Der erste Acherner Jugendgemeinderat ist gewählt. Das Gremium hat 16 Mitglieder.
Der erste Acherner Jugendgemeinderat ist gewählt. Das Gremium hat 16 Mitglieder. | Foto: Michaela Gabriel

Premiere in Achern

Der erste Jugendgemeinderat ist gewählt

Von Michaela Gabriel
Mit großer Spannung wurde  das Ergebnis der Wahl zum ersten Jugendgemeinderat der Stadt Achern erwartet. Die 34 Kandidaten fieberten bei der Stimmenauszählung ihrem Ergebnis entgegen, ebenso Mitarbeiter der Stadt Achern und Lehrer der Acherner Schulen Die Wahlbeteiligung lag am Ende bei 27,1 Prozent. An vier Schulen wurden jedoch mehr als 80 Prozent Wahlbeteiligung registriert.

Unterschiedliches Interesse

Im Jugendtreff der Stadt Achern lag die längste aller Wählerlisten – nämlich die jener Jugendlichen, die nicht auf eine Acherner Schule gehen. Doch von den 1 170 Wahlberechtigten dieses Wahlbezirks nahmen nur 27 (2,3 Prozent) ihr Stimmrecht wahr. Die vollsten Wahlurnen hatte die Robert-Schuman-Realschule. Von 192 Stimmberechtigten wählten hier 165 (85,9 Prozent). „Wir haben unsere fünf Kandidaten auf der Schul-Homepage vorgestellt“, berichtete Lehrerin Heiderose Keck.

Klassenweise an die Urnen

Schulsozialarbeiter Gerd Rudolf habe die Vorbereitungen getroffen und die Schüler informiert. Bei der Wahl  seien die Schüler klassenweise im Halbstundentakt an die Urne gegangen.

Jugendliche Wahlhelfer

„Auf den Tischen darf nichts mehr stehen oder liegen außer den Wahlurnen“, erklärte Hans-Peter Vollet, Leiter des Fachbereichs Soziales, Kultur und Sport, am Nachmittag im Festsaal der Illenau. Wie die Zahl der abgegebenen Stimmzettel ermittelt wird, was mit den roten Wahlumschlägen passiert und dass auch nicht vergebene Stimmen gezählt werden müssen, erklärte er den jugendlichen Wahlhelfern und ihren erwachsenen Begleitern an den Wahltischen.

16 Stimmen zu vergeben

Aus der Urne des Gymnasiums Achern fielen nur 143 Umschläge, was einer Wahlbeteiligung von 55,9 Prozent entsprach. „Man muss da auch betrachten, wie viele Schüler aus Achern wir tatsächlich haben“, kommentierte Lehrer Fritz Beck. Nur 256 Schüler des Gymnasiums Achern im Alter von 13 bis 19 Jahren wohnen in der Hornisgrindestadt. Wer aus Lauf, Sasbach oder dem Achertal an die Urne kam, musste abgewiesen werden. Bei manchen Gymnasiasten scheiterte die Ausübung des Wahlrechts daran, dass sie sich nicht ausweisen konnten, berichtete Wahlhelferin Laura Amann aus der Kursstufe 1: „Und viele haben nicht gewusst, dass sie 16 Stimmen haben.“

Achertalschule schafft 100 Prozent

100 Prozent Wahlbeteiligung schafften die Achertalschüler mit zehn Stimmberechtigten. An den Beruflichen Schulen waren 109 Schüler zur Wahl aufgerufen, 25 folgten dem Ruf (22,9 Prozent). Die Gemeinschaftsschule Achern mobilisierte 94 von 109 Wahlberechtigten (86,2 Prozent). An der GWRS Fautenbach-Önsbach wählten 26 von 29 Jugendlichen (96,3 Prozent) und an der GWRS Oberachern wählten 29 von 38 jungen Leuten (81,6 Prozent).

Oberbürgermeister etwas enttäuscht

Was bringt er denn nun, der Jugendgemeinderat? Diese Frage stellten sich während der Wahl viele Schüler und vielleicht fragen das auch einige Acherner. „die Jugendlichen müssen nachher das Gefühl bekommen, dass sie wirklich gehört werden“, so Gymnasiallehrer Fritz Beck, „sonst wäre das schlecht.“
Oberbürgermeister Klaus Muttach zeigte sich in erster ersten Reaktion ein wenig enttäuscht über die Wahlbeteiligung von lediglich 27,1 Prozent. Dennoch freue er sich auf die Erfahrungen mit dem Jugendgemeinderat.

Die Gewählten

Von den sechs Kandidaten der Berufliche Schulen Achern wurden gewählt: Rohat Yildiz, Semih Tolga Üstün, Daniel Pfeifer, Samir Rebouh. Ihren Platz von vornherein sicher hatten die beiden Kandidaten der Gemeinschaftsschule Achern, Samir Skupin und Ansa Muhammad. Von den vier Kandidaten der Grund- und Werkrealschule Fautenbach/Önsbach sind im Jugendgemeinderat: Alina Wolf und Matthias Doll. Die meisten Kandidaten stellte die Grund- und Werkrealschule Oberachern. Von den acht bekamen die meisten Stimmen: Julia Rest und Jannis Czepl. Vier Schüler des Gymnasium Achern stellten sich zur Wahl. Gewählt wurden Ines Nüssel und Ronja Betsch. Robert-Schumann-Realschule hatte fünf Bewerber. Gewählt sind Antonio Cartellino und Eray Tuncer. Die Jugendlichen, die bereits in Ausbildung sind oder Schulen außerhalb Acherns besuchen, hatten fünf Kandidaten. Sie werden im Jugendgemeinderat vertreten durch Tim Maurer und Perparim Muslija.