Das Kaufland (vorne links) soll durch einen Neubau ersetzt werden, an der Kreuzung Rheinstraße/Steinstraße (dahinter) ist ein Kreisverkehr angedacht.
Das Kaufland (vorne links) soll durch einen Neubau ersetzt werden, an der Kreuzung Rheinstraße/Steinstraße (dahinter) ist ein Kreisverkehr angedacht. | Foto: Ulrich Coenen

Architektenwettbewerb

Neue Tiefgarage und Schülercafé für Bühler Campus

Jetzt sind gute Ideen gesucht. Einstimmig beschloss der Gemeinderat den Auslobungstext für den zweistufigen Architektenwettbewerb „Campus Bühl“. Dabei geht es um eine Neugestaltung des Quartiers zwischen Friedrichstraße, Eisenbahnstraße, Güterstraße und Rheinstraße mit Bürgerhaus Neuer Markt, Mediathek und Realschule im Zentrum. Ein Vorbesprechung des Preisgerichts hat es nach Auskunft von OB Hubert Schnurr bereits am 4. Oktober gegeben. Die Bewerbungsfrist endet am 21. Oktober. Neben sechs Büros aus Mittel- und Südbaden mit entsprechender Erfahrung bei ähnlichen Projekten, die gesetzt wurden, will die Stadt weitere 24 Teilnehmer zulosen.

Weiterentwicklung des Quartiers

Der Zeitplan wurde leicht modifiziert. Die Teilnehmer müssen bis 13. Januar ihre Arbeiten für die ersten Stufe des Wettbewerbs abgeben. Dabei geht es um die städtebauliche Weiterentwicklung des Quartiers. Das Preisgericht tagt am 9. Februar. Die zehn besten Teilnehmer dürfen sich in der zweiten Stufe mit der Erweiterung der Aloys-Schreiber-Schule und der Realschule beschäftigen. Im Mittelpunkt steht dabei der Neubau einer Mensa. Am 7. April müssen die Entwürfe abgegeben werden. Die Jury tagt am 3. Mai.
„Bei allen Wettbewerben, die die Stadt bisher ausgelobt hat, gab es gute Ergebnisse“, gab sich Schnurr optimistisch. Diese Einschätzung teilte der Gemeinderat.

Problematische Verkehrssituation

„Es geht um viel“, meinte Margret Burget-Behm (CDU). „Wir sind gespannt auf die Ideen der Architekten.“ Sie verwies auf die mögliche Attraktivitätssteigerung der Plätze im Quartier und erinnerte an der problematische Verkehrssituation in der Güterstraße im Bereich des Kauflands. Für die CDU sei aber klar, dass die Güterstraße dort durch einen neuen Einkaufsmarkt keinesfalls überbaut werden dürfe.

„Ein zweistufiger Wettbewerb ist neu in Bühl“, konstatierte Oswald Grißtede (SPD). „Es geht um ein ganzes Quartier. Wir versprechen uns sehr viel davon, schließlich steht einiges zur Disposition.“ Grißtede verwies unter anderem auf dem möglichen Neubau einer weiteren Tiefgarage. „Dieses Quartier am Rande der Innenstadt wurde in der Vergangenheit stiefmütterlich behandelt“, meinte er. „Jetzt geht es um eine optimale Planung.“

Bildungszentrum mit zwei Schultypen

Thomas Wäldele (GAL) sprach von einem „vielgestaltigen“ Quartier, das zu einem Bildungszentrum mit zwei Schultypen weiterentwickelt werden solle. „Ich hoffe auf eine große Breite von Ideen, an die wir heute überhaupt noch nicht denken und die uns weiterbringen. Dieser Wettbewerb gibt uns dazu die Möglichkeit. Der Zeitplan ist für die Architekten stramm, aber er ist zu schaffen.“

„Wir überplanen ein Quartier mit unterschiedlicher Nutzung und brauchen dafür Ideen von externen Planern“, erklärte Jörg Woytal (FW). „Ich bin gespannt auf diese Ideen und erwarte viele neue Anregungen. Im Hinblick auf die spätere Realisierung müssen wir allerdings prüfen, was die Kassenlage ergibt.“

