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PRODUKTION VOR DEM AUS: Ein Mitarbeiter der Firma Goodyear-Dunlop in Philippsburg mit Autoreifen. Das Reifenwerk soll bis Ende 2017 geschlossen werden. | Foto: Alabiso (Archiv)

890 Mitarbeiter betroffen

Goodyear will Reifenwerk Philippsburg schließen

Das Philippsburger Reifenwerk soll geschlossen werden. Nach Informationen der Badischen Neuesten Nachrichten informierte die Geschäftsführung von Goodyear-Dunlop am Standort Philippsburg die Beschäftigten am Montagnachmittag auf einer Betriebsversammlung. Betroffen sind rund 890 Mitarbeiter der Produktion. Offenbar sollen die ersten Arbeitsplätze schon Anfang des kommenden Jahres abgebaut werden.  Bis Ende 2017 soll der Standort geschlossen werden.

890 Mitarbeiter in Philippsburg verlieren Jobs

Das benachbarte Logistikzentrum des Goodyear-Dunlop-Reifenkonzerns ist offenbar nicht betroffen. Bürgermeister Stefan Martus sagte auf BNN-Anfrage in einer ersten Stellungnahme: „Wir sind völlig überrascht und auch schockiert, denn nichts hat auf einen solchen Schritt hingedeutet.“ Vor ein paar Monaten habe ihm der Werksleiter bei einem Betriebsrundgang noch einige Investitionen in den Standort präsentiert. Der Bürgermeister gibt sich kämpferisch: „Wir wollen um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen und der Konzernleitung in Amerika klarmachen, das das Logistikzentrum ohne Produktionsstätte nicht erfolgreich sein kann.“

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Goodyear-Dunlop-Werk in Philippsburg | Foto: Schmidhuber

 

Goodyear-Geschäftsführung bestätigt Pläne

Die Goodyear-Geschäftsführung bestätigte auf BNN-Anfrage die geplante Schließung und den damit verbundenen Abbau von rund 890 Arbeitsplätzen. In einer Mitteilung heißt es zur Begründung: „Im Einklang mit dem strategischen Fokus von Goodyear, der wachsenden Nachfrage in den hochwertigen Segmenten des weltweiten Reifenmarktes nach Premium Reifen gerecht zu werden und weniger in die Segmente des Reifenmarktes zu investieren, welche geringes Wachstum aufweisen oder rückläufig sind, hat Goodyear Dunlop Tires Germany heute den Plan bekannt gegeben, ihr Reifenwerk in Philippsburg, Deutschland, zu schließen.“

„Das Vorhaben, unser Werk in Philippsburg zu schließen, ist eine schwere Wahl und wir sind uns der sozialen Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern sehr bewusst“, sagt Jürgen Titz, Vorsitzender der Geschäftsführungfür den deutschsprachigen Raum. „Es ist uns ein Anliegen, sozial verträgliche Lösungen für alle betroffenen Mitarbeiter zu finden und ihnen weitere angemessene Unterstützungsleistungen anzubieten.“

Die Goodyear Tire & Rubber Company hat ihren Sitz in Akron, Ohio. Der Konzern gilt als drittgrößter Reifenhersteller der Welt. Die Deutschlandzentrale ist beim Werk in Hanau in Hessen angesiedelt. Das Philippsburger Reifenwerk, mit dessen Bau vor 50 Jahren im Jahr 1966 begonnen wurde, kann täglich mehr als 15.000 Reifen produzieren.

Die Nachricht von den Schließungsplänen beim größten Arbeitgeber der Stadt trifft die Philippsburg in einer schwierigen Phase. Bekanntlich wird auch der zweitgrößte Arbeitgeber der Stadt, das Kernkraftwerk auf der Rheinschanzinsel, abgewickelt. Auch wenn beim Kraftwerk der kompexe Rückbau wohl noch viele Jahre für Arbeitsplätze sorgen dürfte.

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