Quer durchs Naturschutzgebiet Rotenberg könnte die neue Ostumfahrung bei Bruchsal laufen. Zwei Bürgerinitiativen wehren sich
Quer durchs Naturschutzgebiet Rotenberg könnte die neue Ostumfahrung bei Bruchsal laufen. Zwei Bürgerinitiativen wehren sich | Foto: Heintzen

Bruchsaler B 35 umstritten

Bürgermeister werden in Berlin vorstellig

Jetzt wollen es Oberbürgermeister und Bürgermeister in Sachen B-35-Ostumfahrung wissen: Gemeinsam reisen sie am 29. September ins Bundesverkehrsministerium nach Berlin, um über die geplante Trassenführung über den Rotenberg zu beraten. Gleichzeitig organisieren Bürger für Sonntag, 25. September, einen Aktionstag in der Natur. Sie wollen „Flagge zeigen“, wie sie sagen und verhindern, dass ein geplanter Neubau der Ostumfahrung die Kulturlandschaft zerschneidet.

12 000 Flyer werden verteilt

„Der Kraichgau ist für seine Bewohner da, nicht für den Fernverkehr“, finden die Bürger der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltschutz (Agnus) und der Bürgerinitiative Natur-/Umweltschutz/Straßenbau (Binus). Sie haben jetzt angefangen, Unterschriften zu sammeln, Infostände zu organisieren und Protestplakate in der Landschaft zu installieren. 12 000 Flyer werden dieser Tage an viele Bruchsaler Haushalte verteilt, berichtet einer der Initiatoren, Alexander König, im BNN-Gespräch.

„Mehr Verkehr und mehr Lärm“

„Wir befürchten, dass die Umgehungsstraße vor allem die Autobahnen zwischen Mannheim und Stuttgart entlasten soll“, so König. „Der Ostast bringt Bruchsal keine Verkehrsentlastung, aber noch mehr Verkehr und Lärm nach Heidelsheim und Helmsheim und schädigt dabei eine noch intakte Landschaft“, so die Initiative. Ganz ähnlich sieht das auch der Bruchsaler Gemeinderat. Er hatte sich vor der Sommerpause mit großer Mehrheit gegen das geplante Bundesvorhaben gestemmt. (Die Bruchsaler Rundschau berichtete.)

Brettener waren verschnupft

Ende vergangener Woche nun hatte Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick ihre Bürgermeisterkollegen nach Bruchsal geladen, um sich über das weitere Vorgehen abzustimmen. Die Brettener waren zuletzt arg verschnupft über mögliche Alternativen, die ins Spiel gebracht wurden und unter anderem eine große Umfahrung entlang der ICE-Bahnstrecke vorsahen.

Kein Konsens über Alternativen

Nun jedenfalls scheint unter den Bürgermeistern zumindest eine gewisse Einigkeit zu herrschen, wie Petzold-Schick auf BNN-Anfrage berichtet. Es bestehe allerdings kein Konsens darüber, welche Alternative es zum geplanten Ostast geben könne. Mit am Tisch saßen auf Einladung der Bruchsaler OB Vertreter aus Bretten, Neulingen, Kraichtal und Ubstadt-Weiher. „Wir sind uns zumindest darin einig, dass wir die Menschen vor Ort entlasten wollen“, so Petzold-Schick. Dieses Anliegen will man im Berliner Bundesverkehrsministerium vortragen.

Treffen mit Regierungspräsidentin

„Wir haben aber auch über absolute ,No-Gos’ für die einzelnen Kommunen gesprochen.“ Konkreter wolle sie nicht werden, eine gemeinsame Erklärung ihrer Kollegen zum Thema sei noch in der Abstimmung.
Petzold-Schick hat am Dienstag zudem mit Regierungspräsidentin Nicolette Kressl gesprochen, um auch mit ihr das weitere Vorgehen in der Sache abzustimmen. Außerdem wolle sich die OB eigenen Angaben zufolge hinter die Bürgerinitiativen stellen und beteiligt sich am Aktionstag.

Der Aktionstag Natur findet am Sonntag, 25. September, statt. Gestartet wird um 10 Uhr beim Weingut Klumpp in der Heidelbergerstraße 100. Endpunkt ist die Kläranlage Heidelsheim. Die Wanderung dauert etwa drei Stunden. Auf dem Weg entlang der geplanten Neubaustrecke soll es Kurzvorträge etwa über Fauna und Flora, Weinbau und Landwirtschaft geben.