Stefan Böckeler (FDP) ist „gespannt auf das, was kommt“. „Das ist eines der interessantesten und spannendsten Quartiere“, sagte er. „Der Auslobungstext ist klug durchdacht und sauber erarbeitet. Viele Bereiche werden angesprochen. Wir dürfen uns keinem Thema verschließen.“

Auslobungstext hat beachtlichen Umfang

Stolze 42 Seiten umfasst der Auslobungstext für den zweistufigen Architektenwettbewerb „Campus Bühl“. Nach der Grundsatzentscheidung des Gemeinderates vor der Sommerpause und einem Interview mit OB Hubert Schnurr vom 15. September hält dieser im Detail noch einige Überraschungen bereit. Grundsätzlich soll in der ersten Wettbewerbsstufe (dem städtebaulichen Teil) die Attraktivität des Quartiers gesteigert werden. Abgesehen davon sollen sich die Wettbewerbsteilnehmer über einige für die Öffentlichkeit überraschende Aufgabenstellungen Gedanken machen. Unter anderem soll der Bau einer weiteren Tiefgarage im Quartier mit Anbindung im Bereich der Einmündung Rheinstraße/Elisabethenstraße prüfen.

Kleiner Kreisverkehr

Auch mit den Chancen für einen kleinen Kreisverkehr am Knotenpunkt Rheinstraße/Steinstraße sollen sich die Architekten beschäftigen. Aktuell können Autofahrer von der Rheinstraße nicht nach links in die südliche Steinstraße (also in Richtung Kaufland) abbiegen. Auch zum bestehenden Einkaufsmarkt „Kaufland“ gibt der Auslobungstext interessante Informationen. Das Gebäude soll abgebrochen und durch einen Neubau mit erweiterter Verkaufsfläche ersetzt werden. Insgesamt ist von einer Gesamtnutzfläche von 5800 Quadratmeter inklusive Büros und Lager die Rede.

Im Hinblick auf das Gebäude Steinstraße 2 (gegenüber Kaufland) sind wegen des Bauzustands aus Sicht der Stadt ein Komplettabbruch und eine Neubebauung denkbar. Auch mit dem Octomedia-Parkplatz sollen sich die Architekten beschäftigen. Unter Beibehaltung der 102 Stellplätze soll „eine städtebaulich verträglichere Anordnung“ geprüft werden.

Neuordnung des Lörch-Geländes

Die Villa Walchner/Lörch in der Eisenbahnstraße wird im Auslobungstext genannt. „Hinsichtlich der Nutzung der rückwärtigen Grundstücksfläche gibt es seit Jahren ergebnislose Verhandlungen mit dem Eigentümer“, heißt es. Der Auftrag an die Planer lautet: Ausarbeitung eines Neuordnungskonzepts. Dabei erscheint es der Stadt sinnvoll, einen Teil der rückwärtigen Grundstücksfläche der Realschule zuzuordnen.

Der Auslobungstext berichtet ebenfalls, dass die Sparkasse mittelfristig eine Modernisierung ihrer Zentrale in der Eisenbahnstraße plant. Im Abstimmung mit dem Kreditinstitut kann das komplette Umfeld als öffentlicher Raum überplant und besser an den Stadtgarten angebunden werden.

Gemeinsame Mensa

Für Aloys-Schreiber-Schule und Realschule ist eine gemeinsame Mensa geplant, die auch außerhalb der Schulzeit genutzt werden soll. Gleichzeitig wird ein Schülercafé gefordert.

Die Stadt hat die Möglichkeit, das Haus Rheinstraße 21 a (gegenüber der Einmündung Thomas-Mann-Straße) zu erwerben. Das Gebäude soll in jedem Fall erhalten bleiben, allerdings soll die rückwärtige Grundstücksfläche, die an die Aloys-Schreiber-Schule grenzt, überplant werden. Weil die alte Turnhalle der Schule abgerissen werden soll, ergibt sich eine große zusammenhängende Fläche. Der Neubau einer Einfeldsporthalle für die Aloys-Schreiber-Schule ist neben der Mensa das zweite große Hochbauprojekt des zweistufigen Wettbewerbs. Außerdem benötigt die Realschule weiteren Schulraum für die geplante offenen Ganztagsschule.

Preisträger

Für den ersten Preisträger der Stufe 2 sind 27 000 Euro vorgesehen, für den zweiten 23 000 Euro, den dritten 18 000 Euro und den vierten 14 000 Euro.