es Prokurist Johann Busic auf BNN-Nachfrage formuliert. Aber es fließe ja durch den Verkauf der Wohnungen auch wieder Geld zurück. Dass ausreichend Mittel vorhanden sind, weiß Firmenchef Harsch auch ohne detaillierte Kalkulation: „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir es realisieren können.“

Gemeinderat muss entscheiden

Entscheiden muss aber letztlich der Gemeinderat, wobei die Verantwortlichen schon positive Signale gesendet hätten. Das bestätigt auch OB Martin Wolff: „Ich stehe dem Plan sehr positiv gegenüber. Das wäre eine hervorragende Nutzung.“ Nur wenige Wochen nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim habe man sich zusammengesetzt und Harsch habe in Abstimmung mit den Fachbehörden seine Planungen entwickelt – in einem „hervorragenden Miteinander“, sagt Wolff.