Durchfahrt für Lastwagen verboten! Am Abzweig Schwallenbrunnen halten sich viele Brummifahrer allerdings nicht an das Verbot und suchen sich einen Schleichweg, um dem Stau zu entgehen.
Durchfahrt für Lastwagen verboten! Am Abzweig Schwallenbrunnen halten sich viele Brummifahrer allerdings nicht an das Verbot und suchen sich einen Schleichweg, um dem Stau zu entgehen. | Foto: Heintzen

Baustelle sorgt für Chaos

Laster brettern durch Bruchsaler Wohngebiete

Es ist ein Verkehrschaos mit Ansage: Vor allem morgens und abends ächzen Anwohner in den Bruchsaler Wohngebieten Weiherberg, Silberhölle und Eggerten unter dem zusätzlichen Verkehr in ihren ansonsten beschaulichen Wohnstraßen. „Heute Morgen herrschte wieder Chaos“, berichtete ein BNN-Leser. „Auf der Württemberger Straße hatte sich ein riesiger Rückstau gebildet.“ Ein anderer Leser, der ebenfalls häufig auf der B 35 unterwegs ist, beklagt, dass sich vor allem die Lastwagen auf eigentlich verbotene Straßen durch die Wohngebiete schlängeln. Er berichtet: „Ich sehe immer wieder Laster, die durchs Wohngebiet brettern. Vor allem fallen mir die gelben DHL-Lkw auf.“

Prinz-Max-Kreuzung ist ein Jahr lang Baustelle

Der Grund für das Chaos? Bruchsals größte Kreuzung, der Prinz-Max-Knoten, an der sich die beiden Bundesstraßen 3 und 35 kreuzen, wird seit 22. August umgebaut. Viele Pendler, die täglich im Stau stehen, haben sich längst ihren Schleichweg gesucht. „Ich sehe hier dauernd Kennzeichen aus Vaihingen, Stuttgart oder Ludwigsburg“, erklärt ein Rundschau-Leser, der am Weiherberg wohnt. Er und seine Nachbarn haben sich längst selbst eigene Schleichwege gesucht, um ihrerseits dem Verkehrschaos zu entkommen.

Stadt weiß um die Probleme

Beim Regierungspräsidium, das die Baustelle zu verantworten hat, und bei der Stadt Bruchsal sind die Probleme bekannt. „Wir haben hier schon genügend Beschwerden bekommen“, berichtet Ordnungsamtschef Gondulf Schneider auf BNN-Anfrage. Nicht nur, dass Lastwagen eigentlich verbotene Anlieger-Straßen benutzen, Probleme bereiten auch Autofahrer, die sich nicht an das Tempolimit von 30 km/h halten.

Wer auf die Prinz-Max-Kreuzung zufährt, der muss Zeit mitbringen. Denn wegen der großen Baustelle ensteht oft ein Rückstau in Richtung Bretten.
Wer auf die Prinz-Max-Kreuzung zufährt, der muss Zeit mitbringen. Denn wegen der großen Baustelle ensteht oft ein Rückstau in Richtung Bretten. | Foto: Heintzen

Ordnungsamt stellt Blitzer auf

Mit mobilen Blitzern will das Ordnungsamt dem Problem Einhalt gebieten. Vergangenen Freitag etwa haben in den Wohngebieten diesseits und jenseits der B 35 die Messungen bestätigt, was die Anwohner bereits wissen: Viele Autos fahren zu schnell durch die Wohnstraßen. „ Wir hatten teilweise eine Überschreitungsquote von 25 Prozent“, berichtet Schneider. Will heißen: Jeder Vierte war zu schnell unterwegs. Wenn erstmal die ersten Bußgeldbescheide verschickt sind, so hofft Schneider, wird sich vielleicht eine Besserung einstellen. „Wir werden immer mal wieder dort oben kontrollieren“, warnt Schneider. Verhindern, dass Autofahrer sich bei drohendem Baustellen-Stau quer durchschlagen, kann er aber auch nicht.

Das Verbotsschild überzeugt offenbar nicht

Und die Kontrollen der Laster stellt sich in der Praxis noch schwieriger dar.
Zwar ist die Durchfahrt für alles über 7,5 Tonnen verboten. Und bei den mobilen Kontrollen werden die Laster auch fotografiert. Im Grunde allerdings muss die Stadt den Firmen nachweisen, dass es sich bei der Durchfahrt nicht um einen Anlieferverkehr handelt. „Das Verbotsschild überzeugt offenbar nicht“, so Schneider.
Das Problem wird sich wohl nicht so schnell in Luft auflösen. Für den Umbau der Prinz-Max-Kreuzung ist ein Jahr angesetzt. Möglicherweise verlagert sich der Verkehr in einem anderen Bauabschnitt dann in andere Gebiete. Schneider hofft auf Verständnis: „Das bringt so eine große Baustelle nun mal zwangsläufig mit sich.“

Prinz-Max-Kreuzung
„Wir sind voll im Zeitplan“, heißt es aus dem Regierungspräsidium, das die Prinz-Max-Kreuzung für rund 3,5 Millionen Euro umbaut. Die nächste Bauphase startet dieser Tage, dann kommt die Fahrbahndeckensanierung in Richtung Autobahn dran. Die Bauarbeiten direkt am Knoten beginnen im neuen Jahr. So entstehen zwei neue Fahrstreifen für Linksabbieger, die Fußgängerunterführung wird verlängert und die Ampel umgebaut. Außerdem werden Bordsteine erneuert, um die Kreuzung barrierefrei zu gestalten. Die Maßnahme dauert etwa ein Jahr, bis August 2017.