Der Brand in einer Trafostation bei der Firma  UHU in Bühl führte zu einem großflächigen Stromausfall.
Der Brand in einer Trafostation bei der Firma UHU in Bühl führte zu einem großflächigen Stromausfall. | Foto: Bernhard Margull

Ursache war ein Trafobrand

Stromausfall legt halb Bühl lahm

Kleine Ursache – aber besonders große Wirkung: Ein Brand in der Uhu-Trafostation in der Bühler Herrmannstraße hat am Donnerstag für eine Stunde halb Bühl lahmgelegt. Denn in der Folge kam es zu Stromausfällen in der Kernstadt, in Altschweier, Eisental, Kappelwindeck, Vimbuch und Rittersbach, zählt Rüdiger Höche, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Bühl GmbH, auf ABB-Anfrage auf. Und damit waren die Stadtwerke in der Siemensstraße eigentlich auch betroffen. Doch dort gibt es ein Notstromaggregat – aus gutem Grund. Schließlich muss bei Stromausfall schnell reagiert werden. „Um 11.45 Uhr wurde die Störung gemeldet – um 12.45 Uhr hatten wir die Stromversorgung wieder sichergestellt“, führt Höche aus, der die technische Seite der notwendigen Maßnahmen erläutert. In diesem Tempo kann die Trafostation natürlich nicht repariert werden; es gilt, durch Umschaltungen im Netz den Strom wieder zu allen Abnehmern zu bringen.

Zehn Mitarbeiter im Einsatz

Insgesamt zehn Mitarbeiter waren dafür – unter anderem in der Netzleitstelle – im Einsatz. Dass auch die Zentrale der Stadtwerke beziehungsweise das Call-Center reichlich zu tun hatte, weiß Höche: „Die Zahl der Anrufer war nicht zu zählen“.
Es ist eine kundeneigene Trafostation, die den großen Stromausfall ausgelöst hatte: Wie die Uhu GmbH & Co. KG dazu in einer Mitteilung erklärte, sei es gegen 11.30 Uhr bei Umschaltarbeiten, die von Fachfirmen ausgeführt worden seien, in der angrenzend zum Werksgelände gelegenen Trafostation in der Herrmannstraße zu einem technischen Defekt mit Rauchentwicklung gekommen. Dadurch seien keine Personen zu Schaden gekommen, für Mitarbeiter und Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, heißt es in der Stellungnahme weiter.
Die Uhu-Werkfeuerwehr ist sofort alarmiert, die Feuerwehr Bühl nachalarmiert worden. Mit 15 Mann und drei Fahrzeugen – eines davon mit Sonderlöschmitteln – ist die Freiwillige Feuerwehr Bühl ausgerückt, um den Brand zu löschen. „Feuer in einer Trafostation kann man natürlich nicht mit Wasser bekämpfen“, führt Kommandant Günter Dußmann mit Blick auf entsprechende Gefahren aus.

Überfallalarm ausgelöst

Nach etwa eineinhalb Stunden konnte die Feuerwehr abziehen. Zwischenzeitlich waren allerdings weitere Einsätze abzuarbeiten, die mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls durch den Stromausfall verursacht worden waren. In der Bühler Kernstadt wurden zwei Brandmelder ausgelöst (beide Male Fehlalarm), und ebenfalls in der Kernstadt saß eine Person in einem Fahrstuhl fest. „Als wir ankamen, um sie zu befreien, kam zeitgleich ein Fahrstuhlmonteur, sodass er sich kümmern konnte“, sagt Dußmann.
Arbeit gab es auch für die Bühler Polizei: Dort wurde „Überfallalarm“ gemeldet – eine Bank in Altschweier sollte betroffen sein, heißt es auf Nachfrage vom Polizeipräsidium Offenburg. Zwei Polizeistreifen, die vor Ort kontrollierten, konnten Entwarnung geben. Auch hier war höchstwahrscheinlich der Stromausfall Grund für die Alarmierung.
Betroffen waren zur Mittagszeit natürlich auch zahlreiche Bürger, ob gerade eine Mahlzeit zubereitet werden sollte oder Computerarbeit angesagt war. Geschäfte reagierten auf recht unterschiedliche Weise: Wurde an einem Ort geschlossen mit dem Hinweisschild auf den Stromausfall, so gab es an anderer Stelle einfache Lösungen: Die automatische Tür blieb einfach offen, und abgerechnet wurde mit Hilfe einer stromunabhängigen Kasse.