Stromausfall
BRAND IM UMSPANNWERK: Im regionalen Umspannwerk Bruchsal-Kändelweg kam es zu einem Brand, der einen Stromausfall in mehreren Kommunen zur Folge hatte. | Foto: Heintzen (Archiv)

Mehrere Gemeinden betroffen

Bruchsal: Stromausfall nach Feuer im EnBW-Umspannwerk

Im Umspannwerk Bruchsal-Kändelweg gebrannt. Mit weitreichenden Auswirkungen auf einige Städte und Gemeinden, wo es zu einem weitreichenden Stromausfall kam. Das Umspannwerk wird betrieben von der Netze BW GmbH, der Verteilnetzbetreiber gehört zum EnBW-Konzern. Ein Sprecher sagte den BNN am Dienstag, 2. August: „Es kam um 8.35 Uhr zu einem technischen Defekt.“ Infolge dessen habe man die Anlage abschalten müssen, was zu dem Stromausfall geführt habe. Dem Sprecher zufolge „war eine schätzungsweise untere fünfstellige Anzahl von Haushalten und Betrieben“ betroffen. Und zwar in folgenden Städten und Gemeinden.

Feuer
DURCHGESCHMORT: Dieses Bild vom Brandort im Umspannwerk Kändelweg stellte die Feuerwehr Bruchsal zur Verfügung. | Foto: Czemmel

Bruchsal von Stromausfall offenbar nicht betroffen

Betroffen waren laut  EnBW die Kommunen Karlsdorf-Neuthard, Forst, Ubstadt-Weiher, Graben-Neudorf, Hambrücken sowie Teile der Stadt Stutensee. Ab 10.19 Uhr sei die Stromversorgung wieder flächendecken gewährleistet, so hieß es weiter. Teile der Stadt Bruchsal wie es zunächst hieß, waren laut Bruchsaler Behördenangaben wohl doch nicht betroffen. Meldungen, nach denen auch Karlsruhe-Neureut und südliche Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises – zumindest teilweise – von dem Stromausfall betroffen waren, konnte der Netzbetreiber bislang nicht bestätigen. Ein Sprecherin der Stadtwerke Karlsruhe sagte auf BNN-Anfrage: „Wir hatten in unserem Netz keinen Ausfall.“ Allerdings sei es am Dienstagmorgen bei einem größeren Karlsruher Industriebetrieb intern zu einer Fehlschaltung gekommen, die auf andere Karlsruher Stromabnehmer Auswirkungen gehabt habe. Dies sei aber kein Stromausfall gewesen, sondern ein „kurzfristiger Spannungseinbruch“. Was sich bei einigen Haushalten etwa durch flackerndes Licht bemerkbar mache, könne bei Firmen möglicherweise zum Ausfall von Maschinen geführt haben. Der Brand im Bruchsaler Kändelweg habe jedenfalls auf Karlsruhe keine Auswirkungen gehabt.

Auch die Stadt Bruchsal selbst blieb im Netz des städtischen Tochterunternehmens Energie- und Wasserversorgung Bruchsal (ewb) vom Stromausfall verschont. Fred-Joachim Rohrig von  ewb-Netzbetriebe  erklärte auf Anfrage: „Wir versorgen derzeit noch vom Standort Schnabel-Henning-Straße und waren schon deshalb nicht betroffen. Im Übrigen betreiben unser 20-KV-Netz mit eigenen Schaltanlagen.“

Feuerwehr spricht von Kabelbrand

Die Bruchsaler Feuerwehr war mit drei Löschfahrzeugen und rund 20 Einsatzkräften im Kändelweg vor Ort. Das Feuer wurde schnell gelöscht, die Anlage vom Rauch befreit. Laut Feuerwehr-Sprecher Tibor Czemmel handelte es sich nach ersten Informationen um einen Kabelbrand in der Anlage. Auch Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick war am Vormittag am Einsatzort, um sich ein Bild der Lage zu verschaffen.

Brand
Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick informierte sich vor Ort. | Foto: Feuerwehr Bruchsal

Feuerwehr-Sprecher Czemmel zum Einsatzablauf: „Beim Eintreffen der Feuerwehr war das Gebäude bereits stark verraucht. Unter Atemschutz wurde die Lage im Gebäude erkundet und der Brand an einer Leitung unter einem Leistungsschaltschrank mit mehreren CO2 Löschern abgelöscht. Der Bereich wurde mit der Wärmebildkamera und Fernthermometer kontrolliert und beobachtet. Das Gebäude musste im Anschluss an die Löscharbeiten ausgiebig mittels Drucklüftern belüftet werden.“ Noch während der Löscharbeiten sei versucht worden, die vom Stromausfall betroffenen Bereiche schnellstmöglich wieder ans Netz zu bringen. Die Brandursache sei noch unbekannt und müsse nun untersucht werden, so hieß es nach dem Einsatz.

Der Rettungsdienst war unter dem organisatorischen Leiter Daniel Bauer mit einem Notarzteinsatzfahrzeug und einem Rettungswagen zur Absicherung der Einsatzkräfte vor Ort. Die Feuerwehr Bruchsal war unter der Leitung von Feuerwehrkommandant Bernd Molitor mit etwa 20 Einsatzkräften bis 10.45 Uhr im Einsatz.

Umspannwerk Kändelweg erst zwei Jahre alt

Das Umspannwerk Kändelweg, in dem es jetzt zu dem folgenreichen Kabelbrand kam, wurde erst vor rund zwei Jahren im Februar 2014 in Betrieb genommen. Damals war es nach langwierigen Planungen und nach dreijähriger Bauzeit ans Netz gegangen. Die Baukosten wurden mit 28 Millionen Euro angegeben. Als Kernstück der neuen Anlage gilt ein neuartiger Höchstpannungs-Transformator, der über 400 Tonnen wiegt und bei seiner Inbetriebnahme als der weltweit größte ausschließlich mit Pflanzenöl isolierte Transformator präsentiert wurde. Der innovative Transformator hat das Feuer nach bisherigen Erkenntnissen aber unbeschadet überstanden.