Die neue Geräteturnhalle in Bühl hat ein Feuchtigkeitsproblem.
Die neue Geräteturnhalle in Bühl hat ein Feuchtigkeitsproblem. | Foto: Ulrich Coenen

Neue Geräteturnhalle in Bühl

Ursache für Feuchtigkeit noch völlig unklar

Die neue Geräteturnhalle in direkter Nachbarschaft der Großsporthalle sorgt für Probleme. Bereits im August ruhte wegen Feuchtigkeit der Trainingsbetrieb. Damals wurden Teile des Sportbodens ausgebaut und die Halle mit Hilfe von Trockengeräten getrocknet. Dann durften die Sportler wieder ins Gebäude. Inzwischen klagen sie erneut über einen modrigen Geruch.

Ist es Kondenswasser?

Jörg Zimmer, der Geschäftsführer der kommunalen Bühler Sportstätten GmbH, ging nach Abschluss der Trocknung davon aus, dass es sich bei der Feuchtigkeit um Kondenswasser handelt. Gegenüber dieser Zeitung nannte er am 25. August den Einbau einer Lüftungsanlage als Lösung des Problems. Inzwischen ist sich Zimmer in dieser Hinsicht nicht mehr sicher. Klar ist nur, dass sich erneut Feuchtigkeit gebildet hat. Zimmer hat in Abstimmung mit dem Architekturbüro Löweneck und Schöfer in München, das Dreifeldsporthalle und Geräteturnhalle in den Jahren 2009 bis 2012 als Ergebnis eines europaweit ausgeschriebenen Wettbewerbs gebaut hat, ein Freiburger Fachbüro beauftragt. Dieses hat für die Ursachenforschung Messgeräte installiert.

Ist es die Bodenplatte?

Aus Sicht Zimmers gibt es zwei Möglichkeiten für die Feuchtigkeitsprobleme. „Entweder ist es die Raumluft oder das Wasser kommt von unten“, erklärte er gegenüber dieser Zeitung. Das würde bedeuten, dass die Bodenplatte nicht dicht ist.“ Zimmer wies darauf hin, dass die Geräteturnhalle sehr viel intensiver genutzt wird, als während der Planungsphase vermutet. „Wie haben, abgesehen von den Nachtstunden, eine Belegung rund um die Uhr“, berichtete er. „Es gibt auch sehr viele auswärtige Nutzer. In jedem Fall wird die Turnhalle dreimal so stark genutzt wie die benachbarte Dreifeld-Sporthalle“. Während diese mit einer Lüftung ausgestattet ist, muss die Turnhalle ohne Lüftung auskommen.“ Als Grund für den Verzicht nannte Zimmer das knappe Budget für das Großprojekt, das nicht überschritten werden sollte. „Inzwischen haben wir bereits an einigen Stellen nachbessern müssen“, räumte der Geschäftsführer ein. Als Beispiele nannte er das Vordach für den Sportlereingang und die Elektroverteilung. Die Sportstätten GmbH investierte eine sechsstellige Summe. Zimmer warnte aber ausdrücklich vor Panikmache. „Wir werden sicher mit mehr als nur einem Gutachter sprechen“, sagte er.

Seltene Bauaufgabe

Der Architekt Andreas Löweneck wies auf Anfrage dieser Zeitung darauf hin, dass reine Geräteturnhallen mit ihrem sehr speziellen Bodenaufbau eine seltene Bauaufgabe sind. „Es gibt nur wenige Leistungszentren“, berichtete er. „Es ist toll, dass die Stadt Bühl so etwas gebaut hat.“ Die Ursache für die Feuchtigkeitsprobleme sind nach jetzigem Kenntnisstand für Löweneck unklar. Als wahrscheinlich nannte er die fehlende Lüftung und die Bodenplatte.

Weiße Wanne ist wasserdicht

„Die Sporthalle steht im Grundwasserschwankungsbereich“, erklärte der Architekt. Aus diesem Grunde wurden die Fundamente als wasserdichte „weiße Wanne“ ausgeführt. Während der Bauphase wurden laut Löweneck keine Undichtigkeiten festgestellt.

Der Architekt wies darauf hin, dass die Geräteturnhalle im Gegensatz zur benachbarten Dreifeldsporthalle ein kleines Raumvolumen hat. Es gibt keine Lüftungsanlage und eine andere Heizung. Wegen des speziellen Sportbodens mit bis zu 40 Zentimeter dicken Matten war keine Fußbodenheizung wie in der Dreifeldsporthalle möglich. Die Heizung der Turnhalle wurde an der Decke montiert. Die intensive Nutzung macht eine regelmäßige Stoßlüftung praktisch unmöglich.

„Dennoch ist das keine kapitale Geschichte“, beruhigte Löweneck. „Es stehen keine Pfützen auf dem Boden, es riecht nur muffig. Wir werden eine Lösung finden.“ Dies soll in den nächsten Wochen geschehen.