Seine erste Rede vor den Bürgern in Graben-Neudorf hielt Christian Eheim gleich nach seinem Wahlsieg im Foyer des Rathauses.
Seine erste Rede vor den Bürgern in Graben-Neudorf hielt Christian Eheim gleich nach seinem Wahlsieg im Foyer des Rathauses. | Foto: Gustavo Alàbiso

Nach Wahl in Graben-Neudorf

Startet Eheim am 1. August?

Ja, er habe gut geschlafen, sehr gut sogar in der Nacht nach seinem Wahlsieg in Graben-Neudorf, erzählt ein entspannter designierter Bürgermeister. Christian Eheim hat am Sonntag die Wahl mit 57 Prozent der Wählerstimmen gewonnen. Darauf habe er sehr gehofft, aber „man kann sich erst sicher sein, wenn ausgezählt ist“, sagt er.

„Tolles Gefühl“ nach Bürgermeisterwahl

Der Beifall am Sonntag habe ein „tolles Gefühl gegeben“, und er werte diesen als Wertschätzung. Noch nicht ganz klar ist – die vergangenen vier Jahre arbeitete er als Geschäftsführer der Gemeinderatsfraktion der SPD in Karlsruhe –, wann er sein neues Amt antritt. „Ich gehe vom 1. August aus, aber zuvor sind noch einige Details abzuklären.“ Und sein bisheriger Arbeitsvertrag aufzulösen. Dann will er zuerst Gespräche mit den Mitarbeitern in der Verwaltung führen, zuhören, was sie zu berichten haben, sich einen Überblick verschaffen. Christian Eheim hat angekündigt, ein „Bürgermeister für alle zu sein“, und daran will er seine Arbeit ausrichten.

Lebensqualität für alle Generationen

„Der Glasfaserausbau ist ein wichtiges Thema, da liegen wir hinter dem Plan zurück, und da müssen wir aufholen“, sagt er und benennt seine erste Schwerpunktaufgabe: „Wir dürfen den Anschluss ins digitale Zeitalter nicht verpassen.“ Strukturelle Defizite in der Gemeinde hat er indessen nicht entdeckt: „Ich übernehme von Bürgermeister Hans Reinwald ein gut bestelltes Haus“, hebt Eheim hervor und fügt gleich hinzu, dass für die anstehenden Aufgaben – zuerst die Ausarbeitung des Haushalts für 2017 – die positive Gestaltung des demografischen Wandels Maßstab sei. „Lebensqualität für alle Generationen“, heißt sein Ziel.

Laufende Projekte zuerst abschließen

Ehe er neue Ziele in Angriff nehmen will, geht es ihm vorrangig darum, die Projekte zu vollenden, die noch am Laufen sind, den Bebauungsplan für die Spöcker Straße noch dieses zum Satzungsbeschluss zu bringen, die Neue Mitte auszugestalten, das Baugebiet Mitte-Ost-IV voranzubringen. Wie es dann weitergeht, will Eheim im konstruktiven Zusammenwirken mit dem Gemeinderat entwickeln.

Hier grüßt man sich noch auf der Straße

Jedenfalls freue er sich auf seine künftige Arbeit. Der sehr faire Wahlkampf habe eine gut Grundlage für eine vertrauensvolle gemeinsame Arbeit geschaffen sagt er. Er betrachte es als wertvoll, dass „es in Graben-Neudorf menschlich zugeht“, das müsse man weitertragen und bewahren. Und schiebt gleich nach, dass er baldmöglichst nach Graben-Neudorf umziehen will. Der Charme der übersichtlichen Gemeinde mit ihren sympathischen Menschen, „wo man sich auf der Straße noch grüßt“, habe es ihm angetan. Seinen Bezug zum ländlichen Raum bringt Eheim aus seiner Kindheit mit. In einem Stadtteil von Heilbronn ist er geboren und aufgewachsen, im direkten Bezug mit den Menschen, den er jetzt auch in Graben-Neudorf erwartet: „Das ist ein schönes Arbeiten.“

Wahlkampf selbst finanziert

Seinen Wahlkampf hat Christian Eheim selbst organisiert: „Ich hatte im Studium Multimediale Gestaltung als Nebenfach, da lernt man, wie man eine Homepage oder einen Flyer gestaltet“, berichtet der 34-Jährige. Und finanziert hat er seinen Aufwand ebenfalls selber, unterstützt von Freunden und Bekannten und mit einer kleinen Zuwendung des Graben-Neudorfer SPD-Ortsvereins.