Eigenständig bleibt die Raiffeisenbank Altschweier.
Eigenständig bleibt die Raiffeisenbank Altschweier. | Foto: Bernhard Margull

Zwischen Altschweier und Bühl

Bankenfusion kommt nicht zustande

Die für das kommende Jahr geplante Fusion der Altschweierer Raiffeisenbank mit der Volksbank Bühl ist geplatzt. Das bestätigten sowohl der Altschweierer Bankdirektor Klaus Bechtold und Bankvorstand Markus Vollmer als auch der Vorstandsvorsitzende der Volksbank, Claus Preiss. Man habe sich bei wesentlichen Eckdaten nicht einigen können, hieß es zur Begründung.
Seit einem guten halben Jahr waren die Vertreter der beiden Geldinstitute in Verhandlungen und hatten sich dabei zu einem halben Dutzend Gesprächen getroffen. Nach der jüngsten Runde auf der Ebene von Vorstand und Aufsichtsratsvorsitz am vergangenen Donnerstag ist die eigentlich von beiden Seiten angestrebte Verschmelzung kein Thema mehr, auch wenn sie einige Synergieneffekte gebracht hätte, wie Klaus Bechtold einräumt. „Wir wollten unseren Mitgliedern und Kunden keine Unsicherheit zumuten und eine lange Hängepartie vermeiden“, sagt Bechold. „Deshalb haben wir die Gespräche beendet.“ Entscheidend seien Fragen rund um die Weiterbeschäftigung des bisherigen Altschweierer Personals gewesen; nähere Angaben dazu machte keine der beiden Seiten.

Keine Einigung bei Eckdaten

Nach dem Abbruch der Gespräche stellt sich die Frage, wie die Zukunft der Altschweierer Raiffeisenbank gestaltet wird. Dringlich ist das aus der Sicht von Markus Vollmer allerdings nicht. „Wir hatten keine wirtschaftliche Notwendigkeit, als wir die Fusionsgespräche begannen. Es ging darum, uns strategisch neu aufzustellen und zu sehen, wie man gemeinsam auf dem Markt agieren kann.“ Nun wolle man als kleine Bank – die Raiffeisenbank Altschweier zählt derzeit rund 1 700 Mitglieder und weist eine Bilanzsumme von 57 Millionen Euro auf – weiter eine Alternative zu den beiden großen Häusern in Bühl bieten.
Dass die Marktbedingungen mit anhaltender Niedrigzinsphase, Regulatorik und Digitalisierung ein Motiv gewesen seien, die Fusion anzustreben, sei richtig, und diese Bedingungen würden sich auch nicht verbessern, aber die Raiffeisenbank könne damit leben: „Das ist zu schaffen“, sagte Vollmer. Deshalb werde jetzt auch nicht mit anderen Banken verhandelt. Dass mit der nun getroffenen Entscheidung die Altschweierer Bank auf lange Sicht hinaus eigenständig bleibt, ist aber keineswegs ausgemacht, wie Klaus Bechtold bestätigt: „Niemand weiß, was in fünf Jahren sein wird“. Man habe frühzeitig reagieren wollen, nicht erst, „wenn es nicht mehr anders geht“. Diese Maxime gelte auch weiterhin.

Volksbank weiter interessiert

Für Claus Preiss ist eine Verschmelzung der beiben Banken weiterhin eine Option: „Wir sind für Gespräche jederzeit offen“, sagte der Vorstandvorsitzende der Volksbank Bühl. Nachdem die Sondierungsgespräche gestoppt worden seien und eine Fusion zum 1. Januar 2017 (der Zeitpunkt hätte auch bei einem späteren Beschluss rückwirkend gültig werden können) nicht mehr möglich sei, könne er sich den Zusammenschluss auch zum 1. Januar 2018 vorstellen. Für die Volksbank mit ihren 43 500 Mitgliedern und einer Bilanzsumme bei fast 989 Millionen Euro sei eine Fusion nicht zwingend, aber sie sei an einer Arrondierung der genossenschaftlichen Finanzdienstleistungen in der Region Bühl weiterhin interessiert.