Golden in ihrem Element: Gleich mehrere Retriever, die als besonders wasserliebend gelten, nutzten gestern den ersten Hundebadetag im Bühler Schwarzwaldbad.
Golden in ihrem Element: Gleich mehrere Retriever, die als besonders wasserliebend gelten, nutzten gestern den ersten Hundebadetag im Bühler Schwarzwaldbad. | Foto: Antje Rupprecht

Erste Hundebadetage in Bühl

Lotta planscht in den Fluten

Hier planscht Isabo, nebenan wagt sich Uno doch nicht so richtig ins Nass – und auf der Wiese sind sich Ben und Byron uneinig, wem das Bällchen eigentlich gehört. Hundetage im Bühler Schwarzwaldbad – die ersten und nicht ganz unumstritten. Doch davon war  natürlich nichts spürbar. In gelassener, ja fröhlicher Atmosphäre genossen Herrchen und Frauchen die Möglichkeit, mit ihrem Vierbeiner ganz besondere Stunden zu erleben.

Tierische Wassersportler

Nicht jeder ist – schon von Rasse aus – so begeistert wie die braune Labradordame Lotta. Sie springt dem Tauchring hinterher ins Becken, bringt ihn Herrchen und Frauchen Nils und Jana immer wieder und hofft gespannt auf den nächsten Wurf. Lotta ist sogar flott unterwegs auf der Wasserrutsche – und das nicht nur einmal. Auch Merlin, ein siebenjähriger Mischling aus dem Tierheim, kann vom Planschvergnügen nicht genug bekommen; und da er sogar oft über seine Kräfte hinaus weiter im Wasser bleibt, hat er eine gelbe Rettungswerste an. Am anderen Ende des Beckens schaut Thabo, ein Rhodesian Ridgeback, eher skeptisch ins Nass: Klar, ursprünglich aus dem südlichen Afrika stammend, hat es Thabo nicht so mit Nässe und kühleren Temperaturen. „Das hab ich vorher gewusst – wir sind dennoch gekommen, weil wir auch so Spaß haben, beispielsweise mit den anderen Hunden“, lacht Herrchen Frank Seiter. Er plädiert dafür, dass alle Hunde mit Chip gekennzeichnet, am besten sogar einen DNA-Test haben müssen. „Es sind wenige uneinsichtige Hundebesitzer, die unseren Ruf schlecht machen“. Für ihn ist klar: heute sind logischerweise nur die gut erzogenen und sozialisierten Hunde im Bad mit verantwortungsbewussten Besitzern. „Sonst gäbe es doch Ärger“. Jetzt setzt Thabo, seine vier Pfoten ins seichte Wasser – immerhin.

Hygieneprobleme?

Kritik am Hundeschwimmtag gab es im Vorfeld von manchen Bürgern, die Hygieneprobleme befürchteten. Gelassen reagiert Jörg Zimmer, Technischer Geschäftsführer der Bühler Sportstätten GmbH, auf die Diskussion: „Es gibt auf sachlicher Ebene kein Argument gegen das Hundeschwimmen“, erläutert er und ist sich mit Andreas Schrott, dem Betriebsleiter des Schwarzwaldbads darüber einig, dass offensichtlich die Emotionen eine große Rolle spielten. „Das merkte man auch am Tonfall“, so Zimmer – Anrufe mit Beschwerden habe es reichlich gegeben, fügt Schrott hinzu. Er ist sich sicher, dass man die Bürger nur richtig aufklären müsse. „Wir werden ein Resümee ziehen – und falls es positiv ausfällt, dann wollen wir nächstes Jahr erneut die Hundeschwimmtage anbieten – wohl mit erweitertem Angebot, wie beispielsweise ein Tagesprogramm“. Für Schrott ist denkbar, dass Hundesportvereine mit ins Boot geholt werden, dass es auch mehr Infostände gibt. Bei der ersten Auflage ist die Bühler Firma Leutner mit einem Infostand zu Hundeernährung vertreten, und „Pfötchens Welt“ aus Baden-Baden erläutert unter anderem Hundephysiotherapie. Zu Gelassenheit rät auch Betriebstechniker Matthias Heinrich, der gerne Fakten zur vieldiskutierten Hygienefrage erläutert: „Da gibt es wirklich keine Probleme“.

Gepflegt und sozialisiert

So ganz kann Tamara Majdanovic die Diskussion nicht verstehen: „Soviel ich weiß, pinkeln Hunde nicht ins Wasser – die brauchen doch erst ihre Position. Außerdem kommen zu solchen Badetagen nur gepflegte und sozialisierte Vierbeiner, zumeist haben sie auch gelernt, ihr Geschäft auf Kommando zu machen und nicht einfach irgendwohin“.
Einig waren sich gestern die Hundebesitzer, dass es viel zuwenig solcher Angebote gibt, kaum Seen oder andere Schwimmgelegenheiten. „Und das wäre in manchen Fällen so wichtig“, weiß Dieter Libuda, der mit Uno, einem knapp 13 Jahre Altdeutschen Schäferhund gekommen ist. Uno war neun Jahre im Polizeidienst. Als dessen Herrchen verstorben ist, hat Libuda Uno übernommen. „Schwimmen wäre für Unos Gelenke gut – doch wagt er das nicht“. Mit großer Geduld zeigt Dieter Libuda seinem Hund den Weg ins Wasser. Gestern war Uno schon bis zum Bauch im Nass. „Ich werde auch Samstag und Sonntag kommen – dann lernt er das“