Nur drei von fünf Sternen hat der Campingplatz am Achernsee. Das soll nun anders werden.
Nur drei von fünf Sternen hat der Campingplatz am Achernsee. Das soll nun anders werden. | Foto: Roland Spether

Campingplatz am Achernsee

Nicht auf der Höhe der Zeit

„Wir sehen Luft nach oben“. Geht es nach Acherns Oberbürgermeister Klaus Muttach, soll der Campingplatz am Achernsee durch Investitionen deutlich aufgewertet werden. Gleichzeitig stellt er die Betriebsführung der bislang rein kommunal geführten Einrichtung zur Disposition: Diskutiert wird über einen Verkauf – als Alternativen sind aber die Verpachtung oder die Übergabe an einen „Geschäftsbesorger“ mit eigenem Personal im Gespräch. Auf der Suche nach einer Lösung sollen nun Inserate in einschlägigen Fachmagazinen, aber auch die Einschaltung eines Sachverständigen helfen.

Eigenbetrieb der Stadt

Seit 1991 steht der Campingplatz am Achernsee im Besitz der Stadt. Die Kommune hatte die seinerzeit völlig heruntergewirtschaftete Anlage für 1,75 Millionen Euro aus privater Hand übernommen und führt ihn zusammen mit dem benachbarten öffentlichen Strandbad in einem Eigenbetrieb.

13000 Übernachtungen sind zu wenig

Heute gibt es hier 350 Parzellen für Dauercamper und 200 Plätze für Durchgangsgäste. Letztere sorgen für 13 000 Übernachtungen pro Jahr – zu wenig angesichts der ebenso verkehrsgünstigen wie idyllischen Lage direkt am See, so die Einschätzung der Stadtverwaltung. Den Grund für diese Entwicklung sucht man in den steigenden Ansprüchen der durchaus kaufkräftigen Camper – mietbare Übernachtungsmöglichkeiten wie Mobilhomes oder Schlaf-Fässer sucht man hier ebenso vergebens wie Wellnesseinrichtungen oder Freizeitangebote.

Drei von fünf Sterne

Doch nicht nur der Investitionsstau auf dem vom ADAC mit drei von fünf Sternen bewerteten Campingplatz ist es, der aus Sicht der Stadt das Bild trübt: Unterdurchschnittlichen Nettoumsatzerlösen stehen überdurchschnittliche Kosten für das nach dem öffentlichen Dienstrecht entlohnte Personal gegenüber. Hinzu kommt, dass Teile des auf Gemarkung Großweier liegenden Geländes noch immer im Privatbesitz steht und alle fünf Jahre neu angepachtet werden muss.
In Übereinstimmung mit dem von der Stadt beauftragten Sachverständige für Camping- und Ferienparkwirtschaft Heinrich Lang (Tübingen) kam man zu dem Ergebnis, dass eine Steigerung der Attraktivität des Campingplatzes nur durch mehr Qualität und zusätzliche Freizeitangebote möglich ist. Erklärtes Ziel: Die Anlage soll von den Gästen nicht nur als Durchgangsplatz, sondern als Urlaubsort wahrgenommen werden.

Investitionsbedarf bei 1,55 Millionen Euro

Zur Revitalisierung hat die Stadtverwaltung ein ganzes Bündel von Investitionen geschnürt. Diese reicht, so Matthias Heußer als Leiter des Fachgebiets Werksverwaltung, vom Neubau der Rezeption über die Verbesserung der Gastronomie bis hin zu Abriss und Neubau des Sanitärgebäudes. Zusammen mit weiteren Maßnahmen und der Beschaffung von 15 „einfachen Vermietobjekten“ summieren sich die notwendigen Investitionen auf 1,55 Millionen Euro. Als erster Schritt soll nun ein Bebauungsplanverfahren gestartet werden.