Ungewöhnliche Begegnung: Die Busse der Baden-Baden-Linie fahren wegen der „Leo“-Sperrung seit heute durch die Lichtentaler Allee, wo sie gelegentlich auf eine Pferdekutsche treffen.
Ungewöhnliche Begegnung: Die Busse der Baden-Baden-Linie fahren wegen der „Leo“-Sperrung seit heute durch die Lichtentaler Allee, wo sie gelegentlich auf eine Pferdekutsche treffen. | Foto: Rudolphi

"Leo"-Sperrung in Baden-Baden

Bus-Umleitung muss sich noch einspielen

Die Sperrung des Baden-Badener Leopoldsplatzes hat weitreichende Folgen – unter anderem für den Traditionskiosk, der sanft entschwebte und an neuer Stelle auf der Fieserbrücke landen musste. Eine Punktlandung war es offenbar keineswegs. Der außergewöhnliche Pavillon hat sich in einen groben, Kasten verwandelt. Die Besucher in dem Café gegenüber sind davon wenig entzückt. Sie beschwerten sich unverzüglich, dass der hässliche Container den Blick aufs Theater versperre.

Busse fahren durch die Allee

Das wird er wohl noch eine Weile tun, ebenso wie die Busse der Baden-Baden Linie (BBL), die wegen der Sperrung des „Leos“ seit dem dem heutigen Sonntag immer wieder die Blickachse durchfahren, die Kurpark und Fieserbrücke verbindet.
Auch hier herrschte am ersten Tag, an dem die Umleitungsstrecke gilt, mehr Verwirrung als eitel Sonnenschein – trotz sommerlichem Septemberwetters. „Wissen Sie, wo hier der 201er hält“, fragte Uta-Christiane van Deum eine Passantin, die aber nur den Kopf schüttelte. Stadtauswärts ist die Haltestelle gleich neben der öffentlichen Toilette und dem Taxistand unschwer zu erkennen. Doch in der Gegenrichtung sieht das ganz anders aus. „Da stehen doch Leute. Aber ich sehe kein Haltestellenschild.“

Busfahrer schafft Klarheit

Das haben die Menschen offenbar nicht entdeckt und deshalb bei der Station für das „Citybähnle“ ausgeharrt, in der Hoffnung, dass die grünen Riesen dort Station machen würden. Doch der 201er rollte durch. Rettung verhieß der Fahrer, der in der Gegenrichtung hielt. Tatsächlich klärte er die Haltestellenfrage rasch: „Der hält hier gar nicht, nur beim LA8.“

Vielleicht bin ich zu doof

Die  Verblüffung war auch dem älteren Herrn anzumerken, der nach Lichtental wollte. Bloß keinen Namen schreiben, winkte er verzweifelt ab. „Da lachen mich ja alle aus.“ Doch zum Lachen ist das keineswegs, schüttelte auch Sara Berner den Kopf: „Vielleicht bin ich einfach zu doof, aber ich habe kein Hinweisschild entdeckt, dass ich dort drüber einsteigen muss.“ Dass dieser Stopp von den Kolonnaden aus nicht als solcher zu erkennen sei, mache die Sache nicht eben leichter.

Neue Haltestellen: Auf der Umleitungsstrecke gibt es neue Stopps wie beim Kurhaus.
Neue Haltestellen: Auf der Umleitungsstrecke gibt es neue Stopps wie beim Kurhaus. | Foto: Krause-Dimmock

Also geht es los, per Fußmarsch zum LA8. Da hält er dann tatsächlich, der 201er, auch der 204er und die anderen BBL-Busse, die in den nächsten zwei Jahren die Umleitungsstrecke durch die Kaiserallee und Lichtentaler Allee nehmen müssen. Aber nicht nur sie. Auch ihre Kollegen, die die Gegenrichtung bedienen, stoppen hier. „Ach, der hält hier gleich zweimal auf dem Weg nach Lichtental und in die Gegenrichtung nur einmal?“ Ganz so schlimm sei das in seinem Fall zwar nicht, meinte Hubert Brenner.

BBL-Chef sitzt am Steuer

Doch ob das der Weisheit letzter Schluss sei? Immerhin, gab er zu bedenken, nutzten ja auch viele ältere Herrschaften die Strecke und manch einer gehe doch auch in der City einkaufen. „Das wird sich einspielen“, ist er sicher. Dieser Meinung ist wohl auch BBL-Chef Stefan Güldner, der sich gestern persönlich ans Bussteuer setzte, um eigene Eindrücke von der neuen Linienführung zu sammeln.

Service

Weitere Infos zur „Leo“-Sperrung und zu den Umleitungsstrecken der Baden-Baden-Linie gibt es hier:
www.unser-leo.de

Christiane Krause-Dimmock