Schneller am Einsatzort: Durch die Einrichtung einer neuen Außenstelle in Oberbruch sollen die Rettungswagen die Gemeinden in der Rheinebene in Zukunft besser erreichen.
Schneller am Einsatzort: Durch die Einrichtung einer neuen Außenstelle in Oberbruch sollen die Rettungswagen die Gemeinden in der Rheinebene in Zukunft besser erreichen. | Foto: dpa

Schneller bei Notfällen

Rettungswagen startet bald in Oberbruch

Der Rettungsdienst in Mittelbaden soll schneller werden. Der DRK-Kreisverband Bühl/Achern will im Bühler Stadtteil Oberbruch eine weitere Rettungswache einrichten, um die Gemeinden entlang des Rheins im Notfall schneller erreichen zu können. Bisher sind die beiden Rettungsfahrzeuge in der Rettungswache in der Siemensstraße stationiert. Seit dem 1. November sind beide Mercedes Sprinter rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche einsatzbereit. Zuvor stand eines der beiden Fahrzeuge nur an 16 Stunden zur Verfügung.

Ausweitung des Bereitschaftsdienstes

Die Ausweitung des Bereitschaftsdienstes, mit dem der DRK-Kreisverband auf die hohen Einsatzfrequenzen reagiert, hat aber die Anfahrtswege nach Rheinmünster und Lichtenau nicht verkürzt. Laut Gesetz soll im Notfall ein Rettungswagen in zehn bis höchstens 15 Minuten am Einsatzort sein. Das ist von Bühl aus im Hinblick auf das große Einzugsgebiet (die nächsten Rettungswachen befinden sich in Baden-Baden und Achern) nicht immer zu schaffen.

DRK mietet Räume an

„Wir haben jetzt eine für unsere Zwecke geeignete Immobilie im Unterkirchweg in Oberbruch gefunden“, berichtete Felix Brenneisen, Vorstand der DRK-Kreisgeschäftsstelle, auf Anfrage dieser Zeitung. Das DRK hat dort Büroräume in einem Wohnhaus angemietet und wird diese für die neue Aufgabe umgestalten. Außerdem wird der Vermieter eine Garage für das Einsatzfahrzeug bauen. „Gespräche mit der städtischen Bauordnungsabteilung laufen bereits“, erklärte Brenneisen. „Die Kostenträger haben unserem Konzept bereits zugestimmt.“ Die Büroräume haben eine Grundfläche von rund 75 Quadratmetern. Nach dem Umbau und dem Einzug einer Wand in Trockenbauweise sollen neben einem Aufenthaltsraum zwei Ruheräume zur Verfügung stehen. Im Aufenthaltsraum wird es einen Schreibtisch für die Mitarbeiter zur Dokumentation ihrer Arbeit geben. Auch ein Bad und eine Küchenzeile werden eingerichtet. Der DRK-Kreisverband investiert rund 20 000 Euro.

Ein Meilenstein

„Diese Entscheidung ist ein Meilenstein“, freute sich Werner Seiter, der Leiter des Rettungsdienstes, gestern im Interview mit dieser Zeitung. „Nach den Arbeitsstättenrichtlinien ist Oberbruch allerdings keine vollwertige Rettungswache, sondern lediglich eine Außenstelle. Der Schichtwechsel der Mitarbeiter erfolgt deshalb nach jeweils zwölf Stunden grundsätzlich in Bühl.“ In Oberbruch fehlen beispielsweise die notwendigen Hygieneeinrichtungen zur Desinfektion der Fahrzeuge. Diese Aufgaben werden auch in Zukunft in Bühl erledigt.

Trotzdem ist Seiter mit der jetzt gefundenen Lösung sehr zufrieden. „Die Fahrt von Bühl bis Oberbruch dauert regelmäßig fünf bis sechs Minuten“, sagte er. Um diese Zeit werden sich die Einsatzfahrten Richtung Rheinebene nun verkürzen. „Wir haben damit die Chance, alle Gemeinden im Einzugsgebiet innerhalb von zehn Minuten zu erreichen“, meinte er.

Rund um die Uhr

Die Rettungswagen sind rund um die Uhr jeweils mit einem Rettungssanitäter und einem Rettungsassistenten besetzt. Um die permanente Bereitschaft zu gewährleisten, braucht das DRK pro Fahrzeug zehn Personen. Für die Rettungswachen in Bühl, Achern und Baden-Baden stehen insgesamt 90 Mitarbeiter zur Verfügung.

Wann die neue Außenstelle in Oberbruch fertig ist, kann Felix Brenneisen noch nicht sagen. Aber auch er ist von einer deutlichen Verkürzung der Einsatzzeiten fest überzeugt. „Wir werden dies ein halbes Jahr nach der Inbetriebnahme in Oberbruch im zuständigen Bereichsausschuss evaluieren und dann Bilanz ziehen“, sagte er.

Der Bereichsausschuss für den Rettungsdienstbereich Mittelbaden wird in der nächsten Woche über weitere Details informieren